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Spieltag Details

4. Spieltag
 

Spielansetzungen / Ergebnisse:

08.08.2012 SC Preußen Münster - F.C. Hansa Rostock 5:2

  SC Preußen Münster   F.C. Hansa Rostock  

Spielbericht:

Zwei Gegentore vom Elfmeterpunkt:Hansa verliert bei Preußen Münster

Auch im zweiten Auswärtsspiel der laufenden Saison bleibt der F.C. Hansa ohne Punktgewinn. Beim SC Preußen Münster reicht den Rostockern eine schnelle 2:0 Führung am Ende nicht einmal für einen Teilerfolg. Mit Hilfe von zwei Elfmetern drehen die Gastgeber den Spieß noch um und gewinnen am Ende mit 5:2 Toren. Damit gehen die Hanseaten mit einer ausgeglichenen Bilanz in das Heimspiel am Sonntag gegen den Chemnitzer FC.

Beim ersten Gastspiel in Münster überhaupt tritt der F.C. Hansa fast mit der gleichen Startelf an wie vier Tage zuvor beim 4:1 Heimsieg über den SV Babelsberg 03. Lediglich Patrick Wolf, der nach seiner Gelb-Rot-Sperre wieder mitwirken darf, kehrt in die Innenverteidigung zurück. Kapitän Sebastian Pelzer bekleidet wieder die linke Abwehrseite, so dass Michael Blum ins Mittelfeld aufrücken kann. Dafür nimmt Denis Berger in Münster auf der Ersatzbank Platz.

Den ersten Torschuss gibt Edisson Jordanov ab (2.), doch sein Versuch von der Strafraumgrenze ist nicht scharf genug, um Torhüter Masuch vor Probleme zu stellen. Zwei Minuten später dürfen die rund 1500 mitgereisten Hansa-Fans aber schon zum ersten Mal jubeln. Michael Blum startet ein tolles Solo über die linke Seite fast bis zur Grundlinie und flankt von dort vor das Tor. Am langen Pfosten steht Johan Plat, nimmt den Ball direkt mit dem linken Fuß und kann damit die frühe Führung für den F.C. Hansa erzielen.

Die erste Chance für die Preußen sehen die 9.000 Zuschauer in der achten Spielminute. Amaury Bischoff tritt einen Freistoß von der linken Strafraumecke vor das Tor, wo der Ball nach mehreren Versuch schließlich über die Linie rollt. Doch zuvor schon signalisiert der Schiedsrichter-Assistent eine Abseitsstellung, so dass der Treffer nicht zählt. In der Folgezeit haben die Gastgeber leichte Feldvorteile, können daraus aber kein Kapital schlagen.

Den zweiten Treffer im Spiel erzielen erneut die in den blau- weißen Heimtrikots aufgelaufenen Hanseaten. Diesmal zieht Edisson Jordanov aus rund 25 Metern Entfernung ab und sein Schuss schlägt genau unter die Latte ein. Doch schon 90 Sekunden später haben die Münsterländer wieder verkürzt. Als Dimitri Nazarov angespielt wird, bleibt die Abseitsfahne unten, so dass der Preußen-Stürmer den mitgelaufenen Philip Heise bedienen kann. Der hat keine Mühe, per Flachschuss den 1:2 Anschlusstreffer zu markieren.

Zehn Minuten später fällt dann per Strafstoß sogar der Ausgleich für die Gastgeber. Eine Flanke von rechts berührt Sebastian Pelzer scheinbar mit der Hand, jedenfalls deutet Schiedsrichter Karl Valentin anschließend auf den Elfmeterpunkt. Beim Schuss von Stefan Kühne taucht Kevin Müller zwar in die richtige Ecke, doch der Strafstoß ist sehr scharf geschossen und so hat der Hansa-Keeper keine Abwehrchance.

