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Fanartikel Hits 2013

Manfred Starke



Name: Starke
Vorname: Manfred
Geburtsdatum: 21.02.1991
Spielposition: Mittelfeld (links)
Nationalität: deutsch/namibisch
Rückennummer: 17
Größe: 1,79 m
Gewicht: 81 kg
Im Verein seit: 2007
bisherige
Vereine:
D.H.P.S., FSV Bentwisch, Hansa Rostock

"Afrikaner" Manfred Starke – über den Schüleraustausch zum Profifußball

Windhoek, die Hauptstadt Namibias. Hier wurde Manfred Starke am 21. Februar 1991 geboren, nachdem sein Urgroßvater einst von Deutschland an die Südwestküste Afrikas ausgewandert war. Manfred, der sowohl die namibische als auch die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, spricht zwar auch Englisch und Afrikaans, doch sowohl in der Familie als auch in der Schule wurde immer Deutsch gesprochen. Schon als Sechsjähriger begann er, in der Schulmannschaft D.H.P.S. Fußball zu spielen. Vier Jahre später startete er parallel dazu auch noch eine Karriere in einer anderen Sportart, die ihre Wurzeln einst in Deutschland hatte: Faustball.

Mit 13 schnupperte Manfred erste Fußballluft in Deutschland

Im Jahre 2004 sollte es dann zu einschneidenden Veränderungen im Leben des Manfred Starke kommen. Der einstige DDR-Oberliga- und Nationalcoach Heinz Werner, der in den 90er Jahren auch in China tätig war und sich bis heute für die Trainer-Ausbildung hierzulande engagiert, lernte bei Vorträgen in Namibia Manfreds Eltern kennen, die in Windhoek eine Lüftungstechnik-Firma besitzen. Ex-Hansa-Coach Heinz Werner weilte u.a. auch zur Trainerausbildung in Namibia. Richard Starke, der von Anfang an auch Manfreds Trainer war, machte bei Werner seinen B-Schein. Als dann im Praxistest die Schulmannschaft vor den Augen Heinz Werners ihr Können demonstrierte, fiel dem deutschen Trainer das Talent des seinerzeit erst 13-jährigen Manfred auf. Er vermittelte ihn zunächst nach Berlin und zum 1. FC Union. 

Von Berlin an die Ostseeküste

Papa Starke erinnert sich an jene Zeit in der „AZ“ in Namibia so an den „Transfer“: „Mein Sohn ging damals im Rahmen eines Schüleraustausches nach Deutschland und spielte für Union Berlin. Er war begeistert und wollte gerne in Deutschland bleiben. Doch der Verein besaß kein Jugendinternat, wo er das Abitur hätte absolvieren können und so landete er schließlich mit einiger Unterstützung bei Hansa Rostock.“
„Unterstützer“ Heinz Werner glaubte damals an Manfred Starke und brachte den Jungen persönlich nach Rostock, wo er erfolgreich ein Probetraining absolvierte.
Da es auch Manfreds Wunsch war, hatten seine Eltern schließlich nichts dagegen, dass es ihren Sohn in die Ferne zog: In das Internat des F.C. Hansa.

Einer der besten Faustballer Namibias

Seit den C-Junioren trägt er – abgesehen von einem kurzen Abstecher zum FSV Bentwisch – nun das Hansa-Trikot. Faustball spielt er eigentlich nur noch, wenn er zweimal im Jahr in den Urlaub zu seinen Eltern fährt. Doch viel verlernt hatte er scheinbar noch nicht, denn als im Sommer 2008 die namibische U18-Nationalmannschaft im Faustball neu formiert wurde, gehörte Manfred immer noch zu den besten Faustballern seiner Altersklasse. Was darin gipfelte, dass er sogar für die U18-WM 2009 in Namibia nominiert wurde.

Der Sprung in die Profi-Elf

Heute ist Manfred Starke einer jener Spieler, die man immer wieder mit der Deutschen A-Jugendmeisterschaft 2010 in Verbindung bringen wird. Denn Manni gehörte zur Meisterelf  des damaligen A- Jugend-Trainers Michael Hartmann, die Bayer Leverkusen am 27. Juni 2010 in Leverkusen 1:0 bezwungen hatte. Torschütze war damals Lucas Albrecht.
Die Reihe jener, die den Sprung von der Junioren-Elf in die Profi-Elf geschafft haben (Kevin Müller, Ben Zolinski, Edisson Jordanov, Nils Quaschner, Tom Weilandt sowie Lucas Albrecht) hat sich damit um ein weiteres Talent erhöht.
Sein damaliger Trainer Michael Hartmann findet die Entwicklung von Manfred Stark nur logisch. „Er ist ein Spieler aus unserer Talent-Schmiede. Ich habe allen Jungs der A-Junioren und allen Spielern unserer U23 gesagt, Männer, euch steht die Zukunft offen, das Tor zu den Profis ist eng, aber jeder kann bei entsprechenden Leistungen durchgehen. Wir hatten einst Manfred zunächst zu den Amateuren geschickt, um dort Erfahrungen zu sammeln. Manfred hat diese Zeit genutzt. Er kann links in der Abwehr, auf der Halbposition und im linken Mittelfeld spielen…“
Im Klartext: In der Saison 2011/2012 erzielte der Linksfuß in zwölf Oberliga-Punktspielen bis zum 25. November 2011 in der zweiten Mannschaft fünf Tore und wurde vom Fachmagazin „Fußball-Woche“ bereits mehrfach für die Elf des Tages nominiert.
Hartmann: „Das waren Argumente, die auch unser Trainerteam überzeugte. So durfte er seit Ende Oktober 2011 bei den Profis trainieren und hat dort auch in ersten guten Ansätzen gezeigt, dass er sich durch aus durchsetzen kann. Bei dem dünnen Kader, den wir damals hatten, bot ein möglicher Einsatz in Liga 2 an.“
Und so wurde Starke ausgerechnet am 25. November 2011 für das Spiel gegen seinen „alten Verein“ den 1. FC Union zum ersten Mal in den Kader der Profis des FC Hansa berufen. Klar, dass Manni vor diesem Spiel besonders aufgeregt war und sich am liebsten gegen diesen Gegner einen ersten Einsatz wünschte.
Manfred Starke, der seinen ersten Fußball mit sieben Jahren bekam und dessen Vorbilder Zinedine Zidane und Marc Overmarc sind, ist sichtlich zufrieden mit der eigenen Entwicklung: „Mein Weg war so mit den Trainern abgesprochen. Ich hatte mir zu Saisonbeginn das Ziel gesetzt, den Sprung zu den Profis zu schaffen. Den ersten Schritt habe ich gemacht, der zweite Schritt muss folgen. Ich bin heiß auf mehr…“


