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20.05.2010 14:26 Uhr

Bernd Hofmann: Es gilt, die Ärmel hochzukrempeln

Am Donnerstag wurde der neue Vorsitzende des Vorstandes des  F.C. Hansa Rostock e.V. vorgestellt. Der 41-jährige Diplom-Sportökonom Bernd Hofmann will den Rostocker Traditionsverein sanieren und gleichzeitig wieder für einen sportlichen Aufschwung sorgen.

Herzlichen Glückwunsch zur Berufung als Vorstandsvorsitzender. Wann ist diese Entscheidung gefallen?
Bernd Hofmann: Die Entscheidung fiel bereits Anfang Mai, also unabhängig davon, in welcher Liga der F.C. Hansa spielt. Die ersten Gespräche mit dem Hansa-Aufsichtsrat hatte es sogar schon vor über zwei Monaten gegeben. Schon damals stand ja fest, dass Jörg Hempel dieses Amt nur interimsmäßig ausfüllen wird und bis zum Sommer ein Nachfolger gefunden werden muss.

Können Sie sich bitte kurz vorstellen?
Bernd Hofmann: Ich bin 41 Jahre alt und verheiratet. Wir haben einen neunjährigen Sohn und erwarten demnächst noch Zwillinge. In der DDR habe ich die typische Schulbildung durchlaufen und dann von 1990 bis 1994 in Leipzig Sportmarketing und Sportmanagement studiert. Meine erste Tätigkeit bei einem Sportverein war von 1994 bis 1998 als Geschäftsführer des OSC Berlin, einem großen Sportverein mit leistungssportlicher Ausrichtung im Bereich Leichtathletik.

Und welche Erfahrungen haben Sie im Bereich Fußball?
Bernd Hofmann: Ich habe von 1998 bis 2003 beim 1. FC Union Berlin und von 2005 bis 2009 beim 1. FC Magdeburg gearbeitet. Beide Vereine konnte ich erfolgreich sanieren und damit gleichzeitig einen sportlichen Aufschwung herbeiführen. Mit dem 1. FC Union sind wir in die 2. Bundesliga aufgestiegen und haben das DFB-Pokalfinale erreicht. In Magdeburg sind wir bis in die Regionalliga aufgestiegen, haben ein neues Stadion gebaut und erst am letzten Spieltag ganz knapp den Aufstieg in die 2. Bundesliga verpasst.

Haben Sie auch ein Hansa-Herz?
Bernd Hofmann: Das Hansa-Herz kommt mit der neuen Arbeit ganz automatisch, ich spüre es sogar schon. Ich bin im Land Brandenburg aufgewachsen, wo es schon früher viele Hansa-Fans gab. Und auch ich war als kleiner Junge schon oft im Ostseestadion, um die Spiele zu sehen. Als ich dann bei den anderen Fußballvereinen tätig war, musste ich natürlich auch andere Prioritäten setzen. Doch dem F.C. Hansa als erfolgreichsten ostdeutschen Verein nach der Wende habe ich natürlich immer die Daumen gedrückt.

Werden Sie ihren Wohnsitz jetzt nach Rostock verlegen?
Bernd Hofmann: Natürlich werde ich mir in Rostock eine Wohnung nehmen. Meiner schwangeren Frau allerdings will ich einen Umzug momentan nicht zumuten, sie wird deshalb weiter noch in Velten wohnen bleiben. Das ist ja aber auch nicht so weit von Rostock entfernt.

Wie lange läuft Ihr Vertrag als Vorstandsvorsitzender?
Bernd Hofmann: Der Vertrag ist zunächst auf zwei Jahre befristet, beinhaltet aber eine Option auf zwei weitere Jahre, wenn bis dahin der Wiederaufstieg in die 2.Bundesliga gelungen ist.

Wie realistisch ist der sofortige Wiederaufstieg?
Bernd Hofmann: Wir wollen auf jeden Fall eine ambitionierte Mannschaft zusammenstellen, die in der Spitzengruppe mitspielt. Den sofortigen Wiederaufstieg zu schaffen, wird sicherlich schwierig, denn die 3. Liga ist sportlich sehr stark besetzt. Zudem müssen wir den Spagat zwischen der finanziellen Sanierung und der Zusammenstellung einer schlagkräftigen Mannschaft hinbekommen.

Wie stark ist der Verein verschuldet?
Bernd Hofmann: Der F.C. Hansa ist nicht überschuldet. Es gibt kurz-, mittel-, und langfristige Verbindlichkeiten, denen entsprechendes Vermögen gegenübersteht. Die DFL hat uns zwar hohe Auflagen und Bedingungen gestellt, doch wir sind in guten Gesprächen und positiv gestimmt, die Lizenz zu bekommen.

Wo liegt neben dem Vorsitz schwerpunktmäßig Ihr Aufgabenbereich im neuen Vorstand?
Bernd Hofmann: Mein Schwerpunkt wird der finanzielle Bereich sein. Allerdings habe ich durch meine Tätigkeiten in Berlin und Magdeburg auch große Erfahrungen im sportlichen Management sowie im Marketingbereich sammeln können und werde diese natürlich auch mit einbringen und eng mit den künftigen Vorstandsmitgliedern für diese Bereiche zusammenarbeiten.

Gibt es schon Namen für den künftigen Vorstand?
Bernd Hofmann: Nein, aber Ende des Monats wollen wir die komplette neue Vorstandsmannschaft präsentieren. Natürlich habe ich schon entsprechende Überlegungen im Kopf, aber es ist noch nichts festgezurrt. Fest steht bislang nur, dass neben mir lediglich noch der sportliche Manager hauptamtliches Vorstandsmitglied sein wird. Die anderen beiden Mitglieder des vierköpfigen Gremiums werden ehrenamtlich arbeiten.

Was werden Ihre ersten Aufgaben sein?
Bernd Hofmann: Zuallererst gilt es, die Trauer und die Enttäuschung auszublenden und die Ärmel hochzukrempeln, um den F.C. Hansa wieder in die Spur zu bringen. Um die Existenz zu sichern, wird er eine Sanierung erfahren müssen und jede Sanierung bedeutet auch Einschnitte. Aber unser Anspruch muss es weiter bleiben, dass Hansa in den Profi-Fußball gehört. Zudem geht es darum, das Ansehen des Vereins wieder geradezurücken und entschlossen gegen solche Leute vorzugehen, die dem F.C. Hansa vorsätzlich schaden wollen.

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