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12.12.2009 11:47 Uhr

Energie Cottbus muss defensives Mittelfeld umbauen

Geht es nach dem Gesetz der Serie, dann wird der FC Energie Cottbus am Ende dieser Saison weder auf- noch absteigen. Immerhin haben die Lausitzer seit mehr als zwei Jahrzehnten ihre „Dreijahrespläne“ regelmäßig erfüllt. 1988 waren sie in die DDR-Oberliga aufgestiegen, verpassten 1991 die Eingliederung in den gesamtdeutschen Profi-Bereich und wurden in die Amateur-Oberliga eingestuft. 1994 qualifizierte sich der FC Energie für die Regionalliga, schaffte 1997 den Aufstieg in die 2. Bundesliga und krönte seinen Durchmarsch im Jahr 2000 mit dem Bundesliga-Aufstieg. 2003 folgte der Abstieg in die 2. Bundesliga, 2006 dann der Wiederaufstieg und im Jahre 2009 ging es erneut in die 2. Bundesliga zurück. Schaut man auf den aktuellen Tabellenstand, scheint sich diese These zu bestätigen. Mit 19 Punkten befinden sich die Cottbuser im Niemandsland der Tabelle wieder, haben als Elfter bereits 13 Punkte Rückstand zum direkten Wiederaufstieg, während das Polster zum ersten direkten Abstiegsplatz auch schon 10 Punkte beträgt. Selbst zu den entsprechenden Relegationsplätzen sind es immerhin neun bzw. sieben Zähler Abstand. Zufrieden ist man am Eliaspark mit der aktuellen Ausbeute natürlich nicht. Auch wenn der neue Trainer Claus-Dieter Wollitz vor der Saison das Wort Wiederaufstieg nicht in den Mund nahm, so wollte er zumindest „eine gute Rolle“ spielen. Und mit seiner Aussage, dem Verein „eine neue Identität verleihen“ zu wollen, war garantiert nicht gemeint, sich von höheren Ansprüchen zu verabschieden. Vier seiner nur fünf Saisonsiege feierte der FCE im heimischen Stadion der Freundschaft, wo die Cottbuser den FC Augsburg (3:1), den FSV Frankfurt (3:0), 1860 München (1:0) und Rot-Weiß Oberhausen (3:0) bezwangen. Ohne Punkte blieben die Cottbuser zu Hause allerdings gegen Greuther Fürth (1:3), Karlsruher SC (2:4) und 1.FC Kaiserslautern (1:2), wobei die bisher letzte Heimniederlage bereits acht Wochen zurückliegt und seitdem im eigenen Stadion auch kein Gegentor mehr kassiert wurde. Alle vier Teilerfolge feierte der FC Energie auswärts, zuletzt hieß es auch im Derby beim 1. FC Union Berlin 1:1 Unentschieden. Dabei egalisierte der Kameruner Leonard Kweuke, der im vergangenen Sommer von Eintracht Frankfurt an die Spree gewechselt war, den 0:1-Pausenrückstand in der 64. Spielminute. Bester Torschütze der Mannschaft in dieser Saison ist sein rumänischer Sturmpartner Emil Jula, der mit sechs Treffern Rang sieben der Zweitliga-Torschützenliste belegt. Insgesamt haben die Cottbuser 23 Saisontore erzielt, womit sie zum Liga-Durchschnitt zählen. Bemerkenswert ist aber, dass sie nur einmal in 15 Spielen – beim 0:2 in Bielefeld – ohne eigenen Torerfolg geblieben sind. Die Anzahl der 24 Gegentreffer gehört allerdings zu den höchsten der Liga, nur das Schlusstrio und die Fürther haben noch mehr kassiert. Und dies, obwohl Trainer Wollitz mit dem langjährigen Dortmunder Markus Brzenska, der zuletzt an den MSV Duisburg ausgeliehen war, vor der Saison einen erfahrenen Abwehrchef an die Spree lotste. Zudem verpflichtete er mit den Mittelfeldspielern Sascha Dum (Leverkusen) und Marc-Andre Kruska (Dortmund) kurz vor dem Ende der Wechselperiode am 31. August noch zwei weitere bundesligaerfahrene Akteure im besten Fußballer-Alter. Kruska, der nach knapp zehn Jahren beim BVB im Frühjahr 2009 zum belgischen FC Brügge gewechselt war, hat seit seinem Transfer nach Cottbus alle elf Punktspiele über die volle Distanz absolviert. Im Heimspiel gegen den F.C. Hansa wird er die Position zentral vor der Abwehr allerdings nicht bekleiden können, denn beim 1. FC Union sah er seine fünfte Gelbe Karte und ist am Montag, wenn die Rostocker ab 20.15 Uhr im Cottbuser Stadion der Freundschaft gastieren, gesperrt. Das defensive Mittelfeld wird Trainer Claus-Dieter Wollitz also in jedem Fall umbauen müssen.

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