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05.03.2010 09:52 Uhr

Aufarbeitung des Union-Spiels – neu: Vorwort in der KOGGE

Nach den Vorkommnissen vor und während des Spiels zwischen dem F.C. Hansa Rostock und dem 1. FC Union Berlin im Bereich der Südtribüne ist der Verein an einer schnellen und gründlichen Aufarbeitung interessiert. Am Donnerstagmorgen gab es bereits ein Gespräch zwischen Verein und der Polizei.

Ergebnisse der rund einstündigen Sitzung:

Der Polizeieinsatz war anders geplant. Laut Rostocker Polizei-Chef Peter Mainka sollten sich die Beamten im Hintergrund halten. Durch „individuelle Fehlleistungen einzelner Polizisten“ (O-Ton Mainka) konnte dieses Konzept jedoch nicht umgesetzt werden.

So wurden beispielsweise vier Unioner-Fanbusse falsch geleitet, so dass diese direkt an der Südtribüne vorbei fuhren und dabei sogar auf Grund von Schnee und Eis stecken blieben. So mussten die Unioner Fans zu Fuß in den Gästeblock gehen.

Zudem wurde auch die Einlasssituation auf der Südtribüne kritisch ausgewertet. Fakt ist: Im Stadiongelände liegt die Zuständigkeit beim Veranstalter. Dieses Hausrecht konnte der Verein auf Grund der polizeilichen Maßnahmen beim Union-Spiel nicht wahrnehmen.

Daraus resultierte, dass Besucher der Südtribüne nicht auf ihre Plätze gelassen wurden. Im Gespräch mit der Polizei machte Peter Mainka deutlich, dass es dafür keinen Grund gab. Daraus entstand eine Situation, die nicht akzeptabel war. Das Fanverhalten war nicht der Auslöser für diesen massiven Polizeieinsatz.

Der F.C. Hansa Rostock sagt ganz deutlich, dass er – wie schon nach dem Spiel gegen den FC St. Pauli – eine differenzierte Betrachtungsweise anstrebt. Polemische Schnellschüsse wird es nicht geben.

Der F.C. Hansa Rostock und die Polizei bedauern die Vorkommnisse.


Bericht des Fanprojekts Rostock

So wie bei jedem Heim- und Auswärtsspiel des FC Hansa Rostock e.V. waren bei der Partie des F.C. Hansa Rostock gegen den 1. FC Union Berlin die Mitarbeiter des Fanprojekts Rostock vor Ort. An dieser Stelle möchten wir die Gelegenheit nutzen, unseren Beitrag zur Versachlichung der Geschehnisse zu leisten.

Mit der Fehlleitung der Fanbusse vom 1. FC Union Berlin hinter der Südtribüne kam es im Folgenden zu mehreren konfliktreichen Situationen.

Das Vorbeifahren und Stehenbleiben der Busse aus Berlin löste ein großes Interesse der Heimfans auf der Südtribüne aus, so dass sich mehrere hundert Fans auf der Promenade und dem Vorplatz einfanden. Der Zulauf zum Eingangsbereich für die Südtribüne wurde aufgrund der dort stehenden Busse gestoppt, infolge dessen sich auch außerhalb des Stadions eine größere Anzahl Hansafans staute. Durch das plötzliche Öffnen eines Tores hinter der Südtribüne strömten die wartenden Fans auf das Stadiongelände und wurden sofort durch die anwesende Polizei eingekesselt.

Während des folgenden Polizeieinsatzes wurden die Mitarbeiter des Fanprojekt Rostock mit unterschiedlichen Fragen konfrontiert: Warum wurden die Fans durch das Öffnen des Tores erst ins Stadion gelassen, um anschließend aufgehalten und eingekesselt zu werden? Warum räumt die Polizei die Promenade mit Hilfe von Pfefferspray und Schlagstockeinsätzen zu einem Zeitpunkt, wo bereits eine Kontrolle der Fans im Kessel begonnen hat? Hinzu wurde die Frage aufgeworfen, warum mit der Durchsage der Polizei und dem Rauslassen der Fans aus dem Kessel erst so spät begonnen wurde? Das Spiel war bereits angepfiffen. Letztlich befanden sich zur Halbzeitpause noch mehrere Fans im Polizeikessel, welcher dann ohne Kontrollen komplett aufgelöst wurde. Warum wurde erst kontrolliert, um den Kessel dann letztlich doch einfach aufzulösen?

