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03.04.2012 16:15 Uhr

Ex-Hanseat Lukimya-Mulongoti: „Ich habe noch einen Auftrag mit Fortuna“

Der Düsseldorfer Fortune Assani Lukimya-Mulongoti. Trikotnummer: 5. Geboren: 25.01.1986 in Uvira/DR Kongo. Größe: 1,90 m. Gewicht: 90 kg. Schuhgröße: 45. Ein Modell-Athlet!
Der 26jährige Innenverteidiger mit den afrikanischen Wurzeln kam mit acht Jahren in die deutsche Hauptstadt Berlin. Von der Jugend-Akademie von Hertha BSC (2004 bis 2007) zum F.C. Hansa Rostock (Juni 2007 bis August 2009), von dort zum FC Carl Zeiss Jena (2009 bis 2010) und in der Saison 2010/2011 zu Zweitligist Fortuna Düsseldorf, so war der Weg des kongolesischem Fußballers mit deutschem Pass.
Heute blickt Assani auf sieben Bundesliga-Spiele, 63 Einsätze in der 2. Liga, 32 Begegnungen in der 3. Liga und 68 Spiele in der Regionalliga Nord zurück.
Der einstige Hanseat (7 Bundesliga-Spiele, 5 Zweitliga-Spiele, 14 Amas-Einsätze) ist mittlerweile am Rhein gelandet und zum besten Verteidiger der 2. Liga in Deutschland aufgestiegen.
Alle Ligaspiele der Düsseldorfer hat der 1,90 Meter große Abwehrrecke in der Saison 2011/2012 über die volle Distanz absolviert und auch im Pokal kam er auf 100 Prozent Einsatzzeit. Der Fortune gilt bei Trainer Norbert Meier als Leistungsträger und Abwehrstabilisator. Mit dem Aufstieg in die Beletage des deutschen Fußballs will sich Assani im Juni bei der Fortuna verabschieden. Im Sommer 2012 wechselt er für zwei Jahre ablösefrei zum 1. FC Köln.
fc-hansa.de sprach mit dem stets freundlichen Fußballer vor dem Zweitliga-Spiel F.C. Hansa Rostock – Fortuna Düsseldorf am Grün-Donnerstag um 18 Uhr in der DKB-Arena.

fc-hansa.de: Hallo Assani, wie geht es Dir?
Assani Lukimya-Mulongoti: Es geht mir hervorragend. Sportlich bin ich mit meiner Entwicklung sehr zu frieden. Privat bin ich mit meiner Freundin sehr glücklich – fehlt eigentlich nur noch der Aufstieg in die Bundesliga mit dem Verein…

fc-hansa.de: Ihr habt erst am Montag gegen den FC St.Pauli gespielt, müsst nun schon am Donnerstag wieder ran. Ein Problem?
Assani Lukimya-Mulongoti: Das ist kein Problem, das stecken wir weg. Bei uns sind alle topfit und der Erfolg heilt auch die Wehwehchen.

fc-hansa.de:
Insider und Statistiker sehen Dich als besten Abwehrspieler der 2. Liga. Wie siehst Du diese Bewertung?
Assani Lukimya-Mulongoti: Ohne Mitspieler, ohne deine Nebenleute bist Du als Innenverteidiger gar nichts. Insofern ist das auch ein Kompliment für alle Abwehrspieler. In der Tat: Wir haben tatsächlich eine gute Defensive. Ich sehe den Fußball als Mannschaftssport und mich als Teamplayer.

fc-hansa.de:
Du spielst eine tolle Saison. Wo liegen die Ursachen für diese positive Entwicklung?
Assani Lukimya-Mulongoti: Man hat mir hier in Düsseldorf viel Vertrauen geschenkt. Vertrauen macht stark. Nun gebe ich dieses Vertrauen mit Leistung zurück.

fc-hansa.de:
Du hast einmal gesagt, Du könntest den Weg gehen, den die Boateng-Brüder - als ehemalige Herthaner wie Du - gegangen sind. Stehst Du noch dazu?
Assani Lukimya-Mulongoti: Ich messe mich nicht mehr an anderen Spielern. Ich bin für mich und mein Schicksal allein verantwortlich, habe es allein in der Hand, in welche Richtung meine Karriere läuft. Es ist einfach wichtig, seinen eigenen Weg zu finden, auf sich selbst zu achten. Mein Weg, den ich gerade begehe, ist noch lange nicht zu Ende!

