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08.10.2007 13:42 Uhr

Erste Einsätze für Assani Lukimya-Mulongoti und Fin Bartels

Am 9. Spieltag der Saison 2007/2008 setzte Cheftrainer Frank Pagelsdorf auf zwei Fußballer, die sich erstmals ins Geschichtsbuch der Fußball-Bundesliga eintrugen. Assani Lukimya-Mulongoti durfte die letzten beiden Spielminuten im Match VfL Wolfsburg gegen den F.C. Hansa Rostock für Kai Bülow ran. Fin Bartels kam eine Minute vor Spielende in der VW-Arena für Kapitän Enrico Kern ins Spiel. Wir sprachen mit den beiden Perspektiv-Spielern der Hanseaten über ihren Wechsel an die Ostsee und ihre Zukunft an der Küste.

 

Assani Lukimya-Mulongoti: Überlebenskampf machte mich stark

 

Assani, du kommst von Hertha BSC, hast über 50 Regionalligaspiele absolviert. Warum bist du zu Hansa gewechselt und hast dich dort nicht vor der 4. Liga gescheut?

Lukimya-Mulongoti: Manchmal ist es gut, einen Schritt zurück zu machen, um auf seinem Weg einen Schritt vorwärts zu kommen. Ich habe bei Hertha drei Jahre gespielt. Ich denke, ich habe mich gut entwickelt. Man versprach mir eine Chance bei den Profis. Hertha hat auch viele Talente. Ich sollte jetzt noch ein Jahr auf einen Profivertrag warten, wieder bei den Amateuren spielen. Deshalb suchte ich etwas Neues. Es gab bessere Angebote als das von Hansa. Aber ich habe mich für Rostock entschieden.

 

Warum?

Lukimya-Mulongoti: Es ist die Perspektive. Ich sehe, was seit zwei Jahren hier passiert. Der Weg von den Amateuren zu den Profis ist durchlässiger als anderswo. Junge Spieler wie z.B. Zafer Yelen kriegen wirklich eine Chance. Ich habe in Berlin mit Jerome und Kevin Boateng zusammen gekickt. Ich bin nicht schlechter als sie. Ich suchte deshalb eine neue Herausforderung Ich denke, ich bin ein Spieler mit Zukunft und ich möchte mich hier durchsetzen.

 

Was gefällt dir hier?

Lukimya-Mulongoti: Es geht bei Hansa wie in einer Familie zu. Bei Hertha war alles größer, gewaltiger.

 

Wie sieht deine erste Bilanz aus?

Lukimya-Mulongoti: Bislang habe ich alles richtig gemacht. Ich war kaum da, durfte ich schon mit zum DFB-Pokalspiel. Dann war ich unter den 20 Spielern, die nach Wolfsburg fuhren. Ich spüre die Bundesliga also schon. Ich trainiere jeden Tag mit dem Bundesliga-Kader. Das bringt mir etwas.

 

Wann bist du nach Deutschland gekommen?

Lukimya-Mulongoti: Mein Papa Assani sen. ist Musiker hier in Deutschland. Er kam über Belgien hierher. Zu meiner Familie gehören außerdem Vaters Lebensgefährtin Charity, mein Stiefbruder Victor und meine Schwester Eivy. Mit acht Jahren hat mich mein Daddy aus dem Kongo geholt.

Meine leibliche Mutti Leonie lebt noch in Afrika.

 

Wann hast du angefangen mit dem Fußball?

Lukimya-Mulongoti: Ich war fünf Jahre alt. Ich komme aus armen Verhältnissen. Ich musste jeden Tag kämpfen, um überleben zu können. Meine Familie und ich haben diesen Kampf gewonnen und das hilft mir, weil es mich stark gemacht hat. Aber ich weiß, es geht nur über Leistung vorwärts. Also klotzte ich weiter ran.

 

Fin Bartels: Ich bin ein Team-Player

 

Fin, du hast als so genannter Perspektivspieler in der Vorbereitung den besten Eindruck gemacht. Warst du enttäuscht, als du als Drittliga-Spieler von Holstein Kiel dann doch erst einmal in Liga 4 und im Training deine Leistungen bringen musstest?

Fin Bartels: Als ich kam, kannte ich den Begriff Perspektivspieler in dieser Form noch nicht. Ich habe deshalb schon richtig Gas gegeben, wollte schnell nach oben. Aber mir war auch klar, für mich als jungen Spieler wird es schwer und es wird einige Zeit brauchen. Kurz bevor die Saison begann, bin ich dann in ein kleines Loch gefallen. Aber das ist wohl logisch, bei einem solch großen Sprung von einem Drittliga-Absteiger zu  einem Bundesliga-Aufsteiger.

 

Die Logik daraus?

Fin Bartels: Weiter Gas geben. Ich bin jung, habe die Zukunft vor mir.

 

Wie bist du aufgenommen worden?

Fin Bartels: Super! Ich hatte mir ehrlich alles schwieriger vorgestellt. Aber das ganze Drumherum passte einfach.

 

Wie würdest du dich selbst bezeichnen?

Fin Bartels: Ich bin ein Team-Player. Für mich zählt die Mannschaft.

 

Hast du den Wechsel bereut?

Fin Bartels: Nein, keineswegs, ich habe hier schon tolle Typen kennen gelernt. Ich freue mich mit den Jungs, wie ein Tobias Rathgeb aufblüht oder wenn die Truppe gewinnt.

 

Welches Ziel hast du dir für die Bundesliga gesetzt?

Fin Bartels: Überhaupt Bundesliga zu spielen. Man hofft täglich darauf.

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