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07.01.2010 12:45 Uhr

„Die neuen Altintops“ spielen jetzt für Hansa

Wenn beide gemeinsam im Trikot der Hansa-A-Junioren auf dem Platz stehen, können sowohl Zuschauer als auch Gegenspieler sie eigentlich nur an den Rückennummern unterscheiden. Die 17-jährigen Zwillinge Haydar und Volkan Cekirdek sehen sich nicht nur zum Verwechseln ähnlich, sondern verkörpern auch einen ähnlichen Spielertyp. Einziger Unterschied: Volkan ist Linksfuß, während Bruder Haydar mit rechts schießt. Doch neben ihrer bevorzugten Seite im Mittelfeld, sind beide auch flexibel einsetzbar - zentral hinter den Spitzen oder sogar als Stürmer.

Und wie es sich für Zwillinge gehört, haben die gebürtigen Hamburger immer in der gleichen Mannschaft gespielt. Ihre ersten Schritte machten die Cekirdeks mit vier Jahren bei Grün-Weiß Harburg, wechselten später als E-Junioren zum FC St. Pauli und gingen schließlich als C-Junioren zum Hamburger SV. Auch in der vergangenen Saison bei den B-Junioren trugen sie noch das HSV-Trikot, fühlten sich dort jedoch nicht mehr wohl und strebten im vergangenen Sommer erneut einen Vereinswechsel an.

Dabei sah es zunächst sogar danach aus, als sollten die Zwillinge erstmals getrennte Wege gehen. Haydar zog es in die Heimat seiner Eltern zu Galatasaray Istanbul, während Volkan einen Vertrag bei Hertha BSC Berlin unterschrieb. Doch glücklich wurden beide bei ihren neuen Vereinen nicht, was allerdings nicht nur daran lag, dass sie nicht mehr gemeinsam auf dem Platz standen.

„Bei Galatasaray war alles so unpersönlich. Im Internat haben wir in Sechsbett-Zimmern gewohnt. Von den Einheimischen wurde ich zum Ausländer abgestempelt und nie richtig als Türke akzeptiert, weil ich in Deutschland geboren wurde. Und das, obwohl mich einige Spieler ja sogar schon aus den Nachwuchs-Nationalmannschaften kannten“, erzählt Haydar.

Sein Bruder Volkan kam in Berlin nicht damit zurecht, Ausbildung und Fußball unter einen Hut zu bringen. „Bedingung war dort, dass ich parallel eine Lehre mache. Die hatte ich bei einem Promi-Friseur begonnen. Da ich dort aber schon morgens vor dem Training hin musste und auch oft bis spät abends noch zu tun hatte, konnte ich mich nicht mehr richtig auf den Fußball konzentrieren.“

Die Unzufriedenheit der Cekirdek-Zwillinge sprach sich bis nach Rostock herum und Hansa-Trainer Michael Hartmann nahm Kontakt mit den beiden auf. Es sollte auch nicht lange dauern, bis sie zum Probetraining nach Rostock kamen und schließlich für gut befunden wurden. Dass sie sich beim F.C. Hansa nicht sofort einen Stammplatz erkämpfen konnten, hatte für den Hansa-Coach in erster Linie andere Gründe: „Sie kamen ja erst zu uns, als die Saison schon lief und somit hatten sie keine richtige Saisonvorbereitung mitgemacht. Zudem haben beide im taktischen Bereich noch deutliche Defizite.“

Zu den Vorzügen der Zwillinge zählen ihre technischen Stärken und das Ballgefühl, was die beiden Spieler bestätigen können. „Stark im Dribbling und gute Flanken“, hebt Volkan hervor und Haydar ergänzt: „Schnelligkeit und gute Schusstechnik zeichnet uns ebenfalls aus.“

Auf den Durchbruch in Rostock hoffen die Cekirdeks nun in der zweiten Halbserie, die für die A-Junioren Mitte Februar mit dem Auswärtsspiel in Bremen beginnt. „Jetzt haben wir die Gelegenheit, die komplette Vorbereitung mit der Mannschaft zu absolvieren. Auch das Umfeld stimmt jetzt wieder, denn der Verein bietet beste Bedingungen und hier können wir uns auch wieder voll auf den Fußball konzentrieren“, erklärt Volkan, der mit seinem Bruder eine kleine Wohnung in Stadionnähe bewohnt.

Eines Tages wollen sie ihren Lebensunterhalt mit dem Fußball bestreiten und hoffen auf eine ähnlich große Karriere wie ein anderes türkisches Zwillingspaar, dass es inzwischen zu internationalem Ruhm gebracht hat. „In türkischen Zeitungen hat man uns schon ‚Die neuen Altintops‘ genannt, nachdem wir zusammen einige Spiele im Nationaltrikot gemacht hatten“, verkündet Haydar voller Stolz. Doch er weiß natürlich auch, dass der zweite Schritt nicht vor dem ersten gemacht werden darf. Erst, wenn beide sich beim F.C. Hansa durchgesetzt haben, werden sie auch wieder auf weitere Einladungen ins Nationalteam hoffen dürfen.

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