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01.10.2010 13:10 Uhr

Carl Zeiss Jena nach Negativserie auf Rang 18 zurückgefallen

Eigentlich hatte die aktuelle Spielzeit für den FC Carl Zeiss Jena recht verheißungsvoll begonnen. Obwohl sich die Thüringer nach ihrem großen personellen Aderlass im Sommer diesmal nur den Klassenerhalt zum Ziel gesetzt hatten, standen trotz eines schwierigen Auftaktprogramms nach drei absolvierten Begegnungen schon sechs Punkte zu Buche. Das erste Saisontor erzielte Ex-Hanseat Sebastian Hähnge beim 2:1 Auftaktsieg über den 1.FC Heidenheim schon nach sechs Minuten. Und auch die 0:2 Niederlage am zweiten Spieltag bei Dynamo Dresden warf die Mannschaft nicht zurück. Beim zuvor hoch gehandelten SV Sandhausen gelang anschließend ein 2:0 Auswärtssieg, so dass man im Jenaer Lager sogar wieder von einem ähnlich erfolgreichen Abschneiden wie in der Vorsaison, die der FC Carl Zeiss mit 60 Punkten auf Rang 5 abgeschlossen hatte, träumen durfte. Immerhin hofften die Thüringer ja auch noch auf zusätzliche Impulse durch ihren Top-Torjäger Orlando Smeekes, der in der Saison 2009/10 stolze 17 Treffer erzielt hatte und damit drittbester Torschütze der 3. Liga war. Der 28jährige Nationalspieler der Niederländischen Antillen war aufgrund einer Roten Karte aus der Vorsaison noch für drei Spieltage gesperrt gewesen.

Im Nachholspiel gegen Aufsteiger 1.FC Saarbrücken wollte Trainer Jürgen Raab seinen Stürmer dann erstmals wieder aufbieten, doch nachdem Smeekes im Juli zu einem Probetraining bei Coventry City weilte, stand er zunächst nicht auf der Meldeliste der Jenaer, hatte somit seine Sperre immer noch nicht abgesessen! Und es sollte an diesem Tag noch viel schlimmer kommen für Carl Zeiss. Gegen den Tabellenletzten aus dem Saarland, der zuvor noch keinen einzigen Zähler verbuchen konnte, kassierte man eine 0:7 Heimniederlage, von der sich die Jenaer bis zum heutigen Zeitpunkt noch nicht erholt zu haben scheinen. Nach nur zwei Punkten aus den vergangenen sieben Spielen sind die Thüringer auf den 18. Tabellenplatz zurückgefallen – lediglich die zweiten Mannschaften des SV Werder und FC Bayern haben einen Punkt weniger auf dem Konto und rangieren noch dahinter. Nur gegen das aktuelle Drittliga-Schlusslicht FC Bayern II (1:1) und den damaligen Tabellenletzten VfR Aalen (0:0) hatte es zu Hause zu zwei mühsamen Unentschieden gereicht.

Auch in Sachen Personalpolitik hatten die Jenaer weiterhin kein glückliches Händchen. Nachdem er im Probetraining überzeugt hatte, unterschrieb der 22jährige Stürmer Aykut Öztürk am 14. September einen Vertrag beim FCCZ. Doch nach Auffassung des Verbandes hatte der Spieler, dessen geplanter Wechsel im Sommer zum türkischen Süper-Ligisten Konyaspor geplatzt war, weiterhin einen gültigen Vertrag beim SV Wehen Wiesbaden und durfte deshalb nach Ablauf der Transferperiode nicht mehr wechseln.

Seit dem 12. September darf nun zwar Orlando Smeekes wieder mitwirken, konnte sich an den vergangenen vier Spieltagen allerdings noch nicht in die Torschützenliste eintragen. Mit je zwei Treffern sind Sebastian Hähnge sowie der im Sommer von RB Leipzig zu den Zeiss-Städtern gewechselte Christian Reimann die erfolgreichsten Schützen der Jenaer, die in ihren zehn Saisonspielen gerade einmal acht Tore erzielt haben – nur der VfR Aalen hat noch seltener getroffen. Mit 20 Gegentoren haben die Jenaer zudem die löchrigste Abwehr der 3. Liga.
Nach einem Viertel der Saison sind die Blau-Gelb-Weißen nun also doch mitten im Abstiegskampf angekommen. Zudem wurde am vergangenen Wochenende auch noch das prestigeträchtige Thüringen-Derby beim FC Rot-Weiß Erfurt mit 1:2 verloren. Nicht zuletzt auch deshalb hat die Mannschaft sehr viel Kredit bei den eigenen Fans verspielt und will diesen nun am kommenden Sonnabend in einem weiteren Traditions-Duell zurückgewinnen. Ob dies ausgerechnet gegen den Tabellenzweiten aus Rostock gelingt, muss natürlich abgewartet werden. Sicher ist nur, dass die Zuschauerränge im Ernst Abbe Sportfeld dann wieder etwas besser gefüllt sein werden als im vergangenen Heimspiel gegen den VfR Aalen, das nur noch 4285 Zuschauer sehen wollten.

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