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22.03.2012 10:04 Uhr

Ex-Hanseat Enrico Kern: 'Für Hansa ist noch nichts verloren'

Enrico Kern kam in der 83. Minute in Aue ins Spiel, in der letzten Spiel-Minute gelang dem Oldie der Erzgebirger der wichtige Siegtreffer im Spiel mit dem FC St. Pauli gegen den Abstieg. Wir sprachen vor dem sonntäglichen Spiel (Anstoß 13.30 Uhr) beim F.C. Hansa mit dem ehemaligen Hanseaten vom Tabellenzwölften.

fc-hansa.de: „Otto“, war dieser Treffer, der den 27. Punkt für Euch brachte, schon der Klassenerhalt für den FCE?
Enrico Kern: Auf keinen Fall. Vielleicht braucht man nicht 40 Punkte, aber ganz sicherlich mehr als 30 Zähler gegen den Abstieg. Ich denke, wir müssen noch drei Spiele gewinnen.

fc-hansa.de: Ist diese Reise mit dem FCE nach Rostock die erste in die alte Heimat?
Enrico Kern: Privat war ich voriges Jahr mal in Rostock, sportlich ist es das erste Mal.

fc-hansa.de: Auf wen freust Du Dich am meisten in Rostock?
Enrico Kern: Natürlich auf die Freunde, die man in über fünf Jahren hier gewonnen hat bzw. auf alte Kollegen oder die Leute aus dem Funktionsteam. Wir werden uns an die gemeinsamen schönen Zeiten erinnern. Auch meine gesamte Familie wird mich nach Rostock begleiten.

fc-hansa.de: Wie wichtig war Dir Dein zweiter Saisontreffer am letzten Sonntag?
Enrico Kern: Es war der Lohn für unseren Fleiß. Er tat dem Selbstbewusstsein gut. Wir haben aus den letzten beiden Spielen vier Punkte geholt und das sorgt natürlich auch für etwas Sicherheit. Momentan ist der Druck auf uns ein klein wenig weg.

fc-hansa.de: Wie stark ist der FCE heute?
Enrico Kern: Wir sind eine Mannschaft, die von der Gemeinschaft, von Kampf und Laufstärke lebt. Und es ist unsere Stärke, erfolgreich in die Zweikämpfe zu gehen und zu fighten bis nichts mehr geht. So war es ja auch beim Sieg gegen St. Pauli. Wir geben uns nie auf.

fc-hansa.de: Wie beurteilst Du das Spiel gegen den FCH?
Enrico Kern: Für Hansa ist es ein ganz wichtiges Spiel, das die Rostocker wohl unbedingt gewinnen müssen, um nicht abzusteigen. Für uns ist es ein Spiel, das wir natürlich gewinnen wollen. Klar ist, die Jungs von Hansa haben durch die letzten Wochen ein Kopfproblem, wir können etwas lockerer aufspielen.

fc-hansa.de: Mit Oliver Schröder, Kevin Schlitte, Guido Kocer und Dir spielen gleich vier ehemalige Hanseaten im Erzgebirge, der ehemaligen Heimat des alten SC Empor. Welche Rolle spielt ihr heute dort?
Enrico Kern: Jeder von uns hat hier von Anbeginn seinen Platz gefunden. Olli und Kevin sind Stammspieler, Guido hat sich wunderbar entwickelt, seine Entwicklung ist beeindruckend, schade, dass er diesmal durch seine fünfte Gelbe Karte gesperrt ist.

fc-hansa.de: Wie siehst Du den Saisonverlauf des Vereins und von Dir?
Enrico Kern: Im Vorjahr lief es genial, wirklich phantastisch. Wir haben die Euphorie des Aufstiegs mitgenommen, sind Fünfter geworden. Alles war Neuland, alle waren hungrig, alle waren begeistert. Wir haben einen Rekord nach dem anderen aufgestellt. Ich selbst habe damals in 28 Spielen wohl um die acht Tore gemacht. Wir haben damals hohe Maßstäbe gesetzt. Wir haben seinerzeit 120 Prozent geleistet. So weit sind wir, bin ich in dieser Saison nicht. Da gibt es viele Gründe. Nun sind wir in der Realität angekommen und müssen von den Ansprüchen her mal die Kirche im Dorf lassen. In Aue müssen wir aus wenig viel machen. Das ist leichter gesagt als getan. Es gibt Vereine, die haben mehr Geld und leisten weniger.

fc-hansa.de: Du hast fünfeinhalb Jahre für Hansa gespielt, was ist davon geblieben?
Enrico Kern: Fußballerisch war es die intensivste und erfolgreichste Zeit meiner Karriere, inklusive Bundesliga-Aufstieg und Bundesliga. Auf die Abstiege hätte ich gerne verzichtet, zumal sie wohl auch unnötig waren…

fc-hansa.de: Du hast noch Vertrag bis 2013, hast aber in der zweiten Saison in18 Spielen nur 496 Minuten gespielt. Wie siehst Du das?
Enrico Kern: Meine Möglichkeiten sind durchaus ausbaufähig, aber Verletzungen, Krankheiten und taktische Dinge haben mich gehemmt. Da wir in der Regel immer nur mit einer Spitze spielten, musste ich oft da spielen, wo ein Platz frei war. So spielte ich mal auf der 6, der 8 oder der 10. Aber letztlich habe ich es für die Mannschaft getan und die steht vor dem Klassenerhalt. Wir müssen wirklich in Aue aus wenig viel machen und das tun wir sehr aufopferungsvoll und erfolgreich.

fc-hansa.de: Wird Aue nach dem Fußball Dein Lebensmittelpunkt sein?
Enrico Kern: Privat kann man das wohl sagen. Sportlich will ich aber noch ganz lange aktiv sein. Erstmal habe ich ja noch ein Jahr Vertrag. Was nach dem Fußball kommt, weiß ich noch nicht so genau.

fc-hansa.de: Wie siehst Du die Chancen des F.C. Hansa, im vierten Jahr nicht das dritte Mal abzusteigen?
Enrico Kern: So viel ist klar: Ein Verein wie Hansa gehört in die Bundesliga. Aus meiner Sicht ist für Hansa auch noch nichts verloren, deshalb sollte niemand den Kopf in den Sand stecken. Nach Sonntag können die Jungs ja noch alles gewinnen.

fc-hansa.de: Was glaubst Du, wie die Fans Dich in der DKB-Arena empfangen?
Enrico Kern: Da bin ich auch mal gespannt. Ich habe das Hansa-Trikot immer gerne getragen, ich hatte in Rostock eine schöne Zeit mit Höhen und Tiefen. Ich treffe oft noch Fans aus alten Zeiten und wir haben einen respektvollen, freundlichen Umgang. Ich komme also gerne zurück und freue mich auf alle, die ich in Rostock treffe. Ich hoffe, Aue und Rostock bleiben in der 2. Liga.

fc-hansa.de: Danke für das nette Gespräch.


 

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