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02.03.2009 12:58 Uhr

Der neue Hansa-Manager René Rydlewicz: Ich bin gekommen, um zu helfen!

René Rydlewicz (35) – mit dem neuen Lizenzchef des F.C. Hansa Rostock setzen die Mecklenburger an der Ostsee auf einen Mann mit „Stallgeruch“. Mit dem ehemaligen Fußballprofi verpflichteten die Hanseaten einen Intimkenner des gesamtdeutschen Fußballs. Der Lausitzer, der in Döbern begann, die KJS in Cottbus besuchte, spielte mit 16 Jahren zusammen mit Thomas Doll und Frank Rohde in der DDR-Oberliga. Er war damals eines der großen Talente des gesamtdeutschen Fußballs, wurde Jugend-Vize-Europameister mit der DDR, kam in seiner Laufbahn auf 31 Junioren-Länderspiele für die U16 und U17 (24/7) des DFV und absolvierte 16 U21-Länderspiele (3 Tore) für den DFB. Rydlewicz hat in seiner Karriere unter Fußballtrainern wie Reinhard Saftig, Ernst Middendorp, Heribert Bruchhagen, Christoph Daum und Werner Lorant ebenso gearbeitet wie unter den hanseatischen Fußball-Lehrern Andreas Zachhuber, Friedhelm Funkel, Armin Veh, Juri Schlünz, Jörg Berger und Frank Pagelsdorf. In seiner aktiven Zeit als Kicker spielte Rene Rydlewicz in Leverkusen mit Nationalspielern wie Ulf Kirsten, Andreas Thom oder Christian Wörns, später mit Bernd Schuster, Bruno Labbadia und Rudi Völler. Über den TSV 1860 München und Arminia Bielefeld kam Rene Rydlewicz im Jahr 2000 an die Küste und bestritt in acht Jahren für Hansa 199 Meisterschaftsspiele, ehe sich der Publikums-Liebling im Sommer 2008 unter Standing Ovations von den Fans verabschiedete.

Rydlewicz absolvierte insgesamt 278 Erstliga- und 79 Zweitliga-Spiele. Nach nur acht Monaten als Spieler-Manager beim Verbandsligisten FC Anker Wismar folgte er am 28. Februar dem Ruf des F.C. Hansa als Manager, unterschrieb als Vorstand für die Lizenzspieler-Abteilung für die Bundesliga und 2. Liga bis 2011. Wir baten René Rydlewicz um das erste Interview.

Mit welchen Gefühlen haben Sie das Angebot angenommen?

René Rydlewicz: Ich freue mich auf diese Aufgabe und bin optimistisch. Wir müssen jetzt alle Kräfte bündeln und den Karren gemeinsam aus dem Dreck ziehen und ich gehe davon aus, dass wir das schaffen. Die Überzeugung ist absolut da. Ich bin froh, dass es losgeht. Und ich hatte schon am letzten Wochenende keine ruhige Minute. Es heißt nur noch, Gas geben, hart arbeiten, drei Monate am Stück.

Wie gut kennen Sie die Situation von Verein und Mannschaft?

René Rydlewicz: Nach meinem Abschied stand ich immer in gutem Kontakt mit den Leuten des Vereins oder mit Spielern. Ich habe die letzten fünf Spiele live oder am TV gesehen.

Wie sehen Sie die Situation der Mannschaft?

René Rydlewicz: Ich will keine Volksreden halten. Es zählt nur arbeiten, arbeiten und nochmals arbeiten. Wenn es sein muss, werde ich das 24 Stunden am Tag tun. Ich war als Spieler ein Kämpfer und ich werde das auch jetzt sein.

Kam das Angebot für Sie genauso überraschend wie für die Fans?

René Rydlewicz: Ja, klar.  Es gab kurze Gespräche und ein schnelles Ja von mir. Ich bin kein Träumer, ich weiß, worauf ich mich eingelassen habe.

Wie groß sind die Schuhe, in die Sie jetzt treten?

