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02.07.2007 10:59 Uhr

Addy-Waku Menga: Mit dem Ball ins Bett…

Nach Erledigung letzter Formalitäten ist die Verpflichtung von Stürmer Addy-Waku Menga jetzt perfekt. Der 23-jährige Kongolese hat beim F.C. Hansa Rostock einen Vertrag bis zum 30.06.2010 unterschrieben, der für die 1. und 2. Liga gültig ist. In der abgelaufenen Regionalliga-Saison erzielte Menga (1,77 m, 79 kg) für Zweitligaaufsteiger VfL Osnabrück 15 Tore. Die Hoffnungen des Afrikaners sind weitaus größer. Vor dem ersten Training am 1. Juli 2007 traf Hansa-Online den neuen Stürmer zum Interview.

Addy, woher stammt eigentlich Ihr Name?
Addy Menga: Ich heiße eigentlich ja Ardiles-Waku Menga. Mein Vater Malens ist ein großer Fußball-Fan und hat mich damals nach dem argentinischen Weltmeister Ardiles benannt. Mein Bruder Edda wurde nach einem Brasilianer benannt. Mein Bruder Tardelli nach einem italienischen Weltmeister. Nur unser jüngster Bruder Christian, der in Deutschland geboren wurde, hat mit Christian einen „normalen“ Namen. Ich bin der älteste der Kinder, danach kommen meine Schwester Marietta und dann eben die Brüder.

Wie kam Ihre Familie aus dem Kongo (früher Zaire) eigentlich nach Deutschland?
Addy Menga: Vater lebte ja schon in Deutschland. Als ich 16 Jahre war, kam ich mit meiner Mutter Jeanne und den Geschwistern nach Niedersachsen, genauer nach Venne bei Osnabrück. Von dort kam ich ja dann direkt zum VfL.

Mit welchen Gefühlen erlebten Sie die Vertragsunterschrift bei Hansa?
Addy Menga: Ich bin stolz, glücklich und erleichtert, dass alles über die Bühne ist. Jetzt freue ich mich auf eine neue große Herausforderung. Ich bin happy.

Vorausgesetzt Sie schaffen den Sprung zum Stammspieler, wäre Ihr erstes Bundesliga-Spiel in München, gegen Bayern, gegen Klose, Ribery, und Toni?
Addy Menga: Na ja, ich muss erst einmal den Verein, die Jungs, die Mannschaft kennen lernen. Natürlich will ich in diese Mannschaft, viele Spiele machen. Dafür muss ich einiges tun. Aber es ist in der Tat völlig irre, wenn ich mein erstes Bundesliga-Spiel in der Allianz-Arena für Hansa gegen Bayern machen würde. Da lohnt es sich, zu schwitzen.

Sie sind mit dem VfL Osnabrück aufgestiegen. Haben Sie sich gut erholt?
Addy Menga: Ich hatte drei Wochen Pause, war mit meiner Freundin Dany in Ägypten, in Hurghada. Jetzt bin ich ausgeruht. Am Freitag nach der Vertragsunterschrift war ich für mich schon in Rostock laufen, man will sich ja nicht blamieren am ersten Tag. Mit meiner Freundin, die ich Freitagabend vom Bahnhof abholte, habe ich mir auch schon die Stadt angeschaut.

Was wussten Sie von Hansa?
Addy Menga: Also ich kannte ja schon Frank Pagelsdorf und Marcel Schied persönlich, auch die ehemaligen Hansa-Spieler Gledson und Faroni aus Brasilien. Bei denen hatte ich mich schon informiert. Ich habe auch einmal mit Osnabrück ein Freundschaftsspiel im Ostseestadion gemacht.

Apropos Trainer Pagelsdorf. Er hat Sie zum Zweitliga-Spieler in Osnabrück gemacht…?
Addy Menga: Richtig. Ich bin damals unter Trainer Jürgen Gelsdorf aufgestiegen. Unter Frank Pagelsdorf kam ich in die 2. Bundesliga, machte zwölf Spiele. Ich war schon damals sehr stolz, dies geschafft zu haben. Nun geht es noch eine Kategorie höher. Jetzt ist für mich der Traum eines jeden Jungen in Erfüllung gegangen….

Wann wurde der Kontakt zu Herrn Pagelsdorf intensiviert?
Addy Menga: Über meinen Berater Angelo Vier erfuhr ich schon vor einiger Zeit, dass der Trainer mich möchte. Dafür habe ich am Ende interessante Anfragen von Aachen, Gladbach, Köln und Bochum weggelassen.

Sie sprechen perfekt deutsch?
Addy Menga: Ja, aber die Sprache ist ja auch wichtig, um hier zu bestehen.

Ihr Trainer „Pele“ Wollitz lobt Sie in höchsten Tönen…?
Addy Menga: Das habe ich auch im „kicker“ gelesen. Das ist toll. Herr Wollitz ist aber auch ein toller Mensch und Trainer und gab mir alle Möglichkeiten, mich gut zu entwickeln. Er hat mich wunderbar motiviert. Dafür möchte ich ihm herzlich danken. Aber auch meine Kollegen Markus Feldhoff und Thomas Reichenberger trugen dazu bei, dass ich mich in Osnabrück so gut entwickeln konnte.

Mit Victor Agali, Jonathan Akpoborie, Yasser und Emara hat Hansa mit afrikanischen Fußballern gute Erfahrungen gemacht. Beflügelt das?
Addy Menga: Es beflügelt und spornt an, es denen gleich zu machen. Ich bin bereit!

Haben Sie auch schon für den Kongo gespielt?
Addy Menga: Nein, offizielle Spiele habe ich da nicht gemacht. Aber ich rücke durch die Bundesliga sicherlich mehr in den Focus der Heimat. Da geht noch was…

Wann haben Sie Ihren ersten Ball bekommen?
Addy Menga: Meine Eltern haben ihn mir damals geschenkt als ich ein kleines Kind war. Ich habe ihn bis in mein Bett mitgenommen, ihn über all hingeschleppt. Es war mein Juwel. Gespielt wurde anfangs in Straßenschuhen. Bei Amis-Luanga in der 3. Liga habe ich dann auch in Fußballschuhen gespielt. Aber von Hause aus bin ich ein richtiger Straßenfußballer, wie es viele bei uns im Lande gibt.

Ihr Salto nach Toren ist schon sehr bekannt. Wo haben Sie ihn gelernt?
Addy Menga: Zu Hause in Afrika haben wir viel geturnt. So kam es. Aber ehrlich, langsam wird es mir zu gefährlich. Auch wenn ihn mir niemand von den Trainern bisher verboten hat, ich lasse ihn erst einmal aus Angst vor Verletzungen weg. Vielleicht spare ich ihn mir auch für die Bundesliga auf.

Vielen Dank für dieses Gespräch und viel Glück im Verein.

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