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02.08.2012 10:24 Uhr

Babelsberg kommt mit Wolfsburger Fraktion nach Rostock

Wenn der F.C. Hansa am Sonnabend um 14 Uhr den SV Babelsberg 03 empfängt, handelt es sich zwar erst um das zwölfte Pflichtspiel zwischen den ersten Mannschaften beider Vereine, aber gleichzeitig auch um ein geschichtsträchtiges Duell. Immerhin sechs Oberliga-Punktspiele zwischen dem Hansa-Stammverein SC Empor Rostock und den Babelsbergern gab es schon zwischen 1955 und 1958. Doch nach dem Abstieg der Rand-Potsdamer aus der höchsten DDR-Spielklasse verschwanden die traditionsreichen Duelle langsam aus den Erinnerungen der Fußballfans. Lediglich zwei DDR-Liga-Punktspiele (1986/87) und ein DFB-Pokalspiel (2006) gab es zwischen beiden Mannschaften, ehe sie in der Drittliga-Saison 2010/11 erstmals nach der politischen Wende auch wieder im Meisterschaftsgeschehen aufeinandertrafen. Beide Begegnungen gewannen die Rostocker, im Rückspiel am 26. Februar 2011 gab es einen 3:0 Heimsieg des F.C. Hansa. Kleine Notiz am Rande: Dieses Spiel fand seinerzeit auch genau eine Woche nach einer 0:3 Niederlage in Unterhaching statt!

Von jenen 36 Spielern, die vor rund 17 Monaten in der beiden 18er-Kadern stehen, sind allerdings nur noch jeweils fünf weiterhin in Rostock beziehungsweise Babelsberg unter Vertrag. Zwar sicherte sich der SVB am vorletzten Spieltag der vergangenen Saison durch einen 1:0 Heimsieg über den DSC Aminia Bielefeld – in der dritten Minute der Nachspielzeit hatte Anton Makarenko einen Freistoß direkt verwandelt – den Klassenerhalt, doch der große Jubel darüber wurde nur drei Tage später stark gedämpf. Das Landespokal-Finale gegen den Verbandsligisten SV Falkensee-Finkenkrug verloren die Babelsberger trotz 1:0 Führung – und anschließender doppelter Überzahl nach zwei Platzverweisen des Gegners! – völlig überraschend noch mit 1:2. Durch diese Niederlage waren den Null-Dreiern fest eingeplante Fernsehgelder entgangen und es kam zu Differenzen zwischen Vereinsspitze und sportlicher Leitung, die schließlich zur Trennung vom langjährigen Trainer Dietmar Demuth führten.

Am 15. Mai wurde mit dem 39jährigen Christian Benbennek der Nachfolger vorgestellt, der auch in der Mannschaft einen Neuaufbau vornehmen musste. Von den drei erfolgreichsten Torschützen der Vorsaison, die zusammen 32 der 44 Babelsberger Saisontore erzielt hatten, blieb lediglich Markus Müller (12 Tore) den Filmstädtern treu, während Dominik Stroh-Engel (Wiesbaden) und Anton Makarenko (Chemnitz) zu Liga-Konkurrenten wechselten. Mit insgesamt 12 Akteuren verließ schließlich die halbe Mannschaft den Verein.
Sergej Evljuskin hingegen, der in der vergangenen Saison vom F.C. Hansa nach Babelsberg ausgeliehen war, gehört nun fest zum 03-Kader. Für den ehemaligen Wolfsburger ist der neue Trainer übrigens kein Unbekannter, denn Christian Benbennek arbeitete von 2005 bis 2009 im Nachwuchsbereich des VfL, wo er als Co-Trainer die zweite Mannschaft in die Regionalliga führte und 2008 als Chef-Coach mit den A-Junioren das Endspiel um die Deutsche Meisterschaft erreichte. Kein Wunder also, dass sich der Niedersachse auch an ehemalige Schützlinge erinnerte, als er den aktuellen Kader zusammenstellte. Mit den Abwehrspielern Daniel Reiche (MSV Duisburg) und Aaron Berzel (Holstein Kiel) sowie den Mittelfeldspielern Philipp Kreuels (VfL Wolfsburg) und Oliver Kragl (Germania Halberstadt) verpflichtete der neue Babelsberger Chef-Coach vier weitere Neuzugänge, die in der Volkswagenstadt ausgebildet wurden und nun praktisch schon eine Wolfsburger Fraktion bilden.

Stamm-Torhüter der Null-Dreier ist künftig Fredric Löhe, der aus dem Nachwuchs des 1.FC Köln stammt und zuletzt acht Jahre lang bei Borussia Mönchengladbach unter Vertrag stand, von wo er in der Saison 2010/11 an Drittligist SV Sandhausen ausgeliehen war. Am ersten Spieltag in Chemnitz kassierte der neue Keeper bereits nach neun Minuten jenes Gegentor, das schließlich auch die 0:1 Niederlage bedeutete. Beim Heimauftakt am vergangenen Sonnabend gegen den SV Darmstadt 98 konnten dann aber die ersten drei Punkte eingefahren werden. Der SVB gewann mit 2:0 durch ein Kopfballtor des Ex-Wolfsburger Aaron Berzel sowie einen Treffer von Süleyman Koc, der offiziell auch als Neuzugang geführt wird. Der 23-Jährige Türke galt zuletzt als vereinslos, nachdem der Babelsberger wegen mehrerer Raubüberfälle auf Spielcasinos zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden war. Aufgrund einer guten Sozialprognose darf er diese jedoch im offenen Vollzug absolvieren und dabei auch wieder für seinen Ex-Verein auflaufen.

Aufgrund der besseren Tordifferenz steht die Mannschaft von Christian Benbennek in der Tabelle aktuell drei Plätze vor dem punktgleichen F.C. Hansa, bevor es am dritten Spieltag nun zum direkten Duell kommt. Dabei ist auch auf Babelsberger Seite ein Spieler gesperrt, denn Christian Essig sah in der Nachspielzeit der Partie gegen Darmstadt die Rote Karte und muss nun zweimal zuschauen. Auf der Verletztenliste standen zuletzt noch Mittelfeldspieler Julian Prochnow und Stürmer Nicolas Hebisch, während Benjamin Kauffmann in dieser Woche wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen ist.

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