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15.08.2006 08:29 Uhr

Enrico Kern: „Aue ist was Besonderes!“

Hansa-Stürmer Enrico Kern hatte die letzten Tage besonders viel zu tun: Karten für das Zweitliga-Spiel gegen den FC Erzgebirge Aue zu besorgen. Denn am Freitag um 18 Uhr geht es gegen seinen alten Verein, jenen Klub, in dem er groß geworden ist, ehe er auszog, die Fußballwelt kennen zu lernen. Vor dem Spiel gab er Hansa-Online ein Interview.

 

Enrico, wie viele Leute kommen denn aus Aue nach Rostock?
Enrico Kern: Also ich habe selbst 25 Karten besorgt. Aber einige Freunde haben schon in Aue selbst Karten geordert.

 

Ist es noch etwas Besonderes, gegen Aue zu spielen?
Enrico Kern: Logisch! Da ist noch diese Wut aus dem Rückspiel im Frühjahr 2006  im Bauch. Wir haben 1:0 geführt und das Spiel 1:2 verschenkt. Und dann kommen die Freundin, die Schwiegereltern und viele Freunde an die Küste. Da will man zeigen, was man kann.

 

Wie stehen die Chancen?
Enrico Kern: Wir haben mit zehn Mann in Freiburg ein Remis geschafft, vielleicht schaffen wir im ersten Heimspiel mit elf Leuten einen Sieg. Wir haben schon im Breisgau gezeigt, was mit Moral und Kampfkraft möglich ist…

 

Der Kapitän ging da mit gutem Beispiel voran?
Enrico Kern: Klar, nicht nur Paule. Aber man hat gesehen, das Stefan Beinlich die Mannschaft gut führt, hier hilft, da hilft, verschiebt, dirigiert. Mathias Schober macht das hinten, Paule im Mittelfeld und ich vorne. Ich habe ein gutes Gefühl für die neue Saison. Sicher muss man mal die nächsten Spiele abwarten. Aber man merkt, nach der harten Vorbereitung ist jetzt die körperliche und geistige Frische da. Wir sind schon gut drauf. Auch haben wir relativ wenig Verletzte. Das ist auch ein gutes Zeichen.

 

War es richtig, im Winter von Regensburg nach Rostock zu gehen?
Enrico Kern: In jedem Fall. Ich habe mich vom ersten Tage wohl gefühlt, habe acht Buden gemacht und jetzt in der Vorbereitung auch acht Treffer markiert. Nicht gepasst hat, dass ich eine kaputte Hand hatte und wir in ein unglaubliches mannschaftliches Tief kamen. Das war bitter, das darf, das wird sich nicht wiederholen.

 

Wie viele Treffer haben Sie sich vorgenommen?
Enrico Kern: Es ist völlig egal ob ich zwei, zehn oder zwanzig Tore mache. Ich will aufsteigen. Wenn ich für dieses Ziel dem „Schiedi“ 20 Treffer auflege, dann ist das auch okay. Oder?

 

Klar. Trotzdem, wie viele Treffer haben Sie sich vorgenommen?
Enrico Kern: Nur so viel: Ich will Freitag damit anfangen, als Torschütze erfolgreich zu sein.

Momentan spielen Sie aber eher auf der Zehner-Position?

Enrico Kern: Ach, das ist auch so eine Sache. Mal spiele ich Spitze, mal hängende Spitze, mal vor, mal neben Stefan Beinlich. Wichtig ist allein der mannschaftliche Erfolg. Dem ordne ich alles unter. Da bin ich ein Teamspieler.

 

Sebastian Hähnge kam jetzt als Torjäger aus der 3. Liga, aber er spielte noch nicht. Warum hat er es nicht wie Sie im Frühjahr geschafft?
Enrico: Also, den Sebastian nehme ich hier mal ausdrücklich in Schutz. Er ist ein guter Typ, aber ein anderer Charakter. Man sollte ihn gar nicht mit mir vergleichen. Ich habe schon vorher 2. Liga gespielt, er nicht. Also ich bin sicher, der kommt bald in die Mannschaft. Es gibt doch auch andere Spieler wie Jörg Hahnel, Tobi Rathgeb oder Kevin Hansen, die alle noch ihre Chance kriegen. Eine Fußballmannschaft hat heute nicht mehr nur elf Spieler, wir sind ein Team, gewinnen  und verlieren zusammen und jeder wird zu seiner Zeit gebraucht. Darin drückt sich dann  auch eine gute Truppe aus. Klar, Konkurrenz belebt das Geschäft. Jeder will spielen. Aber Zusammenhalt ist auch wichtig. Der ist da. Wir haben eine Mannschaft mit Charakter und großen Reserven.

 

Was trauen Sie der Mannschaft zu?
Enrico Kern: Also ich will aufsteigen und alles dafür tun. Ich halte diese Überraschung für möglich.

 

Apropos Jörg Hahnel. Er wollte sicherlich gegen Aue im Tor stehen?
Enrico Kern: Ich sagte schon, jeder will spielen. Mit den Torhütern ist das kompliziert, wir haben drei tolle Keeper, den Schobi, den Jokl und auch noch den Patric Klandt. Darum kann man uns schon beneiden. Klar, der Jokl wollte Nummer 1 werden. Jetzt hat es Schober geschafft, Hahnel und Klandt rotieren abwechselnd in der zweiten Mannschaft. Aber ich denke, den Jörg wirft das nicht um. Der kämpft jetzt umso mehr…

 

Stimmt es, dass Sie in Rostock wieder Ihren alten Spitznamen „Otto“ verpasst bekommen haben?
Enrico Kern: Tatsächlich, den habe ich einst bei Tebe in Berlin wegen des Modezaren Otto Kern bekommen. Später ist er in Vergessenheit geraten. Nun haben sie mir ihn wieder verpasst. Statt Enno rufen sie mich jetzt wieder „Otto“, zumal mit Enrico Gaede ja noch ein zweiter Spieler meines Vornamens im Team steht. Aber das ist nun wirklich kein Problem.


 

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