Eine gute Gelegenheit zur erneuten Führung haben die Rostocker nach einem Blum-Eckball von der rechten Seite. Zunächst scheitert Ken Leemans zweimal, bevor der Ball zu Johan Plat kommt. Der legt ihn sich noch einmal vor und zieht aus halblinker Position ab, doch sein Schuss verfehlt den rechten Pfosten knapp (35.). Auch die Gastgeber erspielen sich kurz vor der Pause noch eine Möglichkeit zum Führungstreffer. Über links dringt Dimitri Nazarov in den Strafraum ein und versucht es mit einem Schuss ins kurze Eck. Doch Kevin Müller verkürzt den Winkel und kann parieren (45.). So bleibt es beim 2:2.

Zur zweiten Halbzeit kommt Julian Humbert in die Partie und rückt ins defensive Mittelfeld, während Edisson Jordanov hinter der nun einzigen Sturmspitze Johan Plat agiert. Während eine Flanke von Sebastian Pelzer nur auf dem Tornetz landet (48.), versucht es auf der Gegenseite Matthew Taylor mit einem Solo bis in den Strafraum, wo er auch an Kevin Müller vorbeigeht und dabei zu Fall kommt. Die Proteste des Hansa-Torhüters nutzen nichts, denn der Schiedsrichter entscheidet auch diesmal wieder auf Elfmeter für Preußen Münster. Das 3:2 von Stefan Kühne ist eine Kopie des Ausgleichs, erneut trifft er ins rechte untere Eck und Müller kommt einen Moment zu spät.

Bereits fünf Minuten fällt sogar das 4:2 für Münster, das Dominik Schmidt aus Nahdistanz markieren kann. Trainer Wolfgang Wolf reagiert und richtet sein Team mit zwei weiteren Wechseln wieder offensiver aus. Der eingewechselte Lucas Albrecht hat zwei Minuten später bereits den Anschlusstreffer auf dem Fuß, trifft nach Zuspiel von Johan Plat per Flachschuss jedoch nur den rechten Innenpfosten (62.). Und auch zehn Minuten später trifft Albrecht nur das Aluminium! Nach Zuspiel von Michael Blum landet sein Direktschuss an der Latte, der Nachschuss von Blum schließlich am linken Außennetz.

Eine weitere Minute später wird Lucas Albrecht per Rückpass des ebenfalls eingewechselten Denis Berger bedient – diesmal geht sein Schuss links neben das Tor (73.). Treffsicherer erweisen sich dagegen weiter die Preußen, die nach einem schnellen Gegenangriff durch einen Lupfer von Matthew Taylor auf 5:2 erhöhen. Damit ist die Niederlage der Hanseaten endgültig perfekt, zumal Plats Treffer unter die Latte nicht anerkannt wird (88.).


Torfolge: 0:1 Plat (4.), 0:2 Jordanov (17.), 1:2 Heise (18.), 2:2 Kühne (28., Elfmeter), 3:2 Kühne (52., Elfmeter), 4:2 Schmidt (57.), 5:2 Taylor (81.)

F.C. Hansa: Müller – Geenen, Holst, P.Wolf, Pelzer (60. Berger) – Jordanov, Leemans – Mendy (60. Albrecht), Plat, Blum – Smetana (46. Humbert)

Statistik:

Zuschauer:
Tore: 0:1 Plat (5.), 0:2 Jordanov (18.), 1:2 Heise (19.), 2:2 Kühne (28., Handelfmeter), 3:2 Kühne (52., Foulelfmeter), 4:2 Schmidt (57.),
5:2 Taylor (83.)
Schiedsrichter:
Verwarnungen:
   

Vorbericht:

Neuland für den F.C. Hansa: Erstes Gastspiel beim SC Preußen Münster

Am vierten Spieltag der neuen Drittliga-Saison gibt es wieder einmal eine Premiere für den F.C. Hansa. Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte treffen die Rostocker am kommenden Mittwoch auf den SC Preußen Münster und müssen zu dieser Begegnung ab 19 Uhr im Preußenstadion an der Hammer Straße antreten.

