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10.01.2006 15:32 Uhr

Enrico Kern: Ein neuer Erzgebirgler an der Küste

Manchmal nimmt das Glück wirklich ganz eigenartige Wege. Zum Beispiel die „Ehe“ zwischen dem F.C. Hansa und seinem neuen Stürmer Enrico Kern. Hansa ist ja als SC Empor eigentlich in Lauter im Erzgebirge aus der Taufe gehoben worden. Enrico Kern stammt auch aus dem Erzgebirge, aus dem Nachbar-Dorf Schneeberg…
Hansa und Kern, das müsste allein von der Herkunft also schon passen.
Der verheiratete Stürmer wurde am 12.03.1979 geboren, begann bei der BSG Wismut Schneeberg, kickte später für den heutigen Zweitligisten FC Erzgebirge Aue (von Juli 1997 bis Juni 1998), spielte dann bei Zweitligist Tennis Borussia (11 Spiele von 1998 bis 2000), wechselte 2001 zu den Profis  von Werder Bremen, machte dort aber kein Spiel und ging danach zu Werders Amateuren, wo er 25 Spiele und drei Tore zu Buche stehen hatte.
Von dort ging der Schützling des Beraters Wolfgang Fahrian, einem ehemaligen deutschen Nationaltorwart, 2002 zu Waldhof Mannheim zum zweiten Mal in die 2. Liga, absolvierte 28 Spiele, erzielte zwei Tore.
Nun folgte ein Gastspiel bei LASK Linz in Österreich, bis das einstige Team von Nationalspieler Mario Basler den Angreifer zu SSV Jahn Regensburg holte.
Insgesamt hat Enrico Kern mittlerweile in seiner Karriere in Deutschland 39 Zweitliga-Spiele (6 Tore) und 55 Regionalliga-Begegnungen (22 Tore) auf dem Konto.
Bekannt wurde Enrico Kern vor allem in den Spielzeiten 1999/2000 als er für die deutsche Jugendauswahl elf Mal auflief, Treffer am Fließband erzielte, aber eine schwere Knieverletzung seine Karriere zeitweilig stoppte. Bis dato galt Kern als eines der größten Talente des deutschen Fußballs und als ein Junge mit eingebauter Tor-Garantie. Sein erstes Spiel machte er 1999 gegen Kuwait, sein letztes 2000 gegen Kroatien.
Aber danach musste sich das Talent erst einmal wieder hinten anstellen.
In dieser Zeit trug der Stürmer die Rückennummern 28, 30, 12 und mittlerweile die 17 in Regensburg.
Eine Glückszahl. Denn  in Regenburg machte Enrico Kern noch einmal richtig auf sich aufmerksam. Der 1,88 m große und 80 kg schwere Angreifer ist „Rechtsfuß“ und der Star von „Jahn“.
In der Meisterschaft gelangen ihm in den beiden vergangenen Serien 19 Tore in 30 Spielen, im Pokal vier Treffer in zwei Jahren.
Allein in dieser Saison war Enrico in 16 Spielen 14 Mal erfolgreich und damit erfolgreichster Spieler von Jahn-Trainer Dariusz Pasieka.
Das Fachmagazin „kicker“: „Mit 14 hat Enrico Kern beinahe die Hälfte aller 30 Jahn-Tore erzielt. Wie wichtig der hoch gewachsene Stürmer ist, zeigt die Ausbeute ohne ihn. Dreimal fehlte er wegen eines Bänderrisses, Regensburg gelang dabei insgesamt nur ein mickriges Törchen.“
„Kern ist für uns fast unersetzbar", befand in der Zeitschrift auch Trainer Dariusz Pasieka. So sollte der schuss- und kopfballstarke Angreifer, der sich auch für Defensivaufgaben nicht zu schade ist, über das Vertragsende im Juni 2006 hinaus gehalten werden.
Pasiekas „taktische Warnung“: „Bei uns ist Kern jemand. Woanders muss er wieder von vorne anfangen…“
Aber da hatte Pasieka wohl die Rechnung ohne die Konkurrenz gemacht.
Zwar konnte man die Drittligisten aus der eigenen Regionalliga wie Augsburg, Koblenz und die Bayern-Amateure abwimmeln, aber der Druck der höherklassigen Konkurrenz wurde zu den Weihnachtsfeiertagen 2005 immer stärker.
Hansa-Lizenzchef Herbert Maronn kannte die Fakten um den Torjäger natürlich auch: „Wir hatten und haben Enrico schon über einen längeren Zeitraum beobachtet.“ So einen Jungen wie Kern wollte auch Cheftrainer Frank Pagelsdorf für den eigenen Sturm.
Aber auch die Konkurrenz war hellwach.
„Ein interessanter Spieler", so Offenbachs Trainer Hans-Jürgen Boysen.
„Kern ist sicher eine Überlegung wert, aber eben nur eine von vielen“, befand auch Aues Coach Gerd Schädlich.
Fakt war, was Jahn-Manager Jenö Rauch in den letzten Wochen oft sagte: „Wir schwächen uns gegen die Liga-Konkurrenz nicht selbst. Wir werden bis an die Schmerzgrenze gehen. Wenn Enrico Kern aber höherklassig spielen kann, wollen wir ihm auch nicht die Karriere vermasseln…“
Man hielt in Regensburg Wort.
Jetzt hat Hansa das Rennen um Kern, der auch Motorsport und Golf liebt, gewonnen.  Nun wünscht man dem Jungen, der die gleichen Wurzeln wie der Rostocker Verein hat, eine Musterehe!
Frank Pagelsdorf hat jetzt mit Marcel Schied, Rade Prica, Toni Di Salvo oder Magnus Arvidsson auf jeden Fall mehr Alternativen und Kern  bringt aus Bayern hoffentlich seinen „Torriecher“ für die 2. Liga an die Küste mit…

 


 

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