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05.08.2016 21:30 Uhr

Das exklusive "... mit Hansa Rostock unterwegs"-Interview mit Tommy Grupe

„… mit Hansa Rostock unterwegs“ bringt euch unsere Profis so nah wie noch nie. Wo kommen unsere Spieler her, was machen sie in ihrer Freizeit und was zeichnet sie auch außerhalb des Fußballplatzes aus? Wir finden es für euch heraus. Für unsere Premieren-Ausgabe haben wir uns mit Tommy Grupe in seinem Heimatort Kritzmow getroffen, schließlich verköpert kaum ein Hansa-Spieler die Leidenschaft für die Kogge so sehr wie Tommy. Unser Eigengewächs hat trotz seines jungen Alters schon viel beim FCH erlebt. Seine Fußballbegeisterung hat allerdings ein paar Kilometer südlich von Rostock begonnen.

Hansa: "Tommy, wir treffen dich auf dem Gelände des FSV Kritzmow, in deinem Heimatort. Welche Verbindungen und Erinnerungen hast du an die Gegend und deinen ersten Fußballverein?"

Grupe: "Meine Verbindung nach Kritzmow ist noch sehr groß, weil meine Familie noch größtenteils hier wohnt. Meine Großeltern und meine Eltern haben ein Doppelhaus in Kritzmow, weshalb ich mindestens einmal in der Woche vorbeischaue. Der Platz hier weckt natürlich auch Erinnerungen, schließlich habe ich beim FSV angefangen Fußball zu spielen, habe gelernt Tore zu schießen, den Gegner zu bearbeiten und zu verteidigen - damals noch mehr offensiv als defensiv."

Hansa: "Wer hat dich dazu gebracht Fußball zu spielen?"

Grupe: "Ich glaube das kam durch meinen Papa, der damals auch schon beim FSV gespielt und mich irgendwann mitgenommen hat. Ich habe schon recht früh - mit drei, vier Jahren - bei seinen Spielen zugeguckt, war immer total begeistert und motiviert. Ich war einfach ein großer Fan von meinem Papa und habe mich immer riesig gefreut, wenn er getroffen hat. Deshalb war mein Weg wohl schon fast vorbestimmt. Im Kindergarten haben meine Freunde ich es sogar fast übertrieben mit dem Kicken. Da wir bei Wind und Wetter unsere Mützen und Jacken als Pfosten verwendet haben, waren Erkältungen keine Seltenheit - deshalb wurden uns irgendwann auch Tore hingestellt. Danach ging es (lacht)."

Hansa: "Mit deinem Papa verbindet dich nicht nur die Leidenschaft für den Fußball - ihr teilt euch auch den gleichen Vornamen oder?"

Grupe: "Das stimmt, ja. Ich weiß zwar nicht, woher ihr das schon wieder wisst, aber ich habe den zweiten Vornamen von meinem Papa (lacht)."

Hansa: "Den starken Zusammenhalt in deiner Familie merkt man dir an. Deine Familie ist auch in schweren Phasen für dich da."

Grupe: "Ja, absolut. Ich habe in den vergangenen Jahren meiner Karriere einige harte Verletzungen einstecken müssen, konnte mich in diesen Phasen aber immer auf eine Familie, aber auch auf meine Freunde verlassen. Für diesen Rückhalt bin ich sehr dankbar und deshalb ist mir mein Ursprung hier in Kritzmow auch sehr wichtig."

Hansa: "Du meinst deine beiden Kreuzbandrisse. Hast du dir gerade nach dem zweiten schweren Rückschlag Gedanken über einen Plan B gemacht, falls du deine Fußballkarriere verletzungsbedingt beenden musst?"

Grupe: "Na klar. Das macht man von alleine. Anfangs hatte ich vor, im sportlichen Bereich zu bleiben, doch mittlerweile habe ich mich für etwas anderes entschieden. Im September beginne ich ein BWL-Studium, das ich neben dem Fußball abschließen möchte. Hansa und kicken bleiben aber meine klare Nummer eins, weshalb ich auch weiterhin meine ganze Energie in den Fußball stecken werde. Ein zweites Standbein ist aber sicherlich nicht schlecht."

