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12.03.2010 12:57 Uhr

Die Internus-Kolumne – Thema heute: meine Woche

Moin, liebe Kolleginnen und Kollegen. Sitze gerade bei unserem Pressesprecher im Zimmer – mit Kräutertee für die Nerven. Dabei wollte ich nie Teetrinker werden – das habe ich mir zumindest nie zum Geburtstag gewünscht. Doch nach der vergangenen Woche ist dieses Heißgetränk wohl die beste Kühlung für die Nerven.

Habe den Lehmann gefragt, ob ich meine Sicht der Hansa-Dinge wieder mal in den Computer hämmern kann. Und wie immer sagt der Lehmann: „Konsequent.“ Was in der Übersetzung ins Norddeutsche heißt: „Schnapp die Möwe am Schnabel und schreib es auf.“

Also dann: Mein Wochenrückblick

Das Ahlen-Spiel: Als ich früh aus der Wohnung bin, bekam ich von Mutti noch einen schönen Schmatzer und den Auftrag „Komm heute Abend nicht ohne drei Punkte nach Hause.“ Gut, dachte ich, das ist machbar und realistisch. Dem Lütten noch schnell den Ball aufgepumpt und schon ging es ab ins Stadion. Knapp zwölf Stunden später fällt das Fazit ernüchternd aus: Muttis Auftrag nicht ausgefüllt - 0:1 verloren.

Doch damit nicht genug: Stehe gerade unten vor der Spielerkabine, um den Interviews der Spieler und Trainer zu lauschen, als plötzlich Ordner an mir vorbei ins Foyer rennen. Und weil Internus ja immer hautnah dabei ist, dachte ich mir: hinterher. Was ich dann im Foyer erblickte, davon träume ich noch jetzt. Und ganz ehrlich: Diese Bilder wünsche ich keinem. Personen springen gegen die Scheiben, versuchen mit purer Gewalt das Foyer zu stürmen. Und ganz ehrlich: diese Leute hatten keine T-Shirts mit der Aufschrift „Debattierclub“ oder „Redekreis“ an.

Kinder klammern sich unterdessen an ihre Mütter, schreien vor Panik und rennen auf die Toilette, um dort Schutz zu finden. Denke so bei mir, wenn ich heute meinen Kleinen dabei gehabt hätte...Bin sehr froh, dass er das nicht sehen musste. Denn solch einen Gewalt-Ausbruch rechtfertigt nichts.

Zehn Minuten später gehen zuerst Aufsichtsratsmitglied Torsten Völker und Fanbetreuer Uwe Schröder vor die Tür und stellen sich. Anschließend folgen die Vorstände Jörg Hempel und René Rydlewicz, die von den „Scheiben-Szenen“ im Foyer nichts mitbekommen haben. Sie finden draußen eine ganz andere Stimmung vor. Die Menschen sind sauer, aber die pure Aggressivität ist verflogen. Und genau das machen Sie dann anschließend in den Interviews auch deutlich. Dieser erklärende Nebensatz fehlt dann jedoch in den Berichterstattungen, was der Lehmann dem DSF am Mittwoch auch mit auf den Weg gegeben hat.

Eins muss ich an der Stelle sagen: das Zauberwort in (fast) allen Lebenslagen heißt auch hier konsequent differenzieren. Ausnahme: Muttis Liebe zu mir und dem Lütten – da kann ich schon pauschal sagen: das ist perfekt gelaufen.

Neuer Vorstandsvorsitzender Jörg Hempel: Seit Montag haben wir ja nun einen neuen Hansa-Boss: Jörg Hempel aus einem Dorf bei Bitterfeld. Getreu dem Motto: Sehen wir uns nicht in dieser Welt, sehen wir uns in der Hansa-Geschäftsstelle. Ich mag den Hempel. Der ist kein Schnacker, der ist ein Macher. Und ganz wichtig: Hempel und ich sprechen die gleiche Sprache. Unser Credo: Klare Aussagen brauchen kein Komma. Der Mann packt Dinge an, ist ein Motivator und ein Pragmatiker vor dem Herrn. Und ganz nett: Hat Mutti auch gleich schöne Grüße bestellt.

Gespräche mit St. Pauli: Als ich am Dienstagabend nach Hause kam, hatte Mutti schon den Schlafanzug aus schwarzer Seide an. Sah toll aus. Und dann stellt sie die Frage: „Hast du Karten für das St. Pauli Spiel mitgebracht?“ Meine klare Antwort: „Nix.“ Enttäuschung auf Muttis Gesicht. Fortgang des Abends kurz zusammengefasst: Wenn Mutti sich nicht freut, hat Vati nix zu lachen. Dabei hatte ich schon erfreuliche Neuigkeiten im Gepäck. Denn: Wir und St. Pauli kämpfen dafür, dass Hansa das volle Karten-Kontingent erhält. Ganz ehrlich: noble Geste. Denn: Trotz aller Rivalität - hier stehen größere Fan-Dinge auf dem Spiel. Würde bei der Partie ein Präzedenzfall geschaffen, dass Gäste-Fans ausgeschlossen werden, hätte das wohl fatale Folgen. Und das nicht nur für meine Abendpläne mit Mutti…

Bis denn dann, Internus.

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