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Fanartikel Hits 2012

Steffen Baumgart



Name: Baumgart
Vorname: Steffen
Geburtsdatum: 05.01.1972
Familienstand: Verheiratet
Kinder: Nick, Emilia, Fiona
Position: Co-Trainer
Im Verein seit: 1/2012

„Baumi“ ist zum dritten Mal Hanseat

Mit dem neuen Fußballjahr 2012 hat der Rostocker Cheftrainer Wolfgang Wolf seinen Trainerstab erweitert: Der Pfälzer hat neben Co.-Trainer Michael Hartmann und Torwarttrainer Alexander Ogrinc mit Steffen Baumgart einen einstigen Hanseaten bzw. gemeinsamen Wegbegleiter aus Wolfsburger Zeiten als vierten Übungsleiter in seinen Betreuerstab geholt.

Steffen Baumgart ist ein echter Rostocker Junge, wurde am 5. Januar 1972 in Rostock geboren, ist an der Warnow groß geworden. Seine Fußball-Karriere begann „Baumi“1980 allerdings nicht beim F.C.H, sondern spielte zunächst acht Jahre für die SG Dynamo Mitte Rostock. Von 1988 bis 1989 kickte er als Junior später für das Leistungszentrum SG Dynamo Schwerin.

Seine leistungssportliche Laufbahn begann dann bei Männerteam in Schwerin. Nach der Namensumbenennung in PSV Schwerin verließ Steffen Baumgart 1991 die Landeshauptstadt. Bis dato hatte er 58 Spiele und 20 Treffer auf seinem Konto. Höhepunkt in dieser Zeit: Mit den Schwerinern erreichte er das Finale des FDGB-Pokals, verpasste aber die Sensation gegen Dynamo Dresden und verlor u.a. mit Andreas Reinke und Matthias Stammann mit 1:2.

Via Schwerin und Aurich zu Hansa

Baumgart zog es danach nach Aurich. Hier machte er eine Kfz-Ausbildung und kickte als Vertragsamateur. Von 1991 bis 1994 kam er in 92 Spielen auf 51 Tore. 1994 holte der einstige Hansa-Trainer Frank Pagelsdorf den Stürmer wieder nach Rostock. In jener Zeit markierte Baumgart 26 Tore in 118 Spielen.

Damals war Baumgart neben Uwe Ehlers, Heiko März, Hilmar Weilandt und Stefan Beinlich einer der Aufstiegsgaranten in die 1. Bundesliga. In jener Zeit spielte sich „Baumi“ in die Herzen der Rostocker Fans und stand sogar kurzzeitig im Notizbuch des damaligen Bundestrainers Berti Vogts. Baumgarts Erinnerung an jene Zeit: „Anders als heute liefen in Rostock noch die Ratten durch den Keller, als ich dort anfing. Und trotzdem fand ich das toll…“

In einem Trainingslager mit den Hanseaten lernte er in Österreich seine heutige Frau Katja kennen, mit der er drei Kinder hat. Als Angestellte eines Hotels in den verschneiten Bergen lernte man sich von Mecklenburger zu Mecklenburgerin kennen…

Im „Munzinger Sport-Archiv“ steht über Baumgart in jener Zeit: „Der 1,78 m große Baumgart, der auf den Bundesligaspielfeldern mit seinem "Kragen-Tick" auffällt (der Stehkragen am Trikot war gewissermaßen sein Markenzeichen) ist ein unbekümmerter, auch technisch versierter Stürmer mit einem guten Kopfballspiel und einem geradezu unwiderstehlichen Zug zum Tor. Neben dem ausgeprägten Torinstinkt sind die Gradlinigkeit seines Spiels und vor allem die Schnelligkeit seine große Stärke. Baumgart läuft die 100 Meter in 10,8 Sekunden und ist damit noch schneller als sein Vater und Großvater, deren 100-Meter Zeiten er mit 11,4 bzw. 11,2 angibt, waren. Kein Stürmer hat in puncto Schnelligkeit solche Voraussetzungen wie Steffen."

Von 1998 bis 1999 holte ihn dann Wolfgang Wolf zum VfL Wolfsburg. In jener Zeit kam er zu 32 Spielen und fünf Toren.  In Erinnerung an damals, sagte Steffen einmal über die Wolfsburger Vergangenheit in „11 Freunde“: „Wir hatten eine schöne Zeit in Wolfsburg und haben uns sogar für den Uefa-Cup qualifiziert, was Felix Magath erst zehn Jahre später wieder geschafft hat. Nach der Saison hat man sich nach neuen Spielern umgeschaut und ich rückte mehr oder weniger ins zweite Glied. Dann hatte ich zwei Angebote, eins aus Bielefeld und eins von Rostock. Ich bin nach Rostock gegangen, weil Andreas Zachhuber damals Trainer war und dann haben wir dort erfolgreich gearbeitet.“

Von 1999 bis 2002 kehrte Baumgart schließlich als Spieler ein zweites Mal zum F.C. Hansa zurück. Seine Ausbeute diesmal: 67 Spiele und sechs Treffer. 2002 wechselte Steffen Baumgart nach Berlin, wurde beim 1. FC Union Publikums-Liebling und Kapitän, markierte in 63 Spielen 21 Tore.  Von 2004 bis 2008 heuerte der Sohn eines Handballspielers schließlich beim FC Energie Cottbus an. In 86 Spielen machte er sechs Treffer. In der zweiten Mannschaft kam er noch in sieben Spielen auf ein Tor. 2008 zog es den in Berlin-Köpenick ansässigen dreifachen Familienvater auch noch zum 1. FC Magdeburg, wo er 13 Spiele absolvierte und drei Tore erzielte. Im Oktober 2005 stoppte ein Kreuzbandriss zeitweilig Baumis Karriere.