Das bereits 1926 eröffnete Oval ist das 196. Stadion, in dem die Hanseaten ein Pflichtspiel bestreiten werden. Im Jahre 2008 wurde dort mit einer schrittweisen Renovierung begonnen und - rechtzeitig vor dem ersten Hansa-Gastspiel - verlegte man in diesem Sommer eine Rasenheizung und einen neuen Rollrasen. In der vergangenen Saison wurde im Preußenstadion noch immer auf dem gleichen Rasen gespielt, auf dem im August 1963 das erste ausverkaufte Spiel der Bundesliga-Geschichte stattgefunden hatte. 40.000 Zuschauer hatten seinerzeit das 1:1 gegen den Hamburger SV gesehen - aktuell ist die Kapazität der Arena jedoch auf 18.500 beschränkt. So viele Fans kamen am 31. Spieltag der Saison 2010/11 zum Heimspiel gegen Borussia Mönchengladabch II, als mit einem 3:0-Heimsieg die Meisterschaft der Regionalliga West perfekt gemacht werden konnte.

Die Premieren-Saison in der eingleisigen 3. Liga beendete der SC Preußen mit der ausgeglichenen Bilanz von 12 Siegen, 14 Remis und 12 Niederlagen, was am Ende zu Rang 12 - bei elf Punkten Vorsprung auf die Abstiegszone - reichte. Trotzdem tauschte Trainer Pavel Dotchev, der die Mannschaft Ende Januar 2012 übernommen hatte, sein Personal kräftig aus. Zwölf Spieler mussten den Verein verlassen, darunter Ex-Hanseat Radovan Vujanovic, der zum Linzer ASK wechselte. Neben vier Akteuren aus dem Preußen-Nachwuchs gehören künftig neun externe Neuzugänge zum Drittliga-Kader des F.C. Hansa. Zwei Namen sind auch den Hansa-Fans noch geläufig.

Direkt von der Ostsee ins Münsterland wechselte in diesem Sommer Abwehrspieler Tommy Grupe, der zwar am zweiten Spieltag erstmals im 18er-Kader stand, aber bislang noch nicht zum Einsatz gekommen ist. Einen Stammplatz hingegen konnte sich Rechtsverteidiger Kevin Schöneberg erkämpfen, der einst ebenfalls das Hansa-Trikot trug und aktuell von Viktoria Köln zu den Preußen wechselte. Doch Handlungsbedarf sah man an der Hammer Straße auch im Angriff, nachdem die Mannschaft in der vergangenen Saison lediglich 40 Tore in 38 Punktspielen erzielen konnte - nur die drei Absteiger trafen noch seltener! Aus Paderborn holte man den 31jährigen US-Amerikaner Matthew Taylor, der im Trikot von Rot Weiss Ahlen 2010/11 mit 17 Saisontoren immerhin den dritten Rang der Drittliga-Torschützenliste belegt hatte.

Auch aktuell hat der routinierte Stürmer schon wieder seine Torjägerqualitäten unter Beweis gestellt. Am ersten Spieltag erzielte er den Treffer zum 2:0-Endstand beim Auswärtssieg in Burghausen, bei der Heimpremiere eine Woche später markierte er das goldene Tor zum 1:0-Erfolg über den Chemnitzer FC. Außer den Preußen hatte nur Lokalrivale VfL Osnabrück nach dem zweiten Spieltag eine makellose Bilanz - punkt- und torgleich führten beide Mannschaften die Drittliga-Tabelle an. Doch am vergangenen Wochenende kassierten die Münsteraner mit dem 1:2 in Darmstadt die erste Saisonniederlage und sind nun Tabellennachbar des F.C. Hansa. Auf Rang 6 haben die Preußen (4:2) knapp die bessere Tordifferenz gegenüber den Hanseaten (6:5), bevor es nun also zum ersten direkten Vergleich überhaupt kommt. Am Mittwoch gegen 20.50 Uhr dürfte feststehen, ob es dabei auch einen ersten Sieger gibt.



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