Leider konnten wir die vielen Fragen der empörten Fans nicht beantworten, da auch wir das Vorgehen der Polizei nicht nachvollziehen konnten. Der Einsatz von Pfefferspray und Schlagstöcken traf eindeutig auch friedlich wartende Fans. Einer polizeilichen Maßnahme in diesem Umfang unterzogen zu werden, in dem ehrlichen Bewusstsein nichts Unrechtes getan zu haben, schürt starke Emotionen und verstärkt bzw. verfestigt den Aufbau von Feindbildern.

Genauso muss angemerkt werden, dass das Werfen von pyrotechnischen Gegenständen eine Gefahr für Leib und Leben darstellt und nicht hilfreich für die Entspannung der Gesamtsituation war.

Zum Schluss möchten wir uns für die schnelle und sachliche Kommentierung auf der Vereinshomepage bedanken.

Diese kritische und transparente Darstellung war notwendig und wird mit Sicherheit auch dazu beitragen, die erforderlichen  Konsequenzen aus den Geschehnissen zu ziehen.

In der KOGGE zum Spiel gegen Rot Weiss Ahlen schrieb Hansas Vorstandsvorsitzender Dirk Grabow das Vorwort und ging dabei auch auf die Ergeignisse rund um das Union-Spiel ein.

 

Liebe Hansa-Fans, liebe Gäste,

ich begrüße Sie zum Heimspiel gegen Rot Weiss Ahlen recht herzlich in der DKB-Arena. Ein herzliches Willkommen gilt auch unseren Gästen sowie dem Schiedsrichter-Quartett.

Bevor ich auf das heutige Spiel blicke, möchte ich meine Gedanken zum Heimspiel gegen den 1. FC Union Berlin und die Ereignisse hinter der Südtribüne niederschreiben.

Was ich da gesehen habe, erschüttert mich noch jetzt. Ich habe in der vergangenen Woche viele Gespräche mit Fans und der Polizei geführt. Der einhellige Tenor: So etwas darf nie wieder passieren.

Klar, die Polizei hat Fehler gemacht. Ich finde es gut, dass der Rostocker Polizeichef Peter Mainka dazu steht und versprach, die Ereignisse kritisch aufzuarbeiten und Konsequenzen aus dem Polizeieinsatz zu ziehen. Denn – da sind sich Verein, Fans und Polizei einig – es kann nicht sein, dass friedliche Fans geschlagen werden und ihnen Pfefferspray ins Gesicht gesprüht wird.

Jetzt jedoch eine Pauschal-Verurteilung gegenüber der Polizei auszusprechen, finde ich genau so kontraproduktiv wie die Fans des F.C. Hansa in eine Schublade zu stecken. Ganz klar: nur eine konsequente Differenzierung von allen Seiten und Beteiligen kann der Weg sein, um solche schrecklichen Bilder in Zukunft zu vermeiden.

Dass es ein Weg mit Rückschlägen sein wird, ist mir bewusst. Da bin ich Realist genug. Dennoch: Wir müssen alle miteinander sprechen und Vorurteile abbauen. Nichts ist schlimmer als Kopfgeburten ohne Realitätsbezug.

Stichwort Realitätsbezug: Im Jahr 2010 hat der F.C. Hansa in der 2. Fußball-Bundesliga noch keinen Sieg eingefahren. Auch das ist die Realität. Ich hoffe, dass diese Serie heute gegen Ahlen reißt. Das Hinspiel gewann unsere Mannschaft mit 2:0 durch zwei Elfmeter-Tore von Tim Sebastian.

Ich bitte Sie, unterstützen Sie Ihre Mannschaft in dieser so wichtigen Partie, damit wir alle endlich wieder zusammen jubeln und einen wichtigen Schritt in Richtung Klassenverbleib feiern

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