„Phänomen“ Baumgart - Abschied mit 38 Jahren

Von 2008 bis 2009 stürmte der Rostocker noch für Oberligist SV Germania Schöneiche (15 Spiele/3 Tore). Seine sportliche Laufbahn endete 2010 beim brandenburgischen Landesklasse-Aufsteiger  SV 1919 Woltersdorf mit 38 Jahren. In 225 Bundesliga-Spielen schoss Baumgart 29 Tore. In der 2. Bundesliga spielte er insgesamt 142 Mal und erzielte dabei 36 Tore.

Die „BILD“ schrieb am Ende seiner Karriere: „Er ist ein Phänomen. Steffen Baumgart spielte für Hansa, Wolfsburg, Union Berlin, Cottbus und Magdeburg – und bei keinem Klub wird man nur ansatzweise etwas Negatives über ihn hören. Grund: Sein Einsatz stimmte immer, egal ob er 90 oder 9 Minuten stürmte.“

Am 31. März 2009 wurde Steffen Baumgart als neuer Trainer des 1. FC Magdeburg vorgestellt, nachdem unter Vorgänger Paul Linz das angestrebte Saisonziel des FCM, der Aufstieg in die 3. Liga, aufgrund eines zu großen Abstandes auf Spitzenreiter Holstein Kiel in weite Ferne gerückt war.

Seinen ersten Erfolg als Trainer errang Steffen Baumgart mit dem Landespokalsieg 2009 durch ein 1:0 im Finale gegen den HFC. Von 2009 bis 2010 arbeitete er in Magdeburg sowohl mit dem heutigen Hansa-Vorstandsvorsitzenden Bernd Hofmann (übrigens wie schon bei Union) als auch mit dem heutigen Nachwuchs-Torwarttrainer Jo Stock schon zusammen.

Am Rande des Sports ist Steffen Baumgart seit einigen Jahren Jungunternehmer für verschiedene innovative Projekte (erneuerbare Energie/Bio-Dünger). In seiner vereinslosen Zeit trainierte Baumgart mit Uwe Fuchs auch schon einmal die Fußballer der Spielergewerkschaft VDV, der er bis heute angehört.

In seiner Freizeit leitete Baumgart bislang außerdem auch noch dreimal in der Woche das Training der C-Jugend seines Sohnes Nick (13) in Berlin-Köpenick . „Was mir immer am meisten Freude im Fußball gemacht hat, habe ich auch heute noch: Das Zusammensein mit der Mannschaft – dieser Geist eines Kollektivs.“

Für die Carl-von-Linné-Schule in Berlin (die größte Schule für Körperbehinderte in der Hauptstadt) engagiert sich Steffen Baumgart ehrenamtlich. Wodurch unterscheidet sich der Trainer Baumgart mittlerweile vom Spieler Baumgart? „Als Spieler war ich ja nun kein Leiser und habe mit den Trainern gesprochen. Aber wenn man in dem Trainerjob ist, dann sind da sehr viele Sachen, die um den Platz herum passieren, die man jetzt erst realisieren - und auch versuchen muss, diese vernünftig einzutakten.“

Töchterchen Emila als Eislauf-Sternchen

Die sportlichen Gene hat Steffen Baumgart auch an Töchterchen Emilia (11/SC Berlin) weitergegeben. „Millie“ ist in Berlin ein Eislaufsternchen und war in den letzten Jahren bei der TV-Weihnachtsgala „Stars und Sternchen“ des Berliner Vereins dabei. Gern begleitet sie „Baumi“ aber auch in die Fußball-Stadien. Das Kinder-Trio der Baumgarts ergänzt Töchterchen Fiona (5).

Nach 14 Jahren Profifußball sagte Baumgart einmal über sich: „Wer mich spielen sieht, sieht wenig an Eleganz. Die Eleganz und ich, wir beide haben nichts gemeinsam“. Was die Zeitschrift „11 Freunde“ so kommentierte: „Steffen Baumgart ist der Gegenentwurf zu Stürmern wie Thierry Henry. Er schuftet wie ein Irrer – und auf die Frage, wie wichtig ihm Eleganz sei, erleidet er einen mehr minütigen Lachkrampf.“

Steffen Baumgart ist immer Kämpfer und Arbeiter gewesen. So ein Typ passt zu Cheftrainer Wolfgang Wolf. Als der einst Baumgart mit nach Griechenland nehmen wollte, platzte der Deal als Co.-Trainer. Diesmal hat es geklappt. Mit Baumgart hat Wolf bei Hansa nun einen Insider an seiner Seite. Wenn er über ihn spricht, hört man Hochachtung vor dem einstigen Spieler heraus.

Während Co-Trainer Michael Hartmann einst Abwehrspieler war, kann der einstige Angreifer Baumgart als zweiter Co-Trainer vielleicht den Stürmern des F.C.H noch den einen oder anderen Impuls im Mannschaftstraining geben.  „Hansa wird immer etwas Besonderes für mich sein“, so der Hanseat.





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