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26.05.2009 12:42 Uhr

Erleichterung nach einer rekordverdächtigen Saison

Es war schon eine seltsame Situation, die am Sonntag nach dem Klassenerhalt in der 2. Bundesliga entstanden war. Obwohl mit Platz 13 am Ende das schlechteste Abschneiden der Vereinsgeschichte zu Buche stand, wurde die Mannschaft von über 5000 mitgereisten Fans gefeiert wie einst zu besseren Zeiten. Es entlud sich die pure Erleichterung darüber, dass es dem F.C. Hansa doch noch gelungen war, dem erstmals drohenden Abstieg in die Drittklassigkeit zu entgehen. Der Leuchtturm des Nordost-Fußballs bleibt damit unverändert der einzige Verein aus den neuen Bundesländern, der ohne Unterbrechung im Bundesliga-Bereich zu Hause ist!

Zu Beginn einer in mehrfacher Hinsicht rekordverdächtigen Saison hatte man allerdings sogar gehofft, den Wiederaufstieg in die Eliteklasse realisieren zu können. Und zumindest in den fast durchweg begeisternden Heimspielen sah es zunächst auch danach aus, als sollte dieses Ziel nicht unrealistisch sein. Als sich der F.C. Hansa am 8. Spieltag mit dem höchsten Sieg seit Bestehen der eingleisigen 2.Bundesliga in die Geschichtsbücher eingetragen hatte, lag die Mannschaft nach dem 9:0 Kantersieg über TuS Koblenz immerhin auf Rang 7 und noch aussichtsreich im Rennen. Niemand konnte zu diesem Zeitpunkt ahnen, welch eine Negativserie sich anschließen sollte. In 17 aufeinander folgenden Punktspielen konnte nur ein einziger Sieg eingefahren werden – selbst zu Erstliga-Zeiten hatte es eine solch schlechte Bilanz nur einmal zuvor gegeben. Und auch, dass an diesen 17 Spieltagen vier verschiedene verantwortliche Trainer auf der Bank gesessen hatten, war neuer Vereinsrekord.

Als nach nur zwei Punkten aus den nächsten vier Spielen das Aufstiegsziel in weite Ferne zu rücken schien, ging die Ära von Frank Pagelsdorf zu Ende. Mit Interims-Coach Juri Schlünz wurde dann in Kaiserslautern sogar die höchste Saisonniederlage kassiert, bevor Dieter Eilts die schlingernde Kogge wieder auf Kurs bringen sollte. Doch unter dem neuen Chef-Trainer wurden in zehn Spielen ebenfalls nur fünf Punkte eingefahren. Und als die Mannschaft schließlich auch beim FC St.Pauli trotz 2:0 Pausenführung noch mit 2:3 verlor, wurde die Kommandobrücke ein weiteres Mal neu besetzt.

Zunächst schien es so, als sollte dem F.C. Hansa auch unter Andreas Zachhuber das Pech weiterhin an den Stiefeln kleben, denn gegen Ingolstadt und in Koblenz kassierte man nach eigenen Führungen jeweils unglückliche Ausgleichstreffer. Doch der neue Trainer redete seine Mannschaft stark und konnte den Bann tatsächlich brechen. An der Wende, die zwischen dem 26. und 30. Spieltag mit 13 von 15 möglichen Punkten und dem damit verbundenen Sprung vom 17. auf den 14. Tabellenplatz eingeleitet wurde, hatte allerdings auch Enrico Kern entscheidenden Anteil. Nachdem der Hansa-Stürmer bis Ende März nur drei Tore erzielen konnte, traf er in den folgenden sieben Spielen gleich achtmal ins Schwarze. Gegen Kaiserslautern, München und Augsburg zeichnete er sich sogar dreimal in Folge als doppelter Torschütze aus und wurde mit elf Saisontoren schließlich noch erfolgreichster Knipser der Mannschaft.

Nachdem in den Duellen mit München und Augsburg aber scheinbar sichere Führungen in den Schlussminuten noch aus der Hand gegeben wurden, blieb es spannend. Und als das letzte Heimspiel gegen Nürnberg torlos geblieben war, musste auch am Finalspieltag noch um den Klassenverbleib gebangt werden. Allerdings hatte der F.C. Hansa weiterhin die Chance, mit einem Sieg in Wiesbaden das rettende Ufer aus eigener Kraft zu erreichen. Und wäre der dreifache Punktgewinn tatsächlich gelungen, hätte sich die Mannschaft sogar noch vom 15. auf den 11. Tabellenplatz verbessert, denn alle Mitkonkurrenten mussten am letzten Spieltag sogar Niederlagen einstecken. Die Hanseaten lagen zwar auch im Rückstand, doch als Mario Fillinger mit seinem achten Saisontreffer der 1:1 Ausgleich gelungen war, verbesserte sich der F.C. Hansa nicht nur auf Rang 13, sondern stellte durch die vierte Punkteteilung in Folge am Ende einen weiteren Rekord auf. Mit insgesamt 14 Unentschieden hatten sich die Rostocker in der zurückliegenden Saison öfter als jede andere Mannschaft die Punkte geteilt.

Rekordverdächtig war allerdings auch die große Fluktuation der eingesetzten Spieler, die es in ähnlicher Dimension nur in der Zweitliga-Saison 1979/80 gegeben hatte. Seinerzeit wurden in 30 Punktspielen 30 verschiedene Spieler (darunter 26 Feldspieler) eingesetzt, eine Zahl, die bis dato nicht überboten wurde. Als Trainer Andreas Zachhuber aber kurz vor dem Ende der Partie in Wiesbaden mit Stephan Gusche bereits den 32. Akteur der laufenden Saison eingewechselt hatte, wurde auch in dieser Hinsicht eine neue Höchstmarke aufgestellt. Und diesmal kamen sogar 31 verschiedene Feldspieler zum Einsatz, denn Jörg Hahnel hatte immerhin in allen 34 Saisonspielen über die volle Distanz im Tor gestanden. Auf die meisten Einsätze als Feldspieler kamen Kevin Schindler und Kapitän Martin Retov.

Alle 32 eingesetzten Hansa-Spieler im Überblick (Einsätze/Tore):

Jörg Hahnel (34), Kevin Schindler (32/5), Martin Retov (31/3), Bastian Oczipka (29), Enrico Kern (28/11), Fin Bartels (28/6), Mario Fillinger (26/8), Kai Bülow (26), Orestes Alves Junior (26/3), Gledson da Silva Menezes (16/1), Felix Kroos (16), Kevin Schöneberg (16), Benjamin Lense (15/3), Regis Dorn (13/3), Djordjije Cetkovic (13/3), Robert Lechleiter (13/3), Kristian Lisztes (13/1), Sebastian Svärd (13), Heath Pearce (12), Dexter Langen (9), Christian Rahn (8), Henri Myntti (8/1), Tobias Rathgeb (7), Assani Lukimya Mulongoti (5), Simon Tüting (5), Diego Morais Pacheco (4), Guido Kocer (4), Addy Waku Menga (4), Zafer Yelen (2), Sebastian Albert (2), Tom Buschke (2), Stephan Gusche (1)


 

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