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27.11.2008 10:09 Uhr

Danke, Professor Dr. Klinkmann!

Die Aufsichtsratswahl in der Rostocker Sport- und Kongresshalle war für viele nicht nur ein Neubeginn. Es war auch der offizielle Abschied eines Mannes, der ein Stück Geschichte beim F.C. Hansa schrieb: Prof. Dr. Horst Klinkmann (73).

Der weltbekannte und weitgereiste Rostocker Nierenspezialist ist gewissermaßen ein „Kind“ des Vereins, drückte einst schon beim SC Empor Rostock dem Verein die Daumen und gehörte seit 1965 zu den Gründungsmitgliedern des F.C. Hansa Rostock.

Als am 1. Dezember 1996 erstmals ein Aufsichtsrat im hanseatischen Fußballklub installiert wurde, übernahm der Mecklenburger aus Teterow die Kommandobrücke und führte seither die traditionelle Kogge durch Wind und Wetter, jubelte bei Siegen und litt bei Niederlagen, durchschipperte mit dem Verein hohe Wellengänge und stille See. Mit hanseatischer Gelassenheit und maritimer Rhetorik gelang es dem Mann, den sie immer alle nur „Professor“ nannten, durch über 40 Jahre Vereinsgeschichte zu führen. Immer konnte sich der „Kapitän“ der Kogge dabei auf seine engagierte Mannschaft auf der Kapitänsbrücke im Aufsichtsrat und im Vorstand verlassen. Die Mitglieder honorierten seinen Einsatz und seine Leidenschaft mit überwältigenden Wahlsiegen in den Jahren 2000 und 2004. Seine Kollegen und Sportkameraden schätzten ihn für seinen streitbaren, aber doch klaren Führungsstil und die Medien liebten ihn für seinen blumenreichen Wortschatz.

Aber schon lange vor der Wahl 2008 versprach Professor Dr. Klinkmann seiner Gattin den Abschied von der Kommandobrücke beim F.C. Hansa. Mit dem 26. November 2008 hat der Mediziner sein Familienversprechen eingelöst, einen bewegenden Abschied gefeiert und die Geschicke des Vereins in die Hand eines jüngeren Nachfolgers gegeben.

Aber auch ein Professor Dr. Horst Klinkmann geht niemals so ganz. „Natürlich bleibt der F.C. Hansa für mich eine Herzensangelegenheit.“

In den Worten des Mecklenburgers stand auch in der Stunde des Abschieds Stolz. „Ich bin froh, dass wir seit der Gründung des Vereins sowohl vor der Wende als auch danach niemals tiefer als in der 2. Liga gespielt haben.“

Dabei waren Erfolge wie der NOFV-Meistertitel als auch der NOFV-Pokalsieg und drei Aufstiege in die Bundesliga die schönsten Erlebnisse. Jeder Abstieg war unterdessen ein großer Schmerz für den Mann ganz vorne.

Sieben Trainer standen seit Klinkmanns Amtszeit unten am Rasen. Ehrlich gesteht der Professor: „Jeder Abschied eines Trainers ging mir dabei immer sehr nahe.“

Was wünscht sich einer wie Prof. Dr. Horst Klinkmann mit solch einem Wissen an Erfahrung und Erlebnissen? „Ich wünsche meinem Nachfolger, dass er nunmehr genauso viel Vertrauen erhält wie ich.“

Als Ehrenvorsitzender des F.C. Hansa Rostock freuen wir uns auf Rat und Tat des Mediziners und sagen hanseatisch knapp: „Danke, Professor.“

 

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