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19.01.2010 12:02 Uhr

Gelingt der sechste Auswärtssieg bei den Münchner Löwen?

Bereits zum 28. Mal wird der F.C. Hansa Rostock an diesem Freitag zu einem Meisterschaftsspiel gegen den TSV 1860 München antreten – gegen keine andere Mannschaft aus den alten Bundesländern spielte die Norddeutschen in der Vergangenheit so oft wie gegen die „Löwen“ aus der bayerischen Metropole.

Die bisherigen 13 Auswärtsspiele fanden übrigens in drei verschiedenen Stadien statt und jede dieser Festungen konnten die Hanseaten schon mindestens einmal einnehmen. Insgesamt wurden bei den Sechzigern bislang fünf Siege eingefahren – das ist die zweitbeste Auswärtsbilanz seit der Zugehörigkeit zum Deutschen Fußball-Bund (DFB). Nur die Bilanz der Auswärtsspiele in Bochum liest sich noch besser: Hier gewannen die Hanseaten sechsmal.

Der erste volle Erfolg in München gelang gleich im ersten Versuch, wenn auch mit Verzögerung. Die geplante Montags-Partie des ersten Rückrunden-Spieltages der Saison 1993/94 fiel witterungsbedingt aus und wurde erst am Donnerstag, 24. März 1994, im Stadion an der Grünwalder Straße nachgeholt.

Dabei hatten Marco Küntzel (69.) und Olaf Bodden (85.) die Hanseaten bereits auf die Siegerstraße gebracht, bevor Niels Schlotterbeck (89.) für die Münchner noch zum 1:2-Endstand verkürzte. Trotz ihrer beiden Niederlagen gegen den F.C. Hansa (das Hinspiel endete sogar 4:0 für den FCH) schaffte der TSV 1860 München den direkten Durchmarsch von der Bayernliga bis in die höchste Spielklasse, wo es nach dem Hansa-Aufstieg zwölf Monate später in neun aufeinander folgenden Jahren Bundesliga-Duelle mit den Münchner „Löwen“ gab.

Die neun Auswärtsspiele der Hanseaten in dieser Erstliga-Periode fanden im Olympiastadion statt, wo es im ersten Vergleich zunächst eine Punkteteilung gab. Olaf Bodden, der inzwischen in München unter Vertrag stand, erzielte nach Vorarbeit des späteren Hanseaten René Rydlewicz das Führungstor der Gastgeber (37.). Doch Stefan Studer (89.) gelang kurz vor dem Ende der Partie noch das 1:1.

Den ersten Erstliga-Sieg der Hanseaten bei den Sechzigern gab es am 22. August 1997 zu feiern, als das goldene Tor von Martin Groth trotz klarer Chancenvorteile erst in der 86. Spielminute fiel. Allerdings mussten die Münchner auch fast eine Stunde lang in Unterzahl spielen, nachdem ihr heutiger Sportdirektor Miroslav Stevic die Gelb-Rote Karte gesehen hatte.

Vom bislang spektakulärsten Auswärtsspiel beim TSV 1860 dagegen kehrten die Rostocker mit leeren Händen heim. Trotz der großen Show des Magnus Arvidsson, der zwei Tore selbst erzielte und den Treffer vom Marcus Lantz vorbereitete, verloren die Mecklenburger am 4. März 2000 knapp mit 3:4 Toren. Der Grund hieß Martin Max, der gleich dreimal gegen seinen späteren Arbeitgeber traf, bevor Thomas Häßler noch einen Foulelfmeter verwandelte.

Erfolgreicher waren die Hanseaten dann wieder bei ihren letzten beiden Duellen mit den „Löwen“ im Olympiastadion, die erneut mit Auswärtssiegen gekrönt wurden. Am Mittwoch, 14. August 2002, an dem die Partie des ersten Spieltages wegen einer Leichtathletik-Veranstaltung nachgeholt werden musste, sorgten Marco Vorbeck (44.) und Marcus Lantz (54.) für den verdienten 2:0-Erfolg der Rostocker, die ihren höchsten Auswärtssieg in München 16 Monate später feiern sollten. Am 6. Dezember 2003 triumphierten sie mit 4:1, obwohl sie durch Markus Weissenberger bereits nach drei Minuten mit 0:1 zurück lagen. Doch mit René Rydlewicz (8.) und Martin Max (17.) drehten ausgerechnet zwei Ex-Löwen den Spieß relativ schnell wieder um. Zum vorentscheidenden dritten Treffer von Thomas Schultz (67.), der später als Rasmussen in die Hansa-Annalen eingehen sollte, leistete Martin Max die Vorarbeit, bevor er den Schlusspunkt wieder selbst setzte (80.).

Ein halbes Jahr später mussten die Münchner absteigen und so trafen beide Mannschaften erst in der Zweitliga-Saison 2005/06 wieder aufeinander. Am 12. August 2005 waren die Hanseaten beim allerersten Heimspiel der „Löwen“ in der neuen Allianz-Arena zu Gast, wo die 1:4-Niederlage gleichzeitig der letzte Arbeitstag von Trainer Jörg Berger war.

Knapp zwei Jahre später sah die Welt unter Nachfolger Frank Pagelsdorf aber schon wieder ganz anders aus. Der 13. Mai 2007 war der vorletzte Spieltag der Aufstiegssaison, an dem die Rostocker mit ihrem 2:1-Auswärtssieg in München den zweiten Tabellenplatz festigten. Christian Rahn (10.) und Enrico Kern (23.) hatten für eine schnelle 2:0-Führung gesorgt, doch nach Göktans Anschlusstreffer (78.) wurde es am Ende noch einmal spannend. Die Hanseaten stiegen mit dem anschließenden 3:1-Heimsieg über Unterhaching bekanntlich auf und so dauerte es erneut zwei Jahre bis zum nächsten Gastspiel des F.C. Hansa beim TSV 1860 München.

Um ein Haar hätte es am 8. Mai 2009 den zweiten Erfolg in der Allianz-Arena und den insgesamt sechste Auswärtssieg bei den „Löwen“ gegeben. Nach zwei Toren von Enrico Kern (34., 85.) und einem von Mario Fillinger (45.) führte der F.C. Hansa bis in die Nachspielzeit hinein mit 3:2 Toren, bevor ein direkt verwandelter Freistoß von Sascha Rösler doch noch für das 3:3-Unentschieden sorgte. So müssen die Hanseaten am Freitag von 18.00 Uhr an einen weiteren Anlauf nehmen, um das halbe Dutzend Siege vollzumachen.

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