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14.09.2009 12:24 Uhr

Ein musischer Athlet für alle Fälle

Oliver Schröder ist der musische Fußballer für alle Fälle beim F. C. Hansa Rostock. Die Begeisterung für den Sport vermittelte ihm sein Vater Jürgen, der 1967 16 Mal für Hertha BSC spielte und leider im Alter von  61 Jahren viel zu früh an Krebs verstarb.

Schon früh jagte Oliver Schröder am Helenesee dem Ball hinterher, kickte in Tegel, brachte es zum Bundesligaspieler für Hertha BSC, den 1. FC Köln, VfL Bochum und nun für Hansa Rostock.

Oliver Schröder allein auf Fußball zu reduzieren, wäre jedoch ein Fehler. „Sport ist für mich ein Stück Leben, ein Stück Kampf, ein Stück Selbstbestätigung, ein Stück Lebensqualität. Ich liebe den Sport, und ich mache fast alles. Wäre ich nicht Fußballer, dann wäre ich vielleicht Eishockeyprofi geworden. Im Sommer habe ich früher Fußball gespielt, im Winter war ich mit Schlittschuhen auf den See.“ Aber auch Squash, Badminton, Segeln, Surfen, Wellenreiten und Tischtennis hat er ausprobiert.

Mit 28 Jahren ist Oliver Schröder ein Fußballprofi, der mitten im Leben steht. Mit Freundin Saga, die an der Sporthochschule Köln studiert hat, meistert er seine Karriere nun an der Ostsee „in toller Lebensqualität“. Sein Vorbild ist Sven Kretschmer, ein einstiger Herthaner, der heute in Berlin als Scout arbeitet.

Oliver ging einst auf die Gabriele von Bülow-Schule. Da der Vater später als Trainer beim SC Tegel agierte, lag es nahe, dass Sohn Oliver bereits im Alter von fünf Jahren dem Klub beitrat. In seiner Jugendzeit spielte er erstmals bei Hertha, wurde jedoch selten eingesetzt, so dass es eine Weile dauerte, ehe er über die Stationen Reinickendorfer Füchse und den Spandauer BC wieder bei der „Alten Dame“ landete, während seine Brüder Dirk und Florian für Concordia Wittenau bzw. Wacker 04 kickten.

Im Gegensatz zu ihnen schaffte es Oliver in die Beletage des deutschen Profi-Fußballs. So hatte er in Berlin, Köln und Bochum Erfolg und Anerkennung – bis zu diesem Sommer. Sein Vertrag lief beim VfL aus, plötzlich machte er mit dem Arbeitsamt Bekanntschaft, plötzlich war die heile Welt in Gefahr. Sein Rettungsanker war ein Freund, der Hansa-Manager René Rydlewicz. Oliver fragte, ob er in Rostock trainieren könne -  er konnte.

Schröder stieg in Hansas Saison-Vorbereitung ein, als Trainer Andreas Zachhhuber an der Kraft und Ausdauer der Spieler feilte. Zu diesem Zeitpunkt war noch völlig offen, ob er in Rostock einen Vertrag bekommt.

Quälen ohne Perspektive? Mitnichten. „Ich liebe den Sport und die Herausforderung. Ich hatte keine Probleme und wusste, wenn es ein Happy End in Rostock gibt, dann für beide Seiten“, betont Oliver.

Cheftrainer Andreas Zachhuber schaute sich Schröder eine Woche genau an. Sein Urteil: Der Junge bekommt einen Vertrag.  „Zacher“ erkannte in Schröder den Athleten für alle Fälle. Denn: Oliver Schröder ist auf acht Positionen einsetzbar. So etwas lieben Fußball-Lehrer.
„Im Prinzip kann ich alles in der Viererkette und im Mittelfeld spielen, notfalls sogar im Sturm“, sagt Oliver. Seine Lieblingsposition ist die „6“ – „oder rechts und links daneben“.

Neben dem Fußballer Schröder gibt es jedoch auch den Musiker Schröder. Fünf Jahre hat er Klavier gespielt. Als ihm dies zu langweilig wurde, stieg er vor einem Jahr auf Gitarre um. Eben ein Typ für alle Fälle…

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