Fakt: Im abgelaufenen Spieljahr 2011/2012 kam Manfred Starke am Ende der Saison auf fünf Zweitliga-Einsätze. In der Amateurmannschaft machte er 19 Spiele, war 1640 Minuten im Einsatz und erzielte fünf Treffer.


Das war für Manni schön und gut, aber nicht gut genug. „Ich weiß, ich hatte gerade zum Saisonende in den fünf Zweitligaspielen so manche Chance, die ich habe liegen gelassen und die dem Verein und der Mannschaft sicher mehr geholfen hätte. Aber ich war noch nicht cool genug. Es war schön, vom Trainer, diese Chancen bekommen zu haben, aber ich muss einfach ruhiger spielen und kälter werden. Der Abstieg war am Ende auch für mich sehr bitter, aber ich stehe bereit, um jetzt in der 3. Liga alles besser zu machen und hoffe, an der Rückkehr in die 2. Liga mitarbeiten zu können“, so Manni, der in Rostock doch noch sein Abi gebaut hat. „Hansa hat mir viel gegeben, ich möchte nun einiges zurück geben.“ Manfreds Motto lautet schließlich „Niemals aufgeben!“ Damit sich diese Schlagzeile 2013 erfüllt: „Hansa wieder in der 2. Liga!“

Ähnlich hatte er sich zur Vertragsunterzeichnung im Sommer 2012 geäußert, die bis 2013 datiert ist: „In der vergangenen Saison konnte ich meine ersten Spiele im Profibereich absolvieren. Dafür bin ich sehr dankbar. Ich bin nun seit acht Jahren beim F.C Hansa. Während dieser Zeit hat mir der Verein unheimlich viel gegeben und nun möchte ich davon etwas zurückzahlen. Ich will meine Leistung stabilisieren und meinen Teil dazu beitragen, dass wir gemeinsam unsere Ziele in der neuen Saison erreichen.“

Trainer Wolfgang Wolf hofft darauf. „Manfred hat gute Ansätze gezeigt, aber er muss noch mehr ackern. Die Flanken und Abschlüsse müssen besser kommen. Er hat einen guten linken Schuss. Ich hoffe, er trifft in Zukunft öfter. Ich verspreche mir noch einiges von ihm.“

Das Fußballtalent liegt in der Familie Starke

Was viele nicht wissen, auch seine Schwester ist Deutsche Meisterin von 2010. Sie errang ihren Titel bei Turbine Potsdam, sie absolvierte sogar schon bei Trainerin Maren Meinert ihr erstes A-Länderspiel der U19 für Deutschland gegen Schweden. Zwar gelang der Deutsch-Namibierin (mit den zwei Pässen) auf ihrer Lieblingsposition im Sturmzentrum kein Treffer, aber sie lieferte beim lockeren 4:0-Erfolg gegen die Skandinavierinnen eine starke Leistung ab und war eine von sechs Akteurinnen, die über die volle Spieldauer zum Einsatz kamen.  Als Torjägerin der 2. Mannschaft von Turbine steht sie auf dem Sprung in die Frauen-Bundesliga.
In Namibia spielte „Sanni“  auch Faustball, in Namibia kickte sie einstweilen auch mit ihrem Bruder zusammen in einer Mannschaft. „Unsere Tochter wollte ihrem Bruder in nichts nachstehen und auch nach Deutschland, wovon ich erst überhaupt nicht begeistert war. Doch meine Frau beruhigte mich, dass sie eh nach einem Monat aufgrund des Heimwehs wiederkommen würde. Jetzt ist sie schon viele Jahre dort. Alles in allem sind wir enorm stolz auf unsere Kinder.“

Stolze und bekannte Eltern in Namibia

Übrigens, die Starkes aus Namibia sind nicht nur auf ihre beiden Kinder in Europa stolz, sondern auch auf die eigene Firma. Der Windhoeker Familienbetrieb „Starke Manufacturing & Airconditioning“ hat 2011 sein 60-jähriges Firmenjubiläum gefeiert. Zurückblickend auf die sechs Jahrzehnte sagte Firmengründer Horst Werner Starke, „es waren zu Beginn raue Zeiten“, doch die habe man überstanden und nun schaue man auf 60 erfolgreiche Jahre zurück. Ähnliches könnte Manfred Starke vielleicht bald über seine eigene Karriere sagen.
„Wir wollen Profifußballer werden und sind unseren Eltern für die Möglichkeit sehr dankbar, in Deutschland Fußball spielen zu können ", sagen die ehrgeizigen und bescheidenen Kinder mit namibischen Wurzeln.





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