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08.01.2009 13:34 Uhr

Däne Sebastian Svärd selbstbewusst: „Ich will endlich zeigen, was ich kann!“

Der F.C. Hansa Rostock hat einen neuen Dänen: Sebastian Svärd (25). Und: Er ist ein alter Mannschaftskamerad von Kapitän und Landsmann Martin Retov. Beide Skandinavier waren 2005 mit dem dänischen Top-Klub Bröndby Kopenhagen Meister und Pokalsieger ihres Landes. Sebastian kommt vom Bundesligisten Borussia Mönchengladbach, wo er noch bis 2010 unter Vertrag steht, und signierte an der Küste einen Kontrakt bis zum Saisonende. Schon am Donnerstag stieg Sebastian Svärd nach Erledigung letzter Formalitäten ins Training der Hanseaten ein. Das erste Interview gab er Hansa-Online.

Sebastian, Sie haben einen sicheren Vertrag bis 2010 und gehen zu einem Zweitligisten. War das nicht ein Risiko für Sie?

Svärd: Nein, überhaupt nicht. Ich suchte nach meiner Ausmusterung in Mönchengladbach im neuen Jahr eine neue Herausforderung. Hansa ist für mich ein absoluter Neuanfang. Ich mache mir keine Sorgen. Ich will endlich wieder einen Klub, wo ich zeigen kann, was ich wirklich kann.

Was gab den Ausschlag für Hansa?

Svärd: Ich will spielen. Ich habe denselben Berater wie Martin Retov, er und auch Martin haben mir viel Gutes über den Verein erzählt. Deshalb komme ich.

Aber Hansa steht in der 2. Liga im Abstiegskampf?

Svard: Dann wird es Zeit, dies zu ändern. Ich möchte dabei gerne helfen.

Eigentlich hatten Sie ja bis 10. Januar Urlaub von Borussia. Aber Sie haben schon trainiert?

Svärd: Stimmt. Mit meinen beiden Kollegen Marcel Ndjeng und Alexander Voigt, die zu den sieben Spielern in Mönchengladbach gehörten, mit denen der Verein nicht mehr plante, habe ich früher mit dem Training unter Anleitung von Co-Trainern und Physios bei Borussia begonnen. Dann kam das Angebot von Hansa. Ich sehe das als einen schönen Anfang des Jahres.

Warum hat es in Mönchengladbach nicht gepasst?

Svärd: Der einstige holländische Trainer Luhukay stand immer hinter mir. Aber ich hatte leider zeitweise Verletzungsprobleme, da konnte er nicht auf mich zählen, obwohl er mich als Stammspieler sah. Im ersten Bundesliga-Spiel nach dem Aufstieg gegen Stuttgart ließ er die Aufstiegself spielen, danach war ich gegen Hoffenheim dabei. Danach hatte ich eine Wadenverletzung. Als ich nach Wochen gesund war, setzte Christian Ziege auf mich. Schließlich spielte ich vier Spiele unter Meyer als rechter Verteidiger oder in der Innenverteidigung. Aber eigentlich bin ich ja ein zentraler Mittelfeldspieler, nur wir hatten Verletzungsprobleme im Team und ich habe ausgeholfen…

In den vergangenen Jahren sind Sie als Profi nicht gerade vom Glück geküsst worden…

Vard: Das stimmt absolut und ich weiß nicht warum. Keine Ahnung, wirklich. War es die Umstellung auf den deutschen Fußball, waren es die Verletzungen? Nein, ich kann es nicht sagen und ich will davon auch nichts mehr hören. Ich lebe im Hier und Heute und bin jetzt ein Spieler von Hansa, der dem Verein aus dem Keller der Tabelle helfen will. Basta.

Kommen Sie mit „Anhang“ an die Küste?

Svärd: Ich bin Single.

Sie tragen ein Tattoo auf dem Körper, welches Ihrem Vater gewidmet ist. Warum?

Svärd: Kurz vor seinem Tod hat er mir einige Zeilen geschrieben. „Liebster Sohn, entschuldige, dass Papa nicht mehr Zeit mit Dir verbracht hat, seit wir Dich zur Welt gebracht haben. Möge Gott immer mit Dir sein. Daddy!“ 20 Jahre nach seinem Tod habe ich diese Sätze zu Saisonbeginn in englischer Sprache  auf meinen Körper stechen lassen. Obwohl ich Tattoos eigentlich gar nicht mag.

Vater aus Ghana, Mutter aus Schweden – Sohn Däne. Wie passt das eigentlich zusammen?

Svärd: Mein Vater hat in Kopenhagen gearbeitet und Mutter auch…

Sie sind in Kopenhagen im Stadtteil Hvidovre geboren, warum haben Sie nie für den Traditionsklub gleichen Namens gespielt?

Svärd: Ich war kein Freund dieses Vereins…

Sie sind bereits mit 18 Jahren von Kopenhagen zu Arsenal London gewechselt. Warum passte es dort nicht?

Svärd: Der Schritt war damals zu groß. Ich habe aber trotzdem traumhafte Erinnerungen an den Verein. Die Zeit bei Arsene Wenger und die fünf Spiele, die ich im Trikot dieses Londoner Top-Klubs gemacht habe, werde ich nie vergessen.

Sie wurden mit Bröndby Meister und Pokalsieger, spielten bei Vitoria Guimaraes im UEFA-Pokal. Welches war Ihre schönste Fußballzeit?

Svärd: Schwierig. Der Erfolg war in Kopenhagen, gute Erfahrungen habe ich international in Portugal gemacht. Ich stufe Bröndby etwas höher ein, denn mit Vitoria bin ich dann abgestiegen…

Sie haben über 50 Länderspiele für Dänemarks Nachwuchsmannschaften. Warum hat es nie einen Einsatz in der Nationalelf gegeben?

Svärd: Morten Olsen hat mich ab 2006 mehrmals geholt und immer dann hatte ich Verletzungspech. Aber: Wenn ich jetzt mal in Rostock zehn oder 15 Spiele am Stück mache, was ich unbedingt will, dann bin ich sicher, kriege ich auch meine erste Kappe für Dänemark.

Na dann viel Erfolg und danke für das interessante Gespräch.

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