René Rydlewicz: Wir stehen vor der schwierigsten Aufgabe des Vereins seit seiner Gründung. Dafür ist jetzt alle Disziplin und Leidenschaft gefragt. Der F.C. Hansa war noch nie drittklassig und das soll auch so bleiben.

Wie lange haben Sie gebraucht, um den neuen Job anzunehmen?

René Rydlewicz: Ich habe meinen Lebensmittelpunkt 2000 hierher verlegt und seither für Hansa gespielt. Ich hänge mit Herzblut an diesem Verein. Deshalb habe ich ja auch nicht lange überlegt, als die Anfrage kam. Ich bin gekommen, um zu helfen und ich gehe davon aus, dass ich auch wirklich helfen kann und wir es gemeinsam schaffen.

Wie hat man in Wismar darauf reagiert?

René Rydlewicz: Man hat mir keinerlei Steine in den Weg gelegt. Auch Anker-Präsident, Reinhardt Kny ist mir da sehr entgegen gekommen und in Wismar hat man sich gefreut, dass ich dieses Angebot überhaupt bekommen habe.

Worin sehen Sie jetzt Ihre wichtigste Aufgabe?

René Rydlewicz: In erster Linie werde ich mich natürlich mit allem beschäftigen, womit man sich als Manager in diesem Job beschäftigen muss und zwar sofort. Ich habe schon mehrmals mit Dieter Eilts gesprochen, werde am heutigen Montag noch mal mit ihm reden und ich werde am Nachmittag mit den Spielern sprechen.

Sie sind in Ihrer Karriere mit 1860, Bielefeld und Hansa auf-  und abgestiegen. Worauf kommt es in diesem Moment an?

René Rydlewicz: Ganz klar auf eines: Auf den Zusammenhalt aller. Alles Persönliche muss jetzt für die Mannschaft in den Hintergrund treten. Die nächsten drei Monate sind ein reiner Überlebenskampf.

Wie sehen Sie die Qualität der jetzigen Mannschaft?

René Rydlewicz: Es sind viele junge, talentierte Spieler im Team und manchem mangelt es sicher an Erfahrung. Aber jeder kann rennen und kämpfen. Im Training, wie 90 Minuten auf dem Platz. Das will ich jetzt sehen.

Sie haben vorige Saison noch mit vielen Profis der aktuellen Mannschaft in der Bundesliga gespielt bzw. trainiert. Ist das jetzt ein Problem für Sie?

René Rydlewicz: Ich sehe es als einen Vorteil, weil ich das Innenleben der Mannschaft im Prinzip gut kenne und so Einfluss nehmen kann. Ich denke, auch dass ich das Funktionsteam aus acht Jahren Zusammenarbeit so gut kenne, wird ein Vorteil sein.

Als Spieler waren Sie ein Publikums-Liebling. Glauben Sie, dass die Fans Ihnen in dieser schwierigen Phase in Rostock helfen werden?

René Rydlewicz: Wichtig ist, dass die Fans leidenschaftlich zum Verein halten. Wie Sie das am letzten Freitag gegen Ahlen getan haben, war großartig. Ich hoffe und wünsche mir, dass unsere Anhänger auch beim Auswärtsspiel in Hamburg so auftreten. Wir brauchen in dieser Partie den absoluten, aber fairen Rückhalt unserer Fans. Das Schlimmste wäre doch, wir gewinnen auf St. Pauli und wir kriegen die drei Punkte nicht, weil irgendwelche Leute unter der Fahne des F.C. Hansa Mist bauen. Davor warne ich dringend. Das können wir überhaupt nicht gebrauchen. 

René Rydlewicz: Sie spielen jetzt gegen St. Pauli, Ingolstadt, Koblenz und den FSV Frankfurt. Was erwarten Sie von diesen vier Spielen?

Rene Rydlewicz: Siege!

Dank für das interessante Interview und viel Erfolg für Ihre Amtszeit.

 

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