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27.05.2009 13:07 Uhr

Bradley Carnell: Über Hansa zur WM 2010

Bradley Carnell (32) – erstmals zieht am 29. Juni, dem ersten Trainingstag, ein Südafrikaner das Trikot des F.C. Hansa Rostock an. Carnell hat für eine Saison, also bis zur WM 2010, an der Ostsee unterschrieben, spielt schon elf Jahre in Deutschland und macht nun das Dutzend voll.

Bradley, was gab den Ausschlag für den F.C. Hansa? 

Carnell: Der Verein hat sich stark für mich interessiert und das war ausschlaggebend. Dieses Interesse ehrt mich, dieses Interesse will ich rechtfertigen. Ich bin ja in einer ähnlichen Situation nach Karlsruhe gekommen und ich habe die Zeit nie bereut. Wir haben damals die Klasse mit mir gehalten, wir sind aufgestiegen und bis zu meiner langwierigen Waden-Verletzung habe ich der Mannschaft oft helfen können mit meiner Erfahrung. Die Sache ist jetzt ausgestanden und ich möchte zeigen, dass ich frisch genug bin für die Bundesliga und ich will es allen noch einmal beweisen. 32 Jahre sind ja heute im Fußball noch kein Alter. In mir steckt noch viel Potential. Ich möchte regelmäßig spielen bei Hansa, denn für mich steht auch die WM 2010 auf dem Spiel. 

Welche Rolle hat Tim Sebastian als Ex-Rostocker bei diesem Deal gespielt? 

Carnell: Man hat sich offensichtlich bei Tim Sebastian über mich erkundigt und der hat scheinbar nichts Negatives über mich gesagt. Dann wurden vor drei, vier Wochen die Gespräche zwischen meinem Berater und Manager René Rydlewicz intensiviert und Nägel mit Köpfen gemacht. Ich hoffe, dass Tim vielleicht ja auch noch nach Rostock wechselt, er wäre eine gute Verstärkung für dieses Team, denn ich kann über Sebastian auch nichts Negatives sagen und seine Einstellung und sein Potential nur loben. 

Was wissen Sie über Rostock?

Carnell: Es ist eine sehr schöne Stadt mit großer Kultur und netten Menschen. Man spricht platt und hochdeutsch. Ich habe elf Jahre in Deutschland gelebt, zehn davon in Baden-Württemberg, da bin ich mal auf Mecklenburg-Vorpommern gespannt. Komisch wird es schon für mich in dieser neuen Ecke, aber die Neugier überwiegt. Ich bin im übrigen auch über die neuen Bundesländern durch meine Freundin Claudia gut informiert, sie stammt aus Dresden, zog mit fünf Jahren aber schon nach Schwaben. Nun kommen wir mit den Kindern Caitlyn und Kiera also mal an die Ostsee.

Bislang war Hansa ohnehin schon Ihr Lieblingsklub, in neun Spielen haben Sie nur einmal verloren…?

Carnell: Ja, ja, die Statistik. Ich hatte das gar nicht gewusst.

Wie haben Sie das letzte Jahr in Karlsruhe und den Abstieg erlebt? 

Carnell: Es war mein erster Abstieg in meiner Karriere, das ist ganz bitter und traurig. Aber so ist der Sport. Für die Mannschaft und den Verein und die Region tut es mir leid, ich selbst hätte mir gewünscht, am Ende meiner Zeit in Baden mehr helfen zu können. Aber ich gehe erhobenen Hauptes und alles beim KSC ist ausgeräumt, was auszuräumen war. Ich hätte schon gerne mehr gespielt.

Haben Sie das Spiel zwischen Wehen und Hansa am Sonntag verfolgt?

Carnell: Ja, mit meiner Verlobten und den Kindern haben wir das Spiel auf Premiere verfolgt, das 0:1 war kurz ein Schock, aber Duisburg hat uns dann die Nervosität etwas genommen. Nun freuen wir uns auf Hansa und Rostock. 

Mit welchen Wünschen gehen Sie in das neue Fußballjahr? 

Carnell: Es ist das Jahr der WM, es geht also für mich darum, in meiner Heimat Südafrika für mein Land spielen zu können. Dafür werde ich alles geben, also werde ich auch alles für Hansa geben.

Sie sind südafrikanischer Nationalspieler, werden Sie jetzt zum Confed-Cup nach Hause düsen? 

Carnell: Nein, nach meiner Wadenverletzung will ich es in Ruhe angehen lassen. Das Team wurde letzte Woche ohne mich nominiert. Mit Nationaltrainer Santana und Koordinator Parreira, die ja beide aus Brasilien kommen,  ist alles so abgestimmt, dass ich über gute Leistungen und Spiele im Verein dann bei der WM dabei bin…

Die WM findet in Ihrer Heimat statt. Mit welchen Hoffnungen gehen Sie in dieses erste Turnier auf afrikanischem Boden?

Carnell: Ich war im Winter zu Hause. Afrika ist bereit für die erste WM, Afrika darf sich auf ein großes Fest freuen. Unser Land ist bereit für große Spiele und schöne Siege.

Auf was dürfen sich die Fans aus Deutschland in Südafrika freuen?

Carnell: Auf alles, ganz bestimmt. Leider wird viel negativ über unsere WM berichtet. Ich war selbst im Winter zu Hause und kann nur jedem sagen, kommt nach Südafrika, es lohnt sich, ihr werdet begeistert sein.

Wie stark ist Ihre Mannschaft? 

Carnell: Sie ist individuell sehr gut besetzt, mannschaftlich ist sie vielleicht noch nicht so kompakt. Unser bestes Team hatten wir sicherlich 2002 in Asien. Aber vielleicht schaffen wir eine Überraschung.

Wie werden Sie jetzt den Urlaub verbringen? 

Carnell: Gute Frage, ich werde mich jetzt mit meiner Familie in den Flieger nach Laage setzen und einige Tage an der Ostsee verbringen, Formalitäten in Rostock klären und alles gut vorbereiten für die Zeit bei Hansa. Dann geht es vielleicht noch einige Tage in einen Robinsonklub.

Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg in Rostock.

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