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29.10.2007 11:42 Uhr

Berlin, Berlin – Victor und „Rydle“ waren schon da

„Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!“ So schallt es aus tausenden Fan-Kehlen bei jedem DFB-Pokalspiel durch die Stadien. Der Höhepunkt des Jahres im „deutschen Wembley“ ist ein Traum. Die ganze Stadt „brummt“, 74.500 Fans feiern im und um das Berliner Olympiastadion eine große und friedliche Party zum traditionellen Saisonausklang. Jeder Fußball-Fan möchte da gerne dabei sein – und jedem Fußball-Profi geht es genau so.

 

Beim F.C. Hansa gibt es zwei Spieler, die diese tolle Atmosphäre schon einmal erlebt haben. René Rydlewicz saß am 12. Juni 1993 als 19-Jähriger auf der Bank, als Bayer Leverkusen durch ein 1:0 gegen die Amateure von Hertha BSC Berlin den „Pott“ holte. Victor Agali hat wunderbare Erinnerungen an den 11. Mai 2002. Zum Abschluss seiner ersten Saison bei Schalke 04 nach dem Abschied aus Rostock war der Nigerianer beim 4:2-Triumph gegen Bayer Leverkusen ein ganz wichtiger Faktor für den Sieg der „Königsblauen“. „Das war für mich ein Riesen-Erlebnis, einfach einmalig“, schwärmt Agali noch heute.

 

Vor dem Mittagessen wenige Stunden vor dem Spiel hatte ihn Schalkes Trainer Huub Stevens damals zur Seite genommen und ihm gesagt, dass er von Beginn an spielen würde. Das habe ihn „sehr, sehr überrascht“, meinte Victor Agali nach der Partie. Schließlich war seine erste Saison „auf Schalke“ nicht gerade perfekt verlaufen. Zwar kam er wie in den drei Jahren zuvor in Rostock auf 22 Einsätze in der Bundesliga und schoss vier Tore, doch 13-mal ließ ihn Stevens nur als „Joker“ ran, weil der Trainer meist auf das Duo Ebbe Sand/Emile Mpenza setzte. Auch bei den Schalker Fans hatte Victor Agali damals einen schweren Stand, deren Kritik hat den seinerzeit 23-Jährigen „sehr getroffen“.

 

Doch an jenem 11. Mai war alles anders. Nachdem sich Mpenza am Morgen im Abschlusstraining verletzt hatte, durfte Victor Agali spielen – und glänzte. Nach dem Schalker Ausgleich zum 1:1 durch Jörg Böhme kurz vor der Pause erzielte er selbst in der 68. Minute das Tor zur 2:1-Führung und brachte Schalke damit auf die Siegerstraße. Und nur drei Minuten später leitete er das vorentscheidende 3:1 von Andreas Möller ein.

„Der Nigerianer machte Lucio oft das Leben schwer. Traf zum 2:1, gewann vor dem 3:1 einen Zweikampf gegen Lucio, bediente Torschütze Möller mustergültig“, schrieb seinerzeit der kicker in der Einzelkritik und gab Victor Agali die Note 2,5. So gut wurden neben ihm aus der Schalker Mannschaft nur noch Torhüter Oliver Reck und Marco van Hoogdalem bewertet.

 

Einziger kleiner Schönheitsfleck war die Rote Karte in der Schlussminute wegen einer Tätlichkeit gegen Diego Placente. „Das war unnötig“, gab Victor Agali direkt nach dem Spiel zu, freute sich aber dennoch: „Ich bin glücklich, den ersten Titel meiner Karriere gewonnen zu haben.“

 

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