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21.03.2006 14:02 Uhr

Der nächste Heimgegner: Karlsruher SC

Beim Karlsruher SC herrscht wieder Selbstbewusstsein. Vier Jahre lang musste stets bis zum letzten Spieltag um den Klassenerhalt gezittert werden. Jetzt spielt der Klub unerwartet um den Aufstieg ins Oberhais mit. Nach dem 3:1 gegen LR Ahlen am vorigen Sonntag liegen die Badener nur einen Zähler hinter dem dritten Aufstiegsplatz.

 

Der Erfolg kommt für Torjäger Sean Dundee nicht überraschend. „Wir stehen zu Recht dort oben - aber wir können noch mehr“, sagt der Stürmer und fügt an: „Ich bin mit dem KSC 1998 abgestiegen. Jetzt will ich wieder aufsteigen. Das ist mein großer Wunsch.“ Und Kapitän Danny Schwarz ergänzt: „Wenn wir aggressiv spielen, können wir jeden Gegner schlagen.“

 

Schon während der Saisonvorbereitung hatte sich angedeutet, wohin der Weg in dieser Saison hinführen könnte. Alle Akteure ziehen an einem Strang, lassen sich auch durch Negativ-Erlebnisse nicht in ihrer Motivation beirren und gewinnen.

 

Die KSC-Truppe besteht zum Großteil aus Eigengewächsen: Neun Akteure haben schon in der eigenen Jugend gespielt. Sieben davon sind nicht älter als 25 - insgesamt stehen 14 Spieler unter 26 Jahren im Kader. Mit einem Durchschnittsalter von 25,65 Jahren hat der Klub hinter 1860 München (25,60) und der SC Freiburg (25,40) die drittjüngste Mannschaft der 2. Liga.

 

Dass der KSC mit seinem Jugendkonzept Erfolge feiert, ist - zurückhaltend formuliert - auf den ersten Blick nicht erkennbar. Das Jugendheim ist eine alte Holzbaracke, das Umkleidehaus hat seine besten Tage hinter sich, die Trainingsplätze „sind miserabel, eines Zweitligisten nicht würdig“, wie sogar Trainer Edmund Becker zugibt.

 

Selbst das Jugendhaus, in dem früher bis zu elf Spieler untergebracht waren, gibt es nicht mehr. Zu teuer. Denn Geld ist kaum vorhanden. Gerade einmal 300.000 Euro stehen im Jahr zur Verfügung. Dennoch schickt sich der KSC wieder an, die Talentschmiede des deutschen Fußballs zu werden - wie in den frühen 90er Jahren, als die Badener zum Hoflieferanten von Bayern München mutierten. Jungstars wie Mehmet Scholl, Oliver Kahn, Michael Sternkopf und Oliver Kreuzer wurden damals mit Millionen nach München gelockt.

 

Die Scholls und Kahns heute heißen Christian Eichner, Martin Stoll, Carsten Rothenbach, Timo Staffeldt oder Sebastian Freis - und sie haben sich allesamt bereits einen Stammplatz erkämpft. „U21“-Nationalspieler Ioannis Masmanidis schaffte schon in der Winterpause den Sprung in die Bundesliga zu Arminia Bielefeld. „In unserer Region gibt es immer gute Talente. Man muss sie finden, ausbilden, ihnen aber auch eine Chance bei den Profis geben“, erklärt KSC-Manager Rolf Dohmen das Jugendkonzept. Dass die Talente ihre Chance in Karlsruhe kriegen, dafür ist vor allem Trainer Becker verantwortlich. Dohmen: „Ede war hier jahrelang Amateurtrainer. Er hat schon immer unsere Jugend beobachtet. Er weiß genau, was die Jungs können.“

 

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