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11.08.2010 11:52 Uhr

Der F.C. Hansa Rostock trauert um Kurt Zapf

Der F.C. Hansa Rostock trauert um Kurt Zapf, der in der Nacht vom 10. zum 11. August 2010 kurz vor Vollendung seines 81. Lebensjahres verstorben ist. „Mit Betroffenheit und Erschütterung haben wir von seinem Tod erfahren. Kurt Zapf war eine Legende unseres Vereins, eine große Spielerpersönlichkeit des SC Empor und des F.C. Hansa Rostock und ein zuverlässiger Freund, der unserem Verein auch nach dem Ende seiner fußballerischen Laufbahn tief verbunden blieb“, so Hans-Ulrich Gienke, Aufsichtsratsvorsitzender des F.C. Hansa.
 
Der am 16. August 1929 in Plauen geborene Kurt Zapf gehörte zu jenen Spielern, die 1954 vom erzgebirgischen Empor Lauter an die Ostseeküste wechselten und damit den hochklassigen Fußball nach Rostock brachten. Am 14. November 1954 führte Kurt Zapf als Kapitän dann den SC Empor Rostock in das Premierenspiel gegen Chemie Karl-Marx-Stadt.
Bis 1967 folgten für den SC Empor und den F.C. Hansa 242 Meisterschaftsspiele und 34 Partien im FDGB-Pokal. In den Jahren 1957 und 1958 absolvierte der Abwehrstratege vier Länderspiele für die DDR. Nach dem Ende seiner Fußball-Karriere war Kurt Zapf auch als Trainer und in verschiedenen Vereinsgremien des F.C. Hansa tätig.
 
Kurt Zapf war bei seinen Mitmenschen nicht nur wegen seiner hervorragenden fußballerischen Fähigkeiten, sondern auch wegen seiner Geradlinigkeit und Aufrichtigkeit hochgeachtet und beliebt. Wir werden uns immer dankbar und mit hoher Wertschätzung eines Mannes erinnern, der unserem Verein durch seine Leistungen und seine Persönlichkeit viel gegeben hat. Der F.C. Hansa Rostock wird Kurt Zapf nicht vergessen und sein Andenken stets in Ehren halten.
 
Unser Mitgefühl und unsere Anteilnahme gelten den Angehörigen und Freunden von Kurt Zapf.   

Kurt Zapf - über 50 Jahre Kämpfer für den Rostocker Fußball
 
Kurt Zapf ist tot. Nur wenige Tage vor seinem 81. Geburtstag verstarb mit dem am 16. August 1929 in Plauen geborenen Sachsen ein Fußballer, der ein Stück lebendige Fußball-Historie unseres Vereins darstellte. Kaum ein anderer Spieler des F.C. Hansa war nämlich so mit der Vergangenheit und Gegenwart des Fußballs verbunden.
Kurt hat wie der Rostocker Fußballverein seine Wurzeln im Erzgebirge. Er begann 1940 beim VfB Plauen mit dem Fußball spielen. 1952 stand er schließlich in den Reihen des Liga-Vereines des Betriebssportvereines von Zellwolle Plauen.
Ab der Fußballsaison 1952 wechselte er zum Oberligisten Empor Lauter. Für diesen Verein vor den Toren von Lauter spielte er 32 Mal in der höchsten Spielklasse der DDR-Oberliga.
1954 verfügten die Sportfunktionäre der DDR in Berlin, dass auf Grund des sächsischen Fußball-Ballungsraumes und der Brachlandschaft des Fußballs an der Ostsee der Verein komplett nach Mecklenburg-Vorpommern verlagert wurde.
Die Oberligamannschaft Empor Lauter wurde so 1954 auf Beschluss von "oben" nach Rostock delegiert. "Unter dem Namen des SC Empor Rostock werden künftig die Oberligaspiele der bisherigen BSG Empor Lauter im Rostocker Ostseestadion ausgetragen", vermeldete damals die Fußball-Woche „fuwo“ unter der Überschrift "Empor Lauter nun in Rostock".
Der Trainer war damals Oswald Pfau. Pfau war schon ein halbes Jahr in Lauter Trainer, ehe eine Rumpf-Mannschaft von fast einem Dutzend Spielern um Kurt Zapf und Karl Pöschel seinerzeit die Berge gegen das Meer eintauschte und diese Truppe am 14. November 1954 im neu erbauten Rostocker Ostsee-Stadion gegen Chemie Karl-Marx-Stadt (0:0) das erste Meisterschafts-Treffen bestritt. Die geschichtsträchtige Elf des ersten Spiels von Fußball-Lehrer Pfau: Rudi Leber, Kurt Zapf, Gerhard Schaller, Karl-Heinz Singer, Karl Pöschel, Rudolf Schneider, Arthur Bialas, Herbert Müller, Rolf Leeb, Günter Barticki, Herbert Zwahr.
 
