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04.03.2010 09:40 Uhr

Alexander Walke: „Chancen erspielen, Tore schießen und nichts zulassen“

Vor dem wichtigen Heimspiel an diesem Freitag (18.00 Uhr) gegen Rot Weiss Ahlen traf sich Hansa-Online zu einem kurzen Interview mit Torhüter Alexander Walke.

Hansa-Online: Zu Beginn gleich die wichtigste Frage: Warum wird Hansa Rostock die Klasse halten können?

Alexander Walke: Weil wir auf jeden Fall stark genug sind, das zu schaffen. Und weil Hansa Rostock, meiner Meinung nach, mindestens in die 2. Liga gehört.

Hansa-Online: Aus den letzten sieben Partien hat Hansa nicht einen Sieg geholt. Im Spiel gegen Fürth ist die Mannschaft dennoch selbstbewusst aufgetreten. Seid ihr auf dem „Weg der Besserung“?

Alexander Walke: Der „Weg der Besserung“ muss kommen. Wir wissen, was wir können. Nun geht es darum, das auch umzusetzen. Der neue Trainer, Thomas Finck, versucht, das in unsere Köpfe zu bekommen. Das Spiel in Fürth war zwar nicht erfolgreich, doch rein von der Spielanlage her, war es ein Schritt nach vorn.

Hansa-Online: In der vergangenen Saison hast Du mit dem SV Wehen Wiesbaden eine vergleichbare Situation erlebt. Gehst Du aufgrund dieser Erfahrung jetzt anders damit um?

Alexander Walke: Es ist für jeden eine Enttäuschung, mit seinem Verein abzusteigen. Ich hatte das Pech, genau das mit Wehen zu durchleben. Das war neu für mich. Ich versuche jetzt schon, mehr Einfluss zu nehmen. Ich denke, ich weiß deshalb, besser mit der Situation umzugehen. Das versuche ich nun, auf meine Teamkollegen zu übertragen.

Hansa-Online: Das Spiel gegen 1860 München mal ausgenommen, gab es in der Rückrunde eigentlich immer knappe Entscheidungen. Habt ihr euch da etwas vorzuwerfen oder fehlte hin und wieder einfach nur das nötige Glück?

Alexander Walke: Klar, haben wir uns auch etwas vorzuwerfen. Es war ja nie so, dass uns der Gegner an die Wand gespielt hat. Wir haben einfach die entscheidenden Fehler in den entscheidenden Momenten gemacht. Das müssen wir uns vorwerfen.

Hansa-Online: In der laufenden Rückrunde traf keine Mannschaft weniger ins gegnerische Tor als der F.C. Hansa. In der Position des Torwarts kannst Du darauf keinen Einfluss nehmen. Wie versuchst Du trotzdem, die Mannschaft zu motivieren?

Alexander Walke: Unter anderem beim Torschusstraining – da sage ich auch immer, dass die knallhart sein und mir die Bälle um die Ohren schießen müssen. Nur, im Training kann das klappen wie man will, im Endeffekt musst du das im Spiel machen. Genau, da müssen wir hin. Wenn wir nicht aus einer Chance das Tor machen, müssen wir es eben aus zehn Chancen machen.

Hansa-Online: Im Sommer 2007 hast Du dir bei einem Autounfall den Rücken verletzt, daraufhin die ersten zehn Spiele beim SC Freiburg verpasst und später sogar deinen Stammplatz verloren. Wie hat dich diese Erfahrung als Mensch und Spieler beeinflusst?

Alexander Walke: Das war schon eine harte Nummer für mich. Nach dem Unfall wusste auch keiner, ob ich je wieder Fußball spielen kann oder nicht. Ich hatte einfach das Quäntchen Glück bei mir. Man weiß, sein Leben ein bisschen mehr zu schätzen, wenn man so haarscharf daran vorbeischrammt. Die Situation in Freiburg war auch sehr schwierig für mich. Aber ich denke, ich habe das Beste daraus gemacht.

Hansa Online: Am Freitag ist Rot Weiss Ahlen zu Gast. Ist es ein wegweisendes Spiel für den Verein?

Alexander Walke: Ja, wir sind in der Tabelle unten mitten drin. Entscheidend ist, dass wir das Spiel gewinnen. Wie, ist mit egal. Ob mit vier Gegentoren und sechs Treffern, mit einem 1:0 in der 90. Minute, völlig egal. Wir müssen dieses Spiel gewinnen. Das ist wichtig für uns, und ich bin überzeugt, dass wir das auch schaffen.

Hansa-Online: In ihren vergangenen fünf Spielen konnte sich die Ahlener dreimal als Sieger feiern. Was muss Hansa tun, um gegen sie drei Punkte zu holen?

Alexander Walke: Uns unsere Chancen erspielen, Tore schießen und hinten nichts zulassen.

Hansa-Online: In Zeiten, in denen jedes Spiel enorm wichtig ist, wie versucht man, als Spieler seinen Kopf frei zu halten?

Alexander Walke: Jeder von uns muss sich mit der Situation beschäftigen und wissen, worauf es ankommt. Denn ganz frei und blauäugig in das Spiel zu gehen, ist auch nicht das Richtige. Jeder soll sich damit beschäftigen, sich nicht zu sehr unter Druck setzen. Dennoch ist ein bisschen Druck auch nicht schlecht. Man muss sich den Kopf frei halten, ins Spiel gehen und das umsetzen, was der Trainer uns vorgeben hat. Das ist das Einzige, was zählt.

Hansa-Online: Sucht man sich auch ganz bewusst seine Rückzugsmöglichkeiten?

Alexander Walke: Wenn ich nach Hause komme, herrscht sowie so eine ganz andere Welt. Durch meine Kinder brauche ich keine anderen Rückzugsmöglichkeiten.

Hansa-Online: Also spielt die Familie da die größte Rolle?

Alexander Walke: Ja, sicherlich. Und gerade nach einem Spiel oder dem Training.

 

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