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29.10.2012 18:48 Uhr

Aufarbeitung der Geschehnisse rund um das Spiel gegen den BVB II

Auf der Grundlage der Fakten, der Schilderungen der Abteilung Fanbetreuung und verschiedener Zeugenaussagen betroffener Hansa-Fans, nimmt der F.C. Hansa Rostock zu den verschiedenen Geschehnissen rund um das Spiel gegen Borussia Dortmund II wie folgt Stellung:

1. Überfall auf Hansa-Fans am Bahnhof Brandenburg/Havel:
Entgegen der Darstellung einiger Medien sind circa 60 Anhänger des F.C. Hansa Rostock, die auf dem Weg zum Auswärtsspiel in Dortmund waren, angegriffen worden. Dieser offenbar durch circa 180 Personen verübte Überfall fand auf dem Bahnhof Brandenburg/Havel statt. Der F.C. Hansa Rostock stellt fest, dass von den eigenen Anhängern kein aggressives Verhalten ausging und diese auch nicht vermummt waren.

Nach dem tätlichen Übergriff wurden die Angreifer seitens der Polizei weder polizeilichen Maßnahmen zugeführt noch an ihrer Weiterfahrt gehindert. Den Anhängern des F.C. Hansa hingegen wurde die Weiterfahrt nach Dortmund untersagt. Des Weiteren wurden diese erkennungsdienstlich behandelt. Obendrein wurden 56 Rostocker zeitweise in Gewahrsam genommen und erhielten eine Anzeige wegen Landfriedensbruchs.
Nach den Erkenntnissen des Vereins hatte sich die Fangruppierung bereits um 3 Uhr morgens auf den Weg gemacht, um solch ein Aufeinandertreffen mit anderen Fanszenen zu verhindern.

Der F.C. Hansa Rostock hat die zuständige Polizeidienststelle um Zuarbeit zur Aufklärung der Vorfälle gebeten und fordert die Bundespolizei zu einer Aufarbeitung auf.
Als erstes Zwischenergebnis kann heute schon bekannt gegeben werden, dass laut Thorsten Peters, Sprecher der Bundespolizei der Direktion Berlin, „ergebnisoffen in alle Richtungen ermittelt wird“ und morgen auf dem Presseportal der zuständigen Bundespolizei ein Zeugenaufruf gestartet wird, um der Angreifer habhaft zu werden. Wir bitten alle Hansa-Fans und weitere Zeugen, die etwas zu dem Tathergang beitragen können, die Bundespolizei bei der Aufklärung des Tathergangs zu unterstützen. Dazu bitte diesem Link folgen.

 2. Verspätung des Zuges „WET“ mit über 800 Hansa-Fans an Bord:
Fanbeauftragter und Verein haben sich vor dem Spiel wiederholt und vehement dafür eingesetzt, dass die Partie zu einem späteren Zeitpunkt angepfiffen wird. Die finale Entscheidung darüber trifft die Polizei in Zusammenarbeit mit dem jeweiligen Veranstalter. Bei unserem Heimspiel gegen Halle hat die örtliche Polizei angewiesen, dass die Partie um eine halbe Stunde verlegt wird. Der Verein kann also nur Hinweise und Ratschläge geben. Die Entscheidung trifft hier immer die Behörde.

In Dortmund haben Veranstaltungsleitung und Bundespolizei ihre Entscheidung damit begründet, dass auf der Rückfahrt der Anschlusszug in HH verpasst werden würde und die Fans somit nicht mehr mit dem Zug nach Rostock kommen würden. Wenn unsere Mannschaft "aus Protest" nicht angetreten wäre, hätte der DFB das Spiel (gemäß § 18 der Rechts- und Verfahrensordnung) zugunsten des BVB II gewertet.
Bedauerlicherweise ist der Dialog seitens der aktiven Fanszene mit dem Verein und unserem Fanbeauftragten hinsichtlich der Organisation solcher Zugreisen abgebrochen worden. Joachim "Schuppe" Fischer hat sich in der Vergangenheit immer dafür eingesetzt, dass alle beteiligten Partner (aktive Fanszene, Fanprojekt, Deutsche Bahn, Bundespolizei) VOR solch einer Auswärtsfahrt miteinander kommunizieren, so dass solche Verspätungen aufgrund technischer Defekte etc. im Vorfeld einkalkuliert werden und gg. mit Ersatz- und/oder Sonderzügen reagiert werden kann. Diese Verantwortung sollten die Initiatoren einer solchen Zugfahrt im Interesse ihrer Mitreisenden wieder verstärkt wahrnehmen.

3. Vorkommnisse vor und im Signal Iduna Park:
Zunächst bedanken wir uns für die sensationelle Unterstützung unserer über 3000 mitgereisten treuen Hansa-Fans. Trainer und Mannschaft waren beeindruckt von dieser Kulisse.
Joachim Fischer konnte vor Ort bewirken, dass alle Zugfahrer mit Ankunft am Stadion auch ohne Eintrittskarte ins Stadion gelassen wurden. Dass es beim Einlass zum Einsatz von Pfefferspray gekommen ist, wird auch mit den zuständigen Behörden in NRW kritisch ausgewertet.

Beschämenderweise kam es zum Ende der Partie zu einem Böllerwurf aus dem Gästefanblock. Dieser führte zu einer Spielunterbrechung. Da der Böller in unmittelbarer Nähe des BVB-Torhüters detonierte, stand ein Spielabbruch im Raum.

Der F.C. Hansa Rostock ist in erster Linie froh darüber, dass der Torhüter von Borussia Dortmund II keinen gesundheitlichen Schaden genommen hat und distanziert sich entschieden von der Mitnahme und der Verwendung von Pyrotechnik und Böllern bei Fußballspielen.

Diese Tat eines Einzeltäters wird erneut finanzielle Auswirkungen für den gesamten Verein haben. Solche Straftäter, die dem Verein wiederholt schaden, müssen konsequent durch die Rechtsprechung bestraft werden. Wir hoffen, dass die Dortmunder Polizeibehörden den Täter identifizieren, so dass unter anderem auch der F.C. Hansa Rostock seinerseits die entsprechenden Sanktionen einleiten kann.

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