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07.01.2008 13:54 Uhr

A-Jugendtrainer Gerald Dobritz Herbstmeister ist kein Titel!

Die A-Junioren des F.C. Hansa Rostock sind die große Überraschung des Fußballjahres 2007/2008: In der Bundesliga Nord/Nordost grüßen sie in der Winterpause als Herbstmeister. Glückwunsch an die Trainer Gerald Dorbritz und Torsten Pinkohs. Ihr Team führt nach 13 Spieltagen mit acht Siegen, drei Remis und zwei Niederlagen sowie 27 Punkten und einem Torverhältnis von 33:16 vor dem VfL Wolfsburg, Eintracht Braunschweig und Werder Bremen sowie Hertha BSC und dem HSV. Nach dieser schönen Momentaufnahme sprachen wir mit A-Junioren-Trainer Gerald Dorbritz über die erste Hälfte des abgelaufenen Spieljahres. Vor dem ersten Training im Jahre 2008 am Montag, den 7. Januar stand uns der Fußball-Lehrer Rede und Wort.

 

Herr Dobritz, herzlichen Glückwunsch zur Herbst-Meisterschaft. Wie bewerten Sie diese Momentaufnahme?
Gerald Dorbritz: Danke. Ja, es ist eine Momentaufnahme. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Es ist eine Zwischenbilanz, ohne Titel. Ein Muster ohne Wert. Entscheidend wird sein, wie wir nun in die Rückrunde starten, wenn es am 12. Februar 2008 gegen Eintracht Braunschweig geht.

 

Hinter Werder Bremen (35 Tore) hat der F.C. Hansa immerhin 33 Treffer erzielt. Wie haben Sie das erreicht?
Gerald Dorbritz: Wir haben uns in der Hinrunde tatsächlich viele Chancen erarbeitet, dies hat auch zu vielen Toren geführt. In engen Spielen wie gegen Hertha, Wolfsburg und Magdeburg hat uns dies dann auch vorwärts und zum Erfolg gebracht.

 

Wer ist für den Tore-Boom vor allem verantwortlich, wer erzielte innerhalb der Mannschaft die meisten Treffer?
Gerald Dorbritz: Max Kremer war diesbezüglich mit 10 Toren schon eine Tor-Garantie. Leider hat der Junge seit einiger Zeit Knieprobleme, die noch nicht geklärt sind. Ich hoffe, er kann uns schnell weiter helfen. Auch Patrick Kühn hat nach einigen Verletzungssorgen und fünf Treffern zugelegt. Ansonsten hat sich die gesamte Mannschaft an den Torerfolgen beteiligt.

 

Felix Kroos rückt jetzt mit 13 Toren in der B-Jugend in die A-Jugend auf. Was erwarten Sie von ihm?
Gerald Dorbritz: Felix hat seit dem HSV-Spiel bei uns reingeschnuppert und schon zwei Treffer gemacht. Es geht bei uns härter und schneller als in der B-Jugend zur Sache. Das merkt er schon. Aber ich erwarte schon eine Menge von ihm.

 

Wie Wolfsburg, der HSV und Erfurt kassierte die Mannschaft mit 16 Treffern die wenigsten Gegentore. Wie kam es zu dieser Geschlossenheit in der Abwehr?
Gerald Dorbritz: Mit Gusche, Schumski, Zittlau und mit Abstrichen Pittwehn haben wir hier eine gute Abwehr zusammen. Was nicht bedeutet, dass sich die Jungs auch noch steigern können. Man muss aber auch sagen, dass mit Schenk im Tor ein Keeper zwischen den Pfosten stand, der sich stark verbessert hat, ohne schon an seinen Grenzen angekommen zu sein. Aber man merkt, er spielt ruhiger und ist sicherer geworden. Ich hoffe, dieser Trend setzt sich fort.

 

Am ersten Trainingstag wird Stephan Gusche fehlen, er reiste am 4. Januar mit der DFB-Auswahl von Heiko Herrlich nach Katar zu einem Lehrgang der Jugendnationalmannschaft. Wie beurteilen Sie Stephans Leistungen?
Gerald Dorbritz: Stefan ist der Kopf der Abwehr. Er ist ein guter Innenverteidiger mit einem guten Kopfballspiel in der Defensive. Bei hohen Bällen ist er in unserem Strafraum eine sichere Bank. Aber auch hier sage ich, es geht noch besser. Im Spielaufbau hat Stefan sicherlich noch Reserven. Er muss Situationen da noch besser erkennen, schneller nach vorn spielen und in der Offensive seine Größe nutzen. So ist ihm bislang leider auch trotz seiner Größe noch kein Tor gelungen.

