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26.10.2005 09:17 Uhr

Anton Müller: Alter Kapitän auf neuer Kogge

„Jugendwahn“ bei Hansa. Seit Fußball-Lehrer Frank Pagelsdorf wieder in Rostock das Traineramt übernommen hat, durchforstet der Mann wie kein zweiter Cheftrainer die eigene Nachwuchs-Abteilung für die Profi-Elf. Es begann mit Kai Bülow, dem er als ersten Amateur in die Mannschaft einbaute und kurz darauf einen Profivertrag bis 2008 gab.
Dann konnte auch Martin Pohl, Profivertrag bis 2006, in seinem Team ran.
Mittlerweise belohnte „Pagel“ Marc Stein mit einem Profivertrag bis 2007.
Auch Zafer Yelen, Clemens Lange und Anton Müller durften eine Woche nach Amtsübernahme beim Training des Duos Frank Pagelsdorf und Timo Lange mitmachen.
Alles Show? Nein, nein.
Für Pagelsdorf zählt Leistung und Leistung wird von ihm belohnt.
Das beste Beispiel: Am Sonnabend nominierte der Coach relativ überraschend Anton Müller, den Kapitän der zweiten Mannschaft, für das Spiel beim Karlsruher SC.
Nur eine Geste? Nein, nein.
Beim Stande von 0:1 wechselte der Trainer am Sonntag in Karlsruhe den defensiven Abwehrspieler Denis Lapaczinski aus und den offensiven Mittelfeldspieler Anton Müller ein.
Müller ist Berliner. Wie kam er zu Hansa? Der 1,79 m große und 77 Kilo schwere offensive Mittelfeldspieler erzählt es so:
„Also ich habe mit zwei Jahren bei den Minis in Lichtenfelde angefangen, dort spielte mein Bruder Felix und dem bin ich hinterher. Mit der D-Jugend wurde ich Berliner Meister, in der C-Jugend 1997 bin  ich zu TeBe, danach war ich Austausch-Schüler, machte mein Abi, meldete mich bei den Reinickendorfer Füchsen 2001 an und wechselte nochmals zu Tennis Borussia. Hier war Peter Ränke mein Trainer und der hat mich schließlich nach Rostock empfohlen.“
Später trainierte der Spielmacher „Toni“ Müller unter Stefan Böger, spielte noch mit Timo Lange zusammen und wurde dessen Kapitän. Auch der jetzige Trainer Thomas Finck hielt an Müller fest.
Was bedeutet Ihnen die Kapitänsbinde in der 2. Mannschaft?
Müller: Ehrlich, ich bin überrascht und stolz. So etwas ist doch ein wirklicher Vertrauensbeweis. Das verpflichtet…“
Den Grund für seine Leistungsentwicklung glaubt Toni zu kennen: Ehrgeiz und starker Wille.
Die ersten zehn Minuten im Profiteam von Hansa Rostock bringen ihn jetzt vielleicht einen kleinen Schritt in die Nähe seiner Wünsche.
Müller: „Mein Saisonziel ist nach wie vor mein Berufsziel: Ich will Profi werden, am liebsten bei Hansa. Ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Die Tatsache, dass meine Kollegen Kai Bülow, Marc Stein, Tim Sebastian, Amir Shapourzadeh und Martin Pohl dies in den letzten Monaten geschafft haben, motiviert mich.“
Sein privates Glück hat der Mittelfeldspieler in Rostock längst gefunden.
Anton Müller: Ja, erst meine Freundin Nadine, dann unsere Gisele, die am 11. Juli 2005 geboren wurde! Meisterschaft, Pokal und Tochter, einfach super. Ich bin sehr glücklich hier. Diesen Schub wollte ich ja auch mitnehmen in diese Saison.“
Er wurde am 22. Oktober 1983 in Berlin-Steglitz geboren. Sein Vater Hubertus ist Lehrer, seine Mutter Erika Hausfrau.
Antons Top-3 in der Welt: Tochter, Fußball, Familie.
Toni, der den FC Barcelona und den bulgarischen Top-Spieler Christo Stoitschkov verehrte, stammt aus einer sportlichen Familie. Der Vater ist Skilehrer, die Mutter machte Aerobic.
Auch alle seine Geschwister sind aktive Sportler: „Meine Schwestern Lisa und Eva machen Gymnastik bzw. Aerobic. Felix spielt nach einer jahrelangen Verletzungspause nun wieder in Lichterfelde in Berlin Fußball, Johannes Tennis. Ich für mich hoffe, wie gesagt, in dieser Saison auf den Durchbruch.“
Ein Anfang scheint gemacht…
Seine Lieblings-Schlagzeile hat er auch schon im Kopf: „Anton Müller unterschreibt Profivertrag!“

 


 

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