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11.10.2007 08:37 Uhr

Der F.C. Hansa Rostock – ein Sprungbrett für viele

Wer die Geschäftsstelle des F.C. Hansa Rostock betritt, dessen Blick schweift im Parterre in der Regel zu erst nach rechts – auf die Ehren-Tafel des Vereins. Hier hängen die Fotos von 50 Jahren Rostocker Fußball-Geschichte, von über 40 Jahren Hansa-Historie. Aber um die Klub-Philosophie vom Ausbildungsverein zu verstehen, muss man auch einen Blick in die Gegenwart wagen. Der zeigt, unabhängig vom Tabellen-Bild der einzelnen Mannschaften der Hanseaten gibt es heute an der Küste so viele Auswahlspieler in allen Altersklassen wie nie zu vor. Viele begannen hier in Rostock als Nobodies. Inzwischen tragen sie die Trikots ihres Landes, sind Jugend-, Nachwuchs- oder A-Nationalspieler. Jungprofis von diesem Schlage sind Amir Shapourzadeh (Iran), Djordjije Cetkovic (Montenegro), Zafer Yelen (Türkei), Kai Bülow (Deutschland). Wir werfen hier mal einen Blick in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
 
Der SC Empor bzw. später der F.C. Hansa stellte von den 273 DDR-Auswahl-Spielern, die das Nationaltrikot der A-Mannschaft trugen, 21 Aktive.
Für viele waren solche Nominierungen leider nur kleine Episoden. Denn mit Joachim Streich, Gerd Kische, Thomas Doll, Herbert Pankau  und Klaus-Dieter Seehaus kamen nur fünf Hanseaten über 10 Länderspiele. Die anderen absolvierten wie z.B. Jürgen Heinsch sieben oder noch weniger Begegnungen. So waren viele Rostocker zwar landesweit bekannt, aber oft vor allem eher regionale Helden wie Kurt Zapf, Wolfgang Barthels, Rainer Jarohs, Dieter Schneider, Werner Drews, Heino Kleiminger oder Heiko März. Nimmt man die Zeit bis zur Wende, dann hatte Hansa vier ganz große Nationalspieler. Joachim Streich, Gerd Kische, Herbert Pankau und Kurt Zapf erreichten auch über die Stadtgrenzen hinaus große Popularität.
Die Einordnung der Rostocker Nationalspieler um die Wende herum ist dagegen nicht ganz so einfach: Manch Spieler wurde hier im Verein groß, machte aber erst später Karriere.
Typische Beispiele dafür sind Thomas Doll und Carsten Jancker.

Doll und Jancker lernten an der Küste im Hansa-Dress das ABC des Spiels. „Dolly“ wurde später zum BFC delegiert, spielte in der DDR- und Olympiaauswahl und nach der Wende für den HSV und Lazio Rom. 1992 wurde er Vize-Europameister und mittlerweile ist Thomas Doll ein anerkannter Bundesliga-Trainer.

Carsten Jancker zog es unterdessen im Wendejahr als Junior zum 1.FC Köln und dann nach Wien. Über Bayern München wurde er Nationalspieler und 2002 Vize-Weltmeister.
René Schneider ist unter Frank Pagelsdorf in dessen erster Amtszeit zum Nationalspieler gereift, wechselte 1996 zu Borussia Dortmund und gehörte zum Team von Berti Vogts, welches dann Europameister wurde.

Ihre „Grundausbildung“ als Nationalspieler bekamen auch Marko Rehmer, Stefan Beinlich und Oliver Neuville im Hansa-Trikot. Aber erst als diese Spieler bei Hertha BSC bzw. Bayer Leverkusen waren, rückten sie in den Focus der deutschen Nationaltrainer. Rehmer und Neuville wurden 2002 mit Deutschland Vize-Weltmeister und Neuville 2006 auch WM-Dritter.
Aber auch ausländische Profis nutzen den F.C. Hansa und die Bundesliga als Sprungbrett zu Ruhm und Ehre.

