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13.01.2012 00:05 Uhr

Alles Gute zum Geburtstag Stefan 'Paule' Beinlich

Die Zukunft hat viele Namen sagte einmal Victor Hugo: „Für Schwache ist sie das Unerreichbare, für die Furchtsamen das Unbekannte, für die Mutigen die Chance.“ Wenn Hansa-Manager Stefan Beinlich auf sein Leben zurück blickt, kann der dreifache Familienvater zum 40. Geburtstag sagen: „Ich war ein Mutiger.“ Der fünffache deutsche Fußball-Nationalspieler hat sich als Profi und Manager immerhin einen guten Namen gemacht. Das Geburtstags-Interview mit „Paule“ Beinlich der nun 40 Lenze zählt.

fc-hansa.de: „Paule“, 40. Jahre, bekommt man da Angst vor dem älter werden?
Stefan Beinlich: Nein, ich hatte schon bei 20, 25, 30, 35 Jahren keine Angst. Also habe ich auch vor dem 40. Geburtstag keine Angst, obwohl man in diesem Alter gewissermaßen so eine Art Bergfest feiert…

fc-hansa.de: Als Fußballer sind Sie heute gewissermaßen im Herbst angekommen, spielen in der Traditionsmannschaft des F.C. Hansa, sind gerade in Senftenberg Sieger eines DDR-Traditionsturniers und drittbester Schütze mit fünf Treffern geworden…?
Stefan Beinlich: Nein, ich bin schon im Winter meiner sportlichen Karriere. Aber ich bin sehr froh, dass ich heute überhaupt noch auf dem Platz stehen kann und spielen darf, denn als ich vor vier Jahren wegen eines Knorpelschadens meine Karriere mit 36 Jahren beenden musste, sah das ja nicht so aus.

fc-hansa.de: Wie haben Sie nach Ihrem Abschied diese vier Jahre verbracht?
Stefan Beinlich: Im ersten Jahr war ich krank geschrieben, dann habe ich Dinge gemacht, die ich 18 Jahre als Profi nie machen konnte. Da war endlich mehr Zeit für meine Kinder, Zeit für Freunde, Familie, für Golf, Tennis und Reisen. Na und seit über 18 Monaten bin ich ja nun auch schon Manager hier in Rostock.

fc-hansa.de: Als Manager sind Sie – um im Bild zu bleiben – quasi noch im Frühling der Karriere. Wie gehen Sie damit um?
Stefan Beinlich: Ja, das stimmt. Ich sehe mich noch als Lernender, als Quereinsteiger und ich bin neugierig und hungrig auf alles Neue. Bis jetzt bringt jeder Tag in diesem Job etwas Neues mit sich.

fc-hansa.de: Fußballprofi, so haben Sie immer gesagt, ist für Sie der schönste Job des Lebens. Wo rangiert der Manager-Posten für Sie?
Stefan Beinlich: Das ist der zweitbeste Job. Mal ehrlich, am liebsten würde ich immer noch auf dem Rasen stehen. Wenn ich als Manager heute raus auf den Platz komme, die Hansa-Hymne höre, dann habe ich noch immer Gänsehaut und würde am liebsten die Stutzen, die Hose, die Schuhe und das Trikot anziehen und mit auf dem Platz stehen. Da vor 14.000 oder 18.000 zu kicken, ist einfach geil.

fc-hansa.de: Worin unterscheiden sich denn der Job des Spielers und des Managers?
Stefan Beinlich: Als Spieler wird dir dein Leben vorgegeben. Du weißt, wann Training , wann Spiel ist. Als Manager beginnt der Tag in der Regel bei mir um 7.30 Uhr im Büro und ich weiß nie, wann er zu Ende ist. Denn das Ende ist immer offen, manchmal um 18 Uhr, manchmal um 20 Uhr und manchmal noch später. Aber es ist für mich nach dem Job als Profi trotzdem der zweitbeste Job. Dafür bin ich sehr dankbar.

fc-hansa.de: Bleibt da Zeit selbst Sport zu treiben?
Stefan Beinlich: Weniger. Aber ich zwinge mich zwei- bis dreimal in der Woche zu laufen. Aber das liegt mir weniger. Deshalb kicke ich lieber kontinuierlich in der Traditionsmannschaft, spiele also Fußball, Tennis und Golf.

fc-hansa.de: Wo liegt denn Ihr Handicap?
Stefan Beinlich: Meine Handicap sind Ball und Schläger (lacht). Aber im Ernst: Ich habe Handicap 15,2. Doch das Schöne an diesem Sport ist die Symbiose zwischen Sport, Erholung und Freundschaft. Ich gehe gerne mal mit Freunden auf den Platz. Da habe ich eine Menge Kollegen, die einem auch wieder bei der Arbeit helfen können. Wobei ich allein schon von meiner Karriere her sehr viele Kollegen kenne, achte und kontaktiere.

fc-hansa.de: Welches waren denn in 40 Jahren die Höhepunkte Ihrer Karriere?
Stefan Beinlich: Es waren ganz viele und bestimmt vergesse ich einige. Aber in bester Erinnerung sind mir die Momente, als ich mit 18 Jahren Fußball-Profi wurde und mir damit meinen Kindheitstraum erfüllte. Oder: Die Viertelfinal-Spiele mit Bayer Leverkusen in der Champions League gegen Real Madrid. Der Bundesliga-Aufstieg mit Hansa. Die Lehrzeit als Profi bei Aston Villa, obwohl ich da nur in der Reserve spielte. Aber jedes Negative hat sein Positives: So wurde überhaupt erst der Weg zum F.C. Hansa möglich. Als Manager möchte ich hier natürlich auch den Aufstieg bzw. die Rückkehr des F.C.H in die 2. Liga erwähnen.

fc-hansa.de: Und was fehlte in all den Jahren?
Stefan Beinlich: Ich habe für Hansa, den HSV, Hertha und Leverkusen gekickt. Aber: Ich habe nie einen Titel gewonnen. Dabei war ich mit Leverkusen in Unterhaching so nah dran, wir hatten damals in der Bundesliga praktisch die Hände an der Schale und durch die Niederlage ging sie doch noch zu den Bayern…

fc-hansa.de: Was wünscht man sich mit 40 Jahren?
Stefan Beinlich: Es sind die einfachen aber unbezahlbaren Dinge: Gesundheit und Glück, Schaffenskraft, Respekt, Toleranz für die ganze Familie und sich selbst. Natürlich auch Erfolg in der Arbeit. Und: Es wäre schön, wenn es am Ende des Spieljahres heißen würde: Hansa hat den Klassenerhalt geschafft. Das würde mich sehr glücklich machen. Aber bis dahin muss ich, müssen wir, noch sehr viel arbeiten.

fc-hansa.de: Danke für das nette Gespräch und einen schönen Geburtstag!

Sie können Stefan Beinlich auch auf der offiziellen Facebook-Seite des F.C. Hansa Rostock zum Geburtstag gratulieren!

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