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31.01.2008 13:50 Uhr

Erinnerungstag im deutschen Fußball

„Lasst uns nicht vergessen!“ - mit dieser Aufforderung erinnert die Deutsche Fußball Liga gemeinsam mit ihren Clubs am 18. Spieltag die Fußballfans an die Opfer der nationalsozialistischen Diktatur. Mit dem öffentlichen Erinnern an die Verfolgten und Ermordeten erweisen wir ihnen und ihren Familien Respekt und ehren sie hier im Stadion.
Aufgrund ihres Glaubens, ihrer politischen Überzeugung, ihrer Herkunft, wegen Krankheit, Behinderung oder weil sie aus anderen Gründen den damals Herrschenden nicht ins Bild passten, wurden zwischen 1933 und 1945 Millionen von Menschen in unserem Land ausgegrenzt, verfolgt, in die Emigration getrieben, grausam gequält und ermordet. Das Konzentrationslager Auschwitz steht zeichenhaft für die menschenverachtenden Verbrechen des deutschen Nationalsozialismus.

Zu den Opfern gehörten auch jüdische Sportler. Sie erkämpften für Deutschland Olympiasiege und Weltmeistertitel. Sie spielten in der deutschen Fußballnationalmannschaft wie Julius Hirsch oder, wie Árpád Weisz, in der Ungarischen.
Am 27. Januar 1945 befreite die Rote Armee die überlebenden Häftlinge des Konzentrationslagers Auschwitz.

Den befreiten Menschen wurden an diesem Tag ihr Leben und ihre Würde zurückgegeben. Viele überlebten den Tag ihrer Befreiung nicht lange.
Wer überlebte, musste das Leben in der Freiheit oft mühsam lernen. Vielfach wurden die ehemaligen Häftlinge wieder ausgegrenzt. Über das Fußballspielen in einer Mannschaft kam der eine oder andere mit der Normalität des alltäglichen Lebens wieder in Kontakt.
Ernst Grube aus München, einer, der als Kind das Konzentrationslager überlebte, sagt heute: „Für mich bedeutete das Fußballspielen im Verein, dass ich gleichberechtigt war und akzeptiert wurde. Das war für mich ein ganz neues Gefühl, weil ich Freundschaft als jüdisches Kind, und ich war ja auch ein deutsches Kind, in der Nazizeit nicht erlebt hatte.“
Jeder, der Fußball spielt und ihn liebt, versteht das. Wir wissen, dass der Fußball Menschen unterschiedlicher Herkunft, Kulturen und Religionen zusammenführt und zu Freunden machen kann. Das ist ein wertvolles Gut. Lasst uns das nicht vergessen!

Wer dieses Gut, die Würde jedes Menschen, mit rassistischen und antisemitischen Parolen und Gewaltaktionen im Stadion und in der Öffentlichkeit verletzt, muss mit dem aktiven Widerstand der Fans, ihrer Vereine und der DFL rechnen. Lasst uns daran zusammen arbeiten!

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