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17.08.2016 22:15 Uhr

RÜCKPASS: HANSA-GESCHICHTE(n): Als Hansa die Fortuna herausforderte…

Ihre Pokalsaisons vor 30 und 50 Jahren führte die Hanseaten jeweils ins Endspiel. In der allerletzten Serie des DDR-Fußballs (später NOFV) holten sich die Rostocker zur allerersten Meisterschaft auch den allerersten Pokal. Man muss nur warten können. Ein Omen?

Als sich im Herbst 1966 die Hanseaten anschickten wieder einmal Pokalgeschichte zu schreiben, da kam die Kogge des gerade erst gegründeten F.C. Hansa frisch geplankt daher. Drei Endspiele zuvor sah sich stets nach Verlängerungen der Klub in die Enge getrieben: 1955 in Leipzig beim 2:3 gegen Wismut Karl-Marx-Stadt hatte Empor-Torhüter Rudi Leber einen schlechten Tag erwischt. 1957, zwei Tage vor Weihnachten, konnte Oberligaaufsteiger Empor gegen den SC Leipzig durch Arthur Bialas zwar in Führung gehen, aber als Kurt Zapf in der 103. Minute für seinen Keeper Manfred Schröbler das Leder per Hand von der Linie holte, schoss Fröhlich fröhlich Leipzigs Siegtreffer zum 2:1 heraus. 1960 gegen Motor Jena hatten Drews und Pankau mit ihren Toren zum 2:0 Empors Siegerstraße schon zementiert. Doch Jenas Enfant terrible, der unwiderstehliche Peter Ducke, glich für die Thüringer noch aus. Der Siegestreffer von Kirsch ließ die Rostocker leiden…

1966 sollte alles anders werden. Zum Auftakt ein lockeres 4:0 bei der zweiten Mannschaft der TSG Wismar. Ein 2:1 im Achtelfinale beim späteren Meister, den FC Karl-Marx-Stadt. Eine Woche drauf ein 2:0-Triumph im Viertelfinale in Jena. Im April 1967 machte Werner Drews im Halbfinal-Wiederholungsspiel gegen den FC Vorwärts Berlin die vierte Endspielteilnahme perfekt. Am 1. Mai 1967, dem Kampftag der Arbeiter und Werktätigen, vermochte Hansa die Motor-Elf aus Zwickau mit ihren Haudegen und Kämpfern Beier, Henschel, Glaubitz und dem 20-jährigen Jürgen Croy im Tor nicht zu erschüttern. 3:0 hieß es am Ende in Brandenburg für die Zwickauer.

20 Jahre später, Hansa tourte souverän durch die Niederungen der DDR-Liga, hatten sich die Mannen um Jarohs, Schlünz, Schulz, März & Co. den Pokalwettbewerb auf ihre Agenda gemalt. Nach dem Auftakt in Wismar (5:1) kamen die Gegner nach Rostock und wurden mal mehr, mal weniger überzeugend bezwungen: 1. FC Magdeburg (2:1), Chemie Böhlen (3:1), Chemie Leipzig (3:1), Stahl Brandenburg (1:0). Am 13. Juni 1987 im Berliner Stadion der Weltjugend hatten die Hanseaten bei 47 000 Zuschauern gegen Lok Leipzig ein optisches und akustisches Heimspiel. Dementsprechend furios begannen die Hanseaten. Doch das Kopfball-Führungstor von Heiko März konterte postwendend Leipzigs Dieter „Zwecke“ Kühn. Und als März eine erneute Führung vergab, schlug der gewitzte Kühn noch einmal zu. Der Rest – die Tore zum 3:1 und 4:1 durch Marschall und Leitzke fielen in den Schlussminuten – war nur fürs Protokoll, denn Hansa schlug sich mehr als achtbar.

Zusammengezählt: Fünf Endspielteilnahmen und fünf Niederlagen. Das „schwarze“ halbe Dutzend verhinderte für den frischgebackenen Meister Jens Wahl am 2. Juni 1991 im Finale gegen den Eisenhüttenstädter FC Stahl. Der Außenseiter hätte vor trostloser Kulisse (4800 Zuschauer im Jahn-Sportpark) mit seinen vielen Chancen die Kogge formidabel versenken können – doch nun segelte Fortuna mit.

Fortuna? Düsseldorf kann kommen, Berlin (hier das Olympiastadion) wartet!

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