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24.01.2007 13:44 Uhr

Diego Morais Pacheco: Lucio als Vorbild!

Die Heimat von Diego Morais Pacheco bedient alle Träume: Brasilien, Rio, Zuckerhut, Copacabana, Fußball; sie bedient auch alle Klischees: Sonne, Wärme, Strand, braune, nackte Haut. Für Diego Morais Pacheco selbst sind Brasilien, Rio, Zuckerhut und Copacabana ein Stück Heimat. Denn Diego ist hier geboren. Rio de Janeiro ist die zweitgrößte Stadt Brasiliens und Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaates. Die über 6 Millionen Menschen dieser Stadt nennt man Cariocas.
Diego Morais Pacheco stammt nicht aus der City Rio de Janeiros, Diego kommt vielmehr aus dem Viertel São Christovao, eine gute Stunde vom Wahrzeichen der Stadt, der 38 Meter hohen Christusfigur auf dem Gipfel des Corcovado und von der Copacabana entfernt. Fußball-Insider wissen: São Christovao? Es  ist das Viertel, in dem Weltmeister und Weltstar Ronaldo mit 15 Jahren seine Karriere begann…
Der größte Reichtum der Brasilianer? Es ist der Fußball, die Fähigkeit der männlichen Gesellschaft, besser mit dem Ball umgehen zu können als der Rest der Welt. Das bringt Ruhm und Geld in Europa. Jetzt ist auch Diego Morais von Rio ausgezogen, um berühmt und erfolgreich zu werden.
Dieser Diego ist ein Junge aus einer brasilianischen Großfamilie. Vater Ademir und Mutter Tanja haben vier Kinder: Diego, Rodrigo, Talis und Amanda. Diego hat die Hauptschule besucht und ist erst mit 17 Jahren Profi geworden. Sein Neffe Michel hat dem Straßenfußballer geraten, einem Fußballverein beizutreten.
Bisher spielte der Abwehrrecke aus Rio für die in Europa relativ unbekannten Vereine Olario Rio de Janeiro, Bangu Rio de Janeiro, Nacional AM und Redonda Rio de Janeiro. Im letzten Jahr kickte er dann für den erst 2004 gegründeten Verein Club Villa Rio Esporte.
Der 23-jährige Innenverteidiger wurde vom F.C. Hansa zunächst bis zum 30. Juni 2007 vom Club Villa Rio Esporte ausgeliehen. Zudem sicherten sich die Rostocker eine Kaufoption. „Wenn wir die in Anspruch nehmen, verlängert sich der Vertrag bis 2010 und gilt für die erste und zweite Liga“, so Lizenzchef Stefan Studer.
Der Brasilianer ist damit in Rostock neben dem brasilianischen Innenverteidiger Gledson, der aus Natal stammt, der zweite Südamerikaner beim Zweitligisten von der Küste. Beide Brasilianer könnten beim F.C. Hansa nun sogar eine gemeinsame Innenverteidigung bilden.
Im Geschichtsbuch von Hansa ist der dunkelhaarige Abwehrspieler nach Gledson und Flavio, der im Sommer den Verein mit unbekanntem Ziel verließ, nun schon der dritte Brasilianer.
Von seiner ersten Station in Europa hat der Brasilianer Diego Morais Pacheco ziemlich klare Vorstellungen. Ein goldener Ring mit Inschrift an der rechten Hand und ein weißes Band am linken Arm sollen ihm Glück und Erfolg bringen. Diego ist ein gläubiger Christ und seine Glückbringer stammen auch aus einem Gotteshaus. Hier hat er sie sich einst selbst gekauft.
Diego möchte nun also in Rostock seine fußballerischen Qualitäten unter Beweis stellen und das in ihn gesetzte Vertrauen rechtfertigen. „Ich will schon dazu beitragen, dass die Mannschaft in die Bundesliga aufsteigt“, unterstreicht der dunkelhaarige Innenverteidiger seine eigenen Vorstellungen über seine Karriere. Die Bundesliga ist sein großes Ziel. Dafür will er seine eigenen Stärken ausbauen: Technik, Balleroberung, Schnelligkeit, Zweikampf, Kopfballspiel, Ausgeglichenheit und Ruhe.
„Ich habe von Hansa Rostock nur Gutes gehört. Das war der Grund, warum ich hierher gekommen bin.“
Diegos Ziel: „Ich habe ja erst mit 17 Jahren mit dem Fußball in einer Mannschaft angefangen zu spielen, ich bin jung und hungrig, will berühmt werden wie mein Vorbild, der Weltmeister Lucio von Bayern München und ich will wie er und jeder Junge in Brasilien Nationalspieler werden.“
Wie fand Hansa den Jungen aus Rio? Stefan Studer bekam eine DVD zugespielt, schaute sie sich mit Trainer Frank Pagelsdorf an, lud ihn dann zu einem Probetraining im Dezember 2006 ein. Nahezu unbemerkt saß Diego damals mit seinem Berater Jürgen Bühler beim Spiel gegen den TSV 1860 München (1:1) auf der Tribüne, tags darauf spielte Diego Morais zwei Tage vor.
Hansa-Trainer Frank Pagelsdorf über den schnellkräftigen Jungen aus Rio de Janeiro: „Er ist in jedem Fall ein Talent. Diego soll sich in den ersten Monaten an Deutschland gewöhnen und schnell die Sprache lernen. Damit er dann ab Sommer zu einer festen Größe werden kann. Der Junge ist eine Investition in die Zukunft."
Damit die Akklimatisierung schnell gelingt, kam Diego Morais Pacheco mit der halben Familie in Rostock an. Freundin Priscila (19) hat sich mit dem zwei Monate alten gemeinsamen Sohn Gabriel und Vater Luclecio für die nächsten Monate im Jugendinternat einquartiert, schnell wollen sie die Sprache lernen.
Rostock wie Rio? Nur das Meer erinnert Diego Morais an zu Hause. Aber eigentlich will er hier ja auch nur ein berühmter Brasilianer werden.

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