 

Was hat der Junge für ein Charakter?
Gerald Dorbritz: Er ist sehr ruhig, fast zu ruhig. Aber er hat ein ordentliches Auftreten. Ich hatte ihn schon in Duisburg beim Länderpokal Heiko Herrlich ans Herz gelegt. Leider konnte er aus Verletzungsgründen damals nicht dabei sein. Aber Herrlich hatte ihn schon auf dem Zettel, ihn dann nach Leverkusen zu einem Lehrgang eingeladen und mittlerweile für die Reise nach Katar nominiert. Ganz klar, das ist Lohn seiner Anstrengungen und wir als F.C. Hansa und Trainer freuen wir uns natürlich sehr, wenn wir wieder einen Spieler dem DFB für Auswahlaufgaben anbieten können. Ich habe die Mannschaft von Herrlich schon gesehen und bin der Meinung Stephan kann ihr helfen, sie ist in der Abwehr nicht so sattelfest. In erster Linie freuen wir uns aber auch, wenn wir Jungs individuell so aufbauen, dass wir sie vielleicht in den nächsten Jahren in unserer Profimannschaft wieder finden werden.

 

Auffällig in der Bilanz der Mannschaft ist die Serie von zehn Spielen ohne Niederlage, die erst am letzten Spieltag durch ein 1:3 in Bremen gestoppt wurde: Wie erklären Sie sich das?
Gerald Dorbritz: So eine Serie ist Ausdruck von Leistungsstabilität. Das hat mich in der Tat erfreut, zu mal wir uns gegen so genannte große Mannschaft durchsetzen konnten und uns nun den ersten Platz mit Wolfsburg teilen.
Wir haben uns einfach von Spiel zu Spiel gefestigt und wir haben weniger Schwächen als im vorigen Jahr gezeigt.

 

Mit Tobias Jänicke haben Sie schon einen Spieler zu den Amateuren delegiert, der sogar schon 14 Tage bei den Profis mittrainierte. Überwiegt das Stolz oder Verlust?
Gerald Dorbritz: Klar ist man froh, wenn man einen solchen Jungen wie Tobi nach vorn bzw. nach oben bringt. Er wird sicherlich noch einige Spiele bei uns machen, wenn es der Spielplan erlaubt. Aber auch er hat noch Reserven. Er könnte bei uns im zentralen Mittelfeld bei seiner Schnelligkeit noch aktiver werden, mehr Chancen rausarbeiten und Tore machen. In Zukunft wird er in der Amateurelf sicherlich auch wieder öfter eingesetzt. Sein bestes Saisonspiel hat er zweifelsfrei beim 4:4 der Amateure gegen TeBe gemacht, wo ihm auch Tore gelungen sind.

Sie begannen mit zwölf neuen Spielern. Wie haben Sie die Geschlossenheit hergestellt?
Gerald Dorbritz: Na ja, die Jungs kennen sich eigentlich aus den unteren Altersklassen schon. So erklärt sich dann auch eine gewisse Harmonie.

 

Was erwarten  Sie jetzt von der Rückrunde im Frühjahr?
Gerald Dorbritz: Die Leistungsstabilität, die wir bisher gezeigt haben. Wobei ich nicht so vermessen bin, vom Titel zu reden. Wie gesagt, alles ist eine Momentaufnahme und erreicht ist noch nichts. Aber über diese positive Tendenz freue ich mich natürlich. Aber ich bleibe schön kritisch. Von Lobhudelei halte ich gar nichts. Ich bin Realist.

 

Wird es innerhalb der Mannschaft noch Veränderungen geben?
Gerald Dorbritz: Nein.

 

Wie und wann geht es jetzt mit der Truppe weiter?
Gerald Dorbritz: Am Montag, dem 7. Januar 2008 beginnen wir mit dem ersten Training. Da die Jungs zur Arbeit und zur Schule gehen, werden wir zu Hause unsere Vorbereitung machen, ehe wir dann am 12. Februar gegen Braunschweig beginnen.

 

Mit Michael Hartmann haben Sie zum Jahresanfang einen dritten Trainer als Hospitant im Team. Hilft so ein erfahrener Spieler und Ex-Profi in einer Mannschaft, die als Jungbrunnen des Vereins gilt?
Gerald Dorbritz: Ein  solcher ehemaliger Spieler ist für jede Mannschaft ein Gewinn. Hardy wird sich sicherlich wie schon bei der B-Jugend gut bei uns einbringen. Er wird viele praktische Hinweise geben können und so den Jungs helfen sich weiter zu entwickeln.

 

Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg in der Rückrunde

 

 

 


 

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