Hansa: "Hast du im Zuge deiner letzten Verletzung etwas verändert, um möglichen neuen Verletzungen vorzubeugen?"

Grupe: "Ich war vor Kurzem in der Gesundheitspraxis von Jens Kunath, der jahrelang für Hansa zwischen den Pfosten stand. Tom Weilandt hatte dort im vergangenen Jahr einen Ernährungstest gemacht und mich mit einfach mal mitgenommen, weil es ihm etwas gebracht hat. Die Ernährung spielt im Fußball eine immer größere Rolle. Also habe ich mich testen lassen, auf welche Lebensmittel mein Körper allergisch reagiert und welche er gut ab kann. Meine Ernährungsumstellung liegt jetzt fünf Wochen zurück und ich fühle mich richtig wohl damit."

Hansa: "Du hast Tom Weilandt angesprochen. Mit welchen deiner früheren Mitspieler bist du noch befreundet?"

Grupe: "Zum Glück noch mit einigen! Tom Weilandt ist beispielsweise ein sehr guter Freund von mir. Dann Pelle Jensen, der leider aufgrund vieler Verletzungen seine aktive Laufbahn beenden musste und nun ein Studium anfängt. Ben Zolinski und Edisson Jordanov, die bei unseren Konkurrenten aus Paderborn bzw. Münster spielen. Oder Paul Ladwig, der in Amerika studiert, aber trotzdem einer meiner engsten Freunde ist. Und dann natürlich Lennart Bremer, mit dem ich im Nachwuchs viel zusammengespielt habe und Michael Borchert, der aktuell als C-Jugend-Trainer bei Hansa arbeitet. Wir sind einfach eine tolle Gruppe, fahren im Sommer und im Winter zusammen in den Urlaub und haben uns trotz unterschiedlicher Werdegänge im Fußball nicht aus den Augen verloren, was sehr schön und in dieser Größenordnung auch recht selten ist."

Hansa: "Was dich mit den meisten deiner Freunde verbindet, ist ein besonderer Triumph im Jahr 2010…"

Grupe: "Das Jahr 2010 war ein ganz besonderes Jahr für uns. Ich glaube das vergisst man auch sein Leben lang nicht. In dem Jahr sind wir Deutscher A-Junioren-Meister geworden. Wir haben eine richtige gute Runde im Nordosten (A-Junioren-Bundesliga Nordost, Anm. d. Red.) gespielt, wurden Staffelsieger und haben uns im anschließenden Halbfinale gegen die U19 von Mainz 05 durchgesetzt. Im Finale haben wir schließlich Leverkusen mit 1:0 besiegt. Dieser Gewinn hat uns nochmal total zusammengeschweißt – als Team und als Freunde."

Hansa: "Kommen wir auf dein Spiel zu sprechen, Tommy. Was motiviert auf dem Feld am meisten? Gewonnene Zweikämpfe oder eine gute Spieleröffnung?"

Grupe: "Am schönsten ist es natürlich, wenn du Zweikämpfe oder Kopfballduelle gewinnst und den Ball für deine Mannschaft erobern kannst. Auch eine schöne Seitenverlagerung und ein guter Flugball aus der Innenverteidigung oder der Zentrale, der eine neue Chance für das eigene Team ermöglicht, spornen mich sehr an."

Hansa: "Zwei eigene Tore sind bestimmt auch nicht schlecht für die eigene Motivation oder?"

Grupe: "Das stimmt. Meine beiden Treffer in Unterhaching werde ich nie vergessen. Wir sind damals schnell durch einen Elfmeter in Rückstand geraten. 20 Minuten später hatten wir das Spiel gedreht und ich beide Tore gemacht. Ein tolles Gefühl mit Seltenheitswert, schließlich komme ich in der Innenverteidigung und im defensiven Mittelfeld nicht so häufig zum Abschluss. Noch wichtiger waren aber die drei Punkte – und die haben wir uns letztlich auch gesichert."

Hansa: "Danke, Tommy!"


PS: Ihr wollt wissen, wer alles aus welchem Grund in Tommys "Traum-Elf" aufläuft? Dann schaut schnell ins Video!

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