Typisch dafür sind die Karrieren von Sergej Barbarez und Victor Agali, die in Bosnien-Herzegowina bzw. in Nigeria zu Nationalspielern aufstiegen. Beide wurden in ihren Ländern auch als Fußballer des Jahres geehrt.
Nach dem Bundesliga-Abstieg 2005 und dem Wiederaufstieg 2007 ist es Chefcoach Frank Pagelsdorf und seinem Trainerteam gelungen, ein neues Netzwerk im Ausbildungsverein F.C. Hansa Rostock zu schaffen.

Typisch für diese Entwicklung ist, dass Hansa mit zwölf (!) Bundesliga-Debütanten in die Saison 2007/2008 ging: Diego, Langen, Orestes, Pearce, Stein, Bülow, Cetkovic, Rathgeb, Yelen, Hähnge, Kern und Menga. Im Liga-Vergleich ist das die mit Abstand größte Zahl an Neulingen. Bei drei weiteren Rostockern (Sebastian, Shapourzadeh, Schied) lässt sich die Bundesliga-Erfahrung nahezu noch in Minuten angeben. 14 der jetzigen Profis kickten vor vier Spieljahren noch in der dritten oder vierten Liga bzw. spielten damals als Junioren beim F.C. Hansa oder in anderen Vereinen.

Inzwischen gibt es mehrere Fußballer an der Küste, die Jugend-, Nachwuchs- oder A-Nationalspieler geworden sind. Jung-Profis wie Amir Shapourzadeh (Iran), Djordjije Cetkovic (Montenegro), Zafer Yelen (Türkei), Kai Bülow (Deutschland) wurden unter Frank Pagelsdorf zu Auswahlkickern. Darüber hinaus ist Heath Pearce amerikanischer Nationalspieler.
Im 40. Jahr des Vereinsbestehens entwickelte sich mit Toni Kroos darüber hinaus ein Jugendspieler des F.C. Hansa so sensationell, dass ihn der FC Bayern München 2005 schon als 16-Jährigen verpflichtete. Vor wenigen Wochen wurde der gebürtige Greifswalder bei der U17-WM als bester Spieler des Turniers ausgezeichnet.

Inzwischen wachsen in Rostock mit Bruder Felix Kroos , Tommy Gruppe und weiteren jungen Burschen schon wieder neue Talente heran.

 

Alle aktuellen Auswahlspieler des F.C. Hansa auf einen Blick:
Profi-Abteilung: Heath Pearce (A-USA), Amir Shapourzadeh (erweiterter Kreis A-Iran), Djordjije Cetkovic (A-Montenegro), Victor Agali (erweiterter Kreis A-Nigeria), Zafer Yelen (U21 Türkei), Kai Bülow (erweiterter Kreis U23 Deutschland).
Amateur-Mannschaft: Albert, Buschke, Jänicke (ehemals erweiterter Kreis des DFB bzw. Landesauswahl).
Bundesliga-A-Junioren: Für die Landesauswahl Mecklenburg-Vorpommern sind dies Kirsch, Gusche, Schumski, Zittlau, Rausch, Bloch, Tsiatouchas, Bredeveldt
Bundesliga-B-Junioren: Felix Kroos DFB U17, Tommy Grupe DFB U16, Klak (DFB A-Kader), Landesauswahl U17: Borchert, Müller, Wilke, Brügmann, Schameitke, Georg, Schindel, Starke, Steinfeld. U16: Zolinski, Bremer, Klonz, Fenske, Ladwig, Jensen, Meiser, Pohanka, Weilandt.
C1-Junioren: Brinkies und Uecker (DFB A-Kader), Jordanow (DFB-B-Kader); Landesauswahl Mecklenburg-Vorpommern: Knäbke, Dech, März
C2-Junioren: Landesauswahl Mecklenburg-Vorpommern: Flath, Quaschner, Engert, Mietzelfeld, Hojenski, Schröpfer, Mielke, Weiss, Hempel.


 

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