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06.07.2011 16:49 Uhr

Ein Zwischenfazit - Cheftrainer Peter Vollmann im Interview

Knapp zwei Wochen vor dem Saisonstart der 2. Bundesliga spricht Cheftrainer Peter Vollmann im Interview offen über die bisherige Saisonvorbereitung, gibt Auskunft in der „T-Frage“ und warnt seine Mannschaft eindringlich davor nachzulassen.

fc-hansa.de: Herr Vollmann, womit sind Sie in der bisher abgelaufenen Vorbereitung zufrieden und wo gibt es noch Entwicklungsfelder?

Peter Vollmann: Ich bin zufrieden, weil die meisten Spieler eines der wichtigsten Kriterien einer Vorbereitung auf die neue Saison erfüllen. Das heißt, es ist ein Maximum an guter Einstellung bei den zu absolvierenden Trainingseinheiten und Spielen zu sehen. Unzufrieden bin ich, wenn dies nicht der Fall ist und wir verletzte Spieler haben.

fc-hansa.de: Wie geht es den verletzten Spielern? Kann man einschätzen wann sie in das Mannschaftstraining zurückkommen?

Vollmann: Zuerst einmal freue ich mich darüber, dass unsere beiden Langzeitverletzten Matthias Holst und Dexter Langen wieder dabei sind. Stephan Gusche war fit und hat sich leider eine schwere Zerrung zugezogen. Mohammed Lartey laboriert aktuell an einer leichten Sprunggelenkverletzung.

fc-hansa.de: Mohammed Lartey ist ein wichtiger Spieler, wann kommt er zurück?

Vollmann: Alle Spieler sind wichtig, aber nach meiner Wahrnehmung fehlt ihm im Moment der nötige Biss für die erste Elf und er unterschätzt die zu vielen Fehltage in einer Vorbereitung. Ich hoffe er kriegt schnell die Kurve.

fc-hansa.de: Viele Trainingsbeobachter und auch aus den Reihen der Spielern hört man, dass ihr Training härter als im vergangenen Jahr ist. Sehen Sie das auch so?

Vollmann: Das denke ich nicht. Intensive Spielformen und eine gute Fitness sind für den „Überlebenskampf 2. Bundesliga“ unerlässlich, das wissen meine Spieler auch. Entscheidend hierbei ist zu erkennen wann die Spieler eine Pause brauchen.

fc-hansa.de: Also stimmt es nicht, dass Sie härter als beispielsweise Felix Magath trainieren, der den Spitznamen „Quälix“ trägt?

Vollmann: Wie meine Kollegen trainieren lassen weiß ich nicht. Jeder trainiert nach seiner Überzeugung und ich hoffe, dass uns das zumindest als Trainer verbindet.

fc-hansa.de: Sportlich lässt der Kader eine hohe taktische Variabilität zu. In welchem System wird die Mannschaft in dieser Saison spielen?

Vollmann: Heutzutage ist hier Flexibilität gefordert. Systeme allein gewinnen keine Spiele, sondern die Spieler die in einem taktischen Konzept spielen. Ich denke man sollte in drei möglichen Systemen agieren können um seine eigenen Qualitäten maximal ausnutzen zu können. Der Gegner spielt dabei nicht die Hauptrolle aber es wäre fahrlässig wenn wir nicht die Stärken und Schwächen jedes Kontrahenten berücksichtigen würden.

fc-hansa.de: Haben Sie dabei Ihre Wunschelf schon im Kopf?

Vollmann: Nein, ich habe keine Wunschelf. Ich orientiere mich an der Realität. Für mich ist dabei entscheidend, was der Spieler im Training und im Spiel anbietet. Andere Kriterien müssen auch noch berücksichtigt werden, diese jetzt aufzuzählen würde das Interview zu lang werden lassen. In jeder Vorbereitung gibt es positive und negative personelle Überraschungen.

fc-hansa.de: Alle Fans warten gespannt auf Ihre Entscheidung auf der Torwartposition und die Beantwortung der Frage, wer die Nummer 1 werden wird. Was sagen Sie dazu?

Vollmann: Wir haben drei sehr gute Torhüter. Johannes Brinkies ist unser U 19 Torwart und hinterlässt einen tollen Eindruck genau wie die anderen jungen Spieler, die aus der U 19 hoch gekommen sind. Grundsätzlich halte ich es so, dass personelle Entscheidungen mit meinen Trainerkollegen nach dem letzten Training vor einem  Meisterschaftsspiel getroffen werden. Dieser Vorgang wiederholt sich jede Woche neu. Zum heutigen Zeitpunkt haben wir keine Not irgendetwas entscheiden zu müssen.

fc-hansa.de: Wie bewerten Sie die bisherigen Vorbereitungsspiele?

Vollmann: Richtig bewerten kann man nur die beiden letzten Spiele, weil die Gegner als gleichwertig einzuschätzen waren. In diesen beiden Spielen war eine Verbesserung zum nächsten Gegner zu erkennen. Nach dem Spiel gegen Bröndby IF werden wir weitere Erkenntnisse über unseren Leistungsstand haben.

fc-hansa.de: Beim letzten Test gegen den dänischen Erstliga-Aufsteiger HB Köge gab es einen klassischen Fehlstart (fc-hansa.de berichtete). Haben Sie in Ihrer Trainerkarriere schon einmal nach vier Minuten 0:2 zurückgelegen?

Vollmann: Nein, noch nie. Die ersten vier Minuten hat meine Mannschaft in der Bewertung eine glatte sechs verdient. Nach dem 0:2 Rückstand haben wir sowohl defensiv als auch offensiv das bisher beste Vorbereitungsspiel gemacht. Wir haben den mentalen Stress positiv verarbeitet und die Ruhe nicht verloren. Das Team hat sich auch nach dem Rückstand an das Besprochene gehalten und versucht sich kontinuierlich weiter gute Torchancen zu erarbeiten. Die Moral war sehr gut und das 2:2 am Ende mehr als verdient.   

fc-hansa.de: Wenn Sie für die neue Saison drei Wünsche frei hätten, welche wären diese?

Vollmann: Ich wünsche mir, dass wir als Team weiterhin so geschlossen auftreten, dabei so wenig verletzte Spieler wie möglich verschmerzen müssen und unsere Ziele nicht erst am letzten Spieltag erreichen!

fc-hansa.de: Vielen Dank für das Gespräch.

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