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18.02.2015 14:51 Uhr

Resozialisierungsinitiative mit „Hand und Fuß“: Hansa-Nachwuchs besucht JA Neustrelitz

An diesen Tag werden sich die Beteiligten noch lange erinnern: FCH-Torwarttrainer Stefan Karow besuchte am vergangenen Montag (16.02.2015) mit einigen Keepern der Hansa-Nachwuchsakademie die JA Neustrelitz, um mit der dortigen Fußballmannschaft „FC Neustrelitz 07“ des Projektes „Anstoß für ein neues Leben“  einen gemeinsamen Trainingstag zu veranstalten.

Vor dem Kicken stand zunächst ein Rundgang auf dem großen Areal der JA an, bei dem auch ein Hafthaus angeschaut wurde. Informationen über den Anstaltsalltag bekamen die Gäste dabei von Frau Kraus, der Abteilungsleiterin  Entlassungsvorbereitung. Im Anschluss ging es schließlich zur Sporthalle, wo die „Anstoß-Mannschaft“ aus Neustrelitz schon begeistert und aufgeregt auf die Einheit mit dem Hansa-Nachwuchs wartete. Bereits nach der kurzen Ansprache von Stefan Karow, der sich das Training mit dem Sportbeamten Ingo Böttcher teilte, war klar: Die Inhaftierten konnten sich auf ein besonderes Erlebnis freuen.

Die gemischten  Trainingsteams waren schnell gefunden. Umfangreiche Koordinationsübungen sowie Trainingsstationen mit und ohne Ball hatte Karow in diesem gemeinsamen Training, das unter freiem Himmel auf einem Schotterplatz stattfand, im Angebot.

„Die Jungs sollen ja was lernen und ich habe gemerkt, sie wollen es auch“, erklärt der Torwarttrainer der Kogge, der sich nach einer Stunde des Trainings beeindruckt von der Leistung der Neustrelitzer Fußballer zeigte.

Zum Abschluss gab es ein Elf-gegen-Elf mit durchgewürfelten Mannschaften, wobei der überwiegende Teil der Insassen konditionell mit den Nachwuchskickern gut mithalten konnte. Kein Wunder: Mit zwei Trainingseinheiten pro Woche stärkt die Mannschaft des FC Neustrelitz 07 neben ihren sozialen Kompetenzen auch das fußballerische Können. Im Mittelpunkt aber dennoch Teamgeist und Fairplay und das war spürbar.

„In der Leistungsgruppe zu spielen bedeutet nicht nur, gut mit dem Ball umgehen zu können“, betont Ingo Böttcher. „Den Zugang muss man sich erst verdienen. Wer hier mitspielt, macht in der Regel eine Ausbildung bzw. arbeitet  innerhalb der Mauern und fällt im Alltag nicht negativ auf. Und das macht sich auch auf dem Platz bemerkbar“, ergänzt Steffen Bischof, Sozialarbeiter in der JA Neustrelitz.

Nach dem Spiel und gestärkt durch Kaffee und Kuchen, gab es noch eine kurze Gesprächsrunde mit allen Beteiligten, bei der die Fragen der interessierten Nachwuchstorhüter ohne Vorbehalte durch die Inhaftierten beantwortet und Vorurteile abgebaut werden konnten.

Schließlich möchte der F.C. Hansa im Zuge der Kooperation mit der Jugendanstalt Neustrelitz Prävention vorantreiben und intensiv zur Resozialisierung beitragen. Und das gelang mit dem Trainingstag bereits sehr, denn alle Teilnehmer hatten sichtlich Spaß und erlebten einen aufregenden und spannenden Tag.

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