Haudegen Kurt Zapf erzählte uns damals über diese Pionierzeit: „Wir Spieler wohnten im „Mecklenburger Hof“ mit Trainer Oswald Pfau unter einem Dach. Bierabende waren unter seiner Kontrolle kaum möglich. Der Pfau hatte doch noch im Rücken Augen…“
In der DDR-Oberliga spielten der SC Empor und der F.C. Hansa mit ihrem Star Kurt Zapf mit wechselndem Erfolg. In den Jahren 60er Jahren zählten die Rostocker zu den Spitzenmannschaften des DDR-Fußballs, zum Titelgewinn reichte es aber nie. Viermal (1962, 1963, 1964, 1968) musste man sich als Vizemeister geschlagen geben. Auch in fünf Pokalendspielen (1955, 1957, 1960, 1967, 1987) fehlte immer ein kleines Stück zum Sieg.
 
Zapf erlebte im Rostocker Fußball auch ganz schwere Stunden. 1956 stieg Kurt Zapf mit Empor aus der Oberliga ab und 1957 aber auch direkt wieder auf. Als Abwehrorganisator spielte Zapf bis 1967 in Rostock.
Kurz Zapf stand mit Empor/Hansa Rostock viermal selbst im Endspiel des FDGB-Pokals und verlor alle vier Partien. 1955 unterlag man Wismut Karl-Marx-Stadt mit 2:3 nach Verlängerung. 1957 musste sich die Mannschaft als Zweitligist Lok Leipzig mit 1:2 n.V. geschlagen geben. Der Siegtreffer für Leipzig in der Verlängerung resultierte aus einem durch Zapf verursachten Handelfmeters. Die dritte Endspielniederlage folgte schließlich 1960 - Empor unterlag Jena mit 1:2, erneut in Verlängerung. 1967 gab es für Zapf und Hansa Rostock eine klare 0:3-Niederlage gegen Motor Zwickau in Brandenburg.
Zapf war ein gefürchteter, harter Verteidiger, der viermal als Nationalspieler für die einstige DDR zum Einsatz kam.
Seine Mannschaftskameraden kannten ihn als einen knorrigen, aber liebenswerten Menschen, der als Spieler unerschrocken und kompromisslos agierte. Er schonte weder sich noch seine Gegenspieler. Nach dem Spiel saß er gerne mit seinen Mannschaftskameraden zusammen. In Interviews wiederholte er oft diese Sätze: „Hansa war immer mein Verein, es war ein Stück meines Lebens. Ich habe es nie bereut, mit meiner Familie den Weg von Lauter nach Rostock angetreten zu haben.“
Nach seiner aktiven Zeit war Zapf lange Jahre auch noch im Nachwuchsbereich des F.C. Hansa Rostock tätig. Zwischen dem 15. April 1965 und dem 30. Juni 1965 war Zapf kurzzeitig sogar Trainer der ersten Mannschaft. Er strahlte auch als Übungsleiter einen enormen Respekt aus.
Nach seiner aktiven Zeit war Kurt Zapf als Sportlehrer an der Berufsschule des VEB Seeverkehr im Einsatz.
Als Mitglied des Ältestenrates besuchte er bis zum Abstieg des F.C. Hansa im Sommer die Spiele des Vereins mit seinen ehemaligen Mannschaftskameraden.
Von seiner Wohnung in der Lange Straße in Rostock, die er vor über 50 Jahren bezog, wechselte er als Witwer schließlich in ein Seniorenwohnheim.
In den letzten Tagen besuchten den erkrankten Kurt Zapf noch der einstige Hansa-Präsident Ernst-Moritz Pahnke sowie der heutige Vorstandsvorsitzende Bernd Hofmann.
Jetzt hörte Kurts starkes Herz auf zu schlagen. Aber den Namen Zapf wird man immer in guter Erinnerung behalten. Kurt Zapf war ein Mann, der für viele Generationen Vorbild war und schließlich den Verein entscheidend geprägt hat!
 

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