




![]() |
||
|
Kevin Pannewitz Position: Mittelfeld |
||
| Details zum Spieler | ||
| Zeit-Online vom 05.11.2009 |
| Zwanziger droht mit leeren Rängen |
|
Nach der erneuten Gewalt-Eskalation im deutschen Fußball schließt DFB-Präsident Theo Zwanziger leere Ränge bei sogenannten Problemspielen nicht mehr aus. «Wenn man spürt, das ist nur mit einer unverhältnismäßigen Zahl von Sicherheitsmaßnahmen überhaupt friedlich zu halten, dann muss man die Frage stellen, ob man dort noch mit Publikum spielen kann», sagte Zwanziger der Deutschen Presse-Agentur dpa am Mittwoch in Berlin. Zuletzt waren beim Zweitligaspiel zwischen Hansa Rostock und dem FC St. Pauli Hooligans mit der Polizei aneinandergeraten. Dabei wurden 29 Polizisten leicht verletzt und 23 Rostocker Fans festgenommen. Sollte die Gewalt in Fußball-Stadien weiter eskalieren, will Theo Zwanziger, der Präsident des Deutschen Fußballbundes (DFB), auch vor dem kompletten Ausschluss der Zuschauer nicht zurückschrecken. "Wenn man diese Spiele nur mit einem Riesen-Polizeiaufgebot sicher halten kann, dann muss man irgendwann sagen: Dann spielt der Fußball nur noch beim Fernsehen, dann ist eben niemand mehr da", sagte Zwanziger. Anlass zu den Äußerungen waren die Krawalle nach dem Zweitligaspiel zwischen Hansa Rostock und St. Pauli mit 29 verletzten Polizisten. Solche Ausschreitungen seien bei insgesamt 1,4 Millionen Fußballspielen im Jahr aber noch immer die Ausnahme. Dennoch fühlen sich die Organisatoren in der Pflicht zu reagieren. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) und der Ligaverband wollen das Problem an einem Runden Tisch weiter erörtern. Eingeladen sind neben dem DFB Vertreter des Innenministeriums, der Innenministerkonferenz der Länder, der Zentralen Informationsstelle für Sporteinsätze (ZIS) sowie der Gewerkschaft der Polizei (GdP). Die kleinere Interessenvertretung Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) verstärkte dagegen nochmal ihre Forderung, DFB und DFL sollten die Einsätze finanziell unterstützen. "Wir erwarten, dass sich der Deutsche Fußball-Bund und die Deutsche Fußball-Liga zu einem angemessenen Teil an diesen Kosten beteiligen", sagte der Bundesvorsitzende Rainer Wendt. Eine Saison-Gebühr von etwa 50 Millionen Euro wäre dabei noch "ein echter Freundschaftspreis", erklärte Wendt. Die Personalkosten für Fußballeinsätze würden deutlich über 100 Millionen Euro liegen. Für Zwanziger wie für Liga-Chef Reinhard Rauball sind solche Forderungen nach wie vor inakzeptabel. Fußballspiele seien normale Großveranstaltungen, bei denen der Schutz des Staates gefragt sei. Unabhängig vom Streit über Aufgaben der Polizei und Bezuschussung konkreter Einsätze erwägt der DFB schärfere vorbeugende Maßnahmen. Man werde nicht weggucken, sondern "diese Dinge betrachten, auswerten und mit den Möglichkeiten, die ein Verband hat, umsetzen", sagte Zwanziger. In letzter Konsequenz stünden Spiele vor leeren Rängen. Nach den Ausschreitungen in Rostock, bei denen 23 Rostocker Fans wegen des Verdachts auf Landfriedensbruch vorläufig festgenommen worden waren, laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Dazu werden Videoaufzeichnungen der Polizei ausgewertet. Im Zuge dieser Ermittlungen sei inzwischen ein Täter identifiziert worden, sagte der Rostocker Oberstaatsanwalt Peter Lückemann. Er soll mehrere Steine geworfen haben, allerdings wurde dabei niemand verletzt. |
| ««« zurück zur Übersicht |