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15.05.2006 10:19 Uhr

Abschied der Dinos von Hansa

Es ist wie in jedem Jahr. Das Ende der Saison ist oft auch immer mit einem Abschiedsschmerz verbunden. Nach dieser Saison sogar mit etwas mehr Wehmut, denn mit Magnus Arvidsson, Ronny Maul, Toni Di Salvo und Rade Prica  gehen gleich vier „Hansa-Dinos“. Es sind vier Langzeitprofis des F.C. Hansa Rostock, Publikums-Lieblinge und jahrelang ehrliche Arbeiter der Hanseaten.

Beispiel Magnus Arvidsson (33). Der „alte Schwede“ kam 1999 als zweiter Skandinavier nach Peter Wibrån an die Küste. Magnus dribbelte sich in die Herzen der Fans. Magnus bestritt am 15. August 1999 im Berliner Olympia-Stadion sein erstes Bundesliga-Spiel. Hertha BSC gewann zwar gegen Rostock 5:2. Magnus wurde auch erst in der 54. Minute für Kreso Kovacec eingewechselt. Aber der Schwede machte mit einem Rechtsschuss zum 4:2 in der 68. Minute auch gleich seinen ersten Bundesliga-Treffer! Am 6. März 2004 erzielte der schwedische Stürmer mit einem Rechtsschuss zum 2:0 in der 19. Minute gegen den Hamburger SV (3:0) im Ostseestadion das 23. Tor seiner Karriere für die Hanseaten. Damit wiederum war Magnus vor Steffen Baumgart und Oliver Neuville (je 22 Treffer) endlich alleiniger Rekordler des F.C. Hansa Rostock in der Bundesliga.
Bis zum Abstieg der Hanseaten 2005 erzielte er in 155 Bundesligaspielen 27 Tore, womit er der Rekordtorschütze von Hansa in der deutschen Eliteliga ist. Magnus Arvidsson wird Fußball-Zweitligist Hansa Rostock nun nach sieben Jahren verlassen. Den 33- jährigen schwedischen Angreifer zieht es zurück in die Heimat, seine Karriere will Magnus bei Halmstadt BK beenden.
Beispiel Antonio Di Salvo (26). Er zählte wie Magnus Arvidsson (1999) sowie Kapitän René Rydlewicz (2000) nach fünf Jahren an der Ostsee zu den dienstältesten Spielern beim F.C. Hansa. Im Sommer 2001 kam der Paderborner mit italienischem Pass vom FC Bayern München. Dort hatte er bei sechs Einwechslungen bereits Bundesliga-Luft geschnuppert, um dann in Rostock 94-mal im deutschen Oberhaus an den Start zu gehen. 17 Tore erzielte er, in der letzten Spielzeit musste Toni mit den Ostseestädtern den bitteren Gang in die Zweite Liga antreten.
Beispiel Ronny Maul (33). Im Sommer 2001 kam Ronny nach Rostock. Der zweifache deutsche Nationalspieler war in fünf Jahre ein Muster an Zuverlässigkeit und für jeden Spieler auf der linken Seite der Hansa-Mannschaft immer eine Alternative. Heute sagt der Thüringer über sich: „Es war für mich damals nach der Hamburger Zeit, wo es für mich sehr schlecht lief, optimal, mich gleich wieder beweisen in Rostock zu können. Ich habe immer versucht, meine Leistung zu bringen, hätte mir natürlich gewünscht, ein Tor zu erzielen, aber es ist eben so, "Fußballspielen und Singen kann man nicht erzwingen" und so war es bei mir und dem Tor. Der Verein liegt mir am Herzen, sonst wäre ich nicht fünf Jahre dabei gewesen.“ „Mauli“ hat noch keinen neuen Verein. „Ich traue mir durchaus noch zu, zwei Jahre Spaß am Fußball zu haben und auf hohem Niveau zu spielen, bis ich vielleicht mal in einen Trainerjob wechsele…“
Beispiel Rade Prica (25). Der Schwede kam vor vier Jahren  mit 21 Jahren aus Helsingborg und unterschrieb damals einen Vierjahresvertrag. Der Stürmer ist bis heute mit ca. 2,2 Millionen Euro der teuerste Stürmer der je beim F.C. Hansa spielte. Rade hat dieses Geld mit Toren und Leidenschaft durchaus auch zurückgezahlt.
Allerdings: Nicht jeder hat ihn bis heute geliebt, aber alle haben ihn immer für seine Kampfkraft bewundert. Ein Prica ging jedenfalls stets mit einem schmutzigen Trikot vom Platz. Und: was kaum einer wusste: Oft spielte er mit Spritzen, weil er immer glaubte, gebraucht zu werden, und dem Verein helfen zu müssen. Rade Prica hatte schon im März 2006 den F.C. Hansa informiert, dass er seinen zum Saisonende auslaufenden Vertrag nicht verlängern wird und einen Dreijahresvertrag beim dänischen Erstligisten Aalborg BK unterschreiben wird. Rade heute: „Ich habe lange darüber nachgedacht und die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen. Aber ich brauche einen Neuanfang. Ich bin nicht zufrieden mit den Leistungen, die ich hier gezeigt habe. Ich weiß, dass ich viel mehr kann. Ich weiß nicht, woran es liegt, dass es bei Hansa nicht so geklappt hat. „Vielleicht hilft mir da auch mein Wechsel, in Aalborg wird viel mit Mentaltrainern gearbeitet…“
Beispiel Carsten Busch (25). Seit 1998 gehörte er zum F.C. Hansa. Aber der Torhüter schaffte es nie, sich im Schatten von Mathias Schober und Daniel Klewer bzw. Axel Keller als Nummer 1 oder 2 in den Vordergrund zu spielen. Seine Erfolgserlebnisse musste sich Carsten immer in der Amateurmannschaft suchen. Für die neue Saison erhielt Carsten Busch keinen neuen Vertrag vom Verein.
Ähnlich ging es dem Ungarn Zsolt Löw (27/Energie Cottbus) und dem Brasilianers Flavio Faroni (24/Osnabrück). Beide Spieler hatten für die Saison 2005/2006 lediglich Einjahresverträge abgeschlossen. Diese sind jetzt abgelaufen. Spiele im Zweitliga-Team blieben bei Cheftrainer Frank Pagelsdorf Episoden. Beide suchen jetzt neue Vereine.

Nach dem Dresdenspiel wurde bekannt, dass auch Dennis Lapaczinski den Verein verlässt und keinen neuen Vertrag beim FC Hansa erhält.

Der F.C. Hansa Rostock bedankt sich bei allen Profis, die in den letzten Jahren das Trikot des Vereins trugen und wünscht ihnen für die Zukunft alles Gute.

 

 


 

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