fc-hansa.de:
Wie siehst Du heute die Zeit beim F.C. Hansa?
Assani Lukimya-Mulongoti: Das ist so eine Geschichte. Da bin ich innerlich zerrissen. Trainer Frank Pagelsdorf hat mich damals zum Profi gemacht, mir meinen ersten Vertrag gegeben, ich habe bei Hansa meine ersten Bundesligaspiele bestritten und ich hatte das Gefühl, auf dem richtigen Weg zu sein. Aber der Abschied an sich war nicht schön für mich. Das tat schon weh. In Jena habe ich mich dann neu aufgebaut, in Düsseldorf den positiven Weg fortgesetzt.

fc-hansa.de:
Verfolgst Du die Ergebnisse der Rostocker immer noch?
Assani Lukimya-Mulongoti: Ein kleiner Blick ist schon noch da. Der Aufstieg der Mannschaft war souverän. In der 2. Liga hatten sie in den letzten Monaten viel Pech. Ich würde diesen Verein gerne weiter in der  2. Liga sehen. Aber das wird wohl sehr schwer. Aber vielleicht gelingt es ihnen nach unserem Spiel doch noch.

fc-hansa.de:
Gibt es noch Spieler, mit denen Du aus Rostocker Zeiten Kontakt hältst?
Assani Lukimya-Mulongoti: Ich habe zu Addy Menga noch einen sehr guten Draht.

fc-hansa.de:
Was erwartest Du von dem Auswärtsspiel in Rostock?
Assani Lukimya-Mulongoti: Hansa steht mit dem Rücken zur Wand. Sie werden uns nichts schenken. Um unsere Ziele zu erreichen, müssen wir in Rostock gewinnen. Die Qualität dazu haben wir. Es wird sicherlich nicht leicht werden.

fc-hansa.de:
Mit welchen Gefühlen kommst Du jetzt an die Ostsee?
Assani Lukimya-Mulongoti: Es ist ein ganz normales Spiel gegen eine Mannschaft, deren Gesicht sich in den letzten Jahren stark verändert hat. Von damals sind ja nur noch Hahnel, Langen, Schied, Jänicke und Gusche bei Hansa dabei.

fc-hansa.de:
Du hattest sogar Angebote aus England, u.a. wollte Dich ja nach Zeitungsberichten Aston Villa. Du gehst nun aber für zwei Jahre nach der Saison zum 1. FC Köln. Welche Erwartungen hast Du an die Zukunft?
Assani Lukimya-Mulongoti: Es ist toll, wenn die eigenen guten Leistungen durch Anfragen von vielen Klubs so anerkannt werden. Für den einen oder anderen mag der Wechsel komisch sein. Ich stehe jedoch voll zu meiner Entscheidung. Die Kölner haben mir einfach das beste Gesamtpaket als Spieler angeboten. Ansonsten gilt bis Saisonende: Ich spiele so wie immer und habe hier noch einen großen Auftrag mit Fortuna zu erfüllen…

fc-hansa.de:
Fortuna Düsseldorf ist auf dem Weg in die Bundesliga, wie siehst Du die Situation?
Assani Lukimya-Mulongoti: Das Gute an unserer Situation ist, dass wir alles in unserer Hand haben. Wir müssen einfach nur unsere Hausaufgaben machen. Wir bestimmen, wo es am Ende lang geht.

fc-hansa.de:
Worin bestehen die Stärken von der Fortuna?
Assani Lukimya-Mulongoti: Wir sind eine Mannschaft, die geschlossen auftritt, die vom Teamgeist lebt, die voller Selbstvertrauen ist und selbstbewusst aufspielt. Wir sind eine Mannschaft, die bei 100 Prozent Leistung ihre Ziele erreichen kann.

fc-hansa.de:
Wie steht es abschließend um Deine Karriere in der Nationalmannschaft des DR Kongo, die in der Zeit bei Hansa Rostock begann?
Assani Lukimya-Mulongoti: Mein erstes Länderspiel habe ich tatsächlich damals zu Rostocker Zeiten gemacht. In Jena und Düsseldorf haben sich die Einladungen oft mit den Pflichtspielen überschnitten. Natürlich bin ich auf jede Einladung meines Landesverbandes stolz. Aber die Priorität meiner Arbeit liegt natürlich immer bei meinem Arbeitgeber. Ich wurde schon mehrmals in der Vergangenheit wieder eingeladen, sagte aber aus genannten Gründen öfter ab. Momentan bin ich so seit drei Jahren immer noch bei nur drei Länderspielen. Doch ich habe ja die Zukunft mit 26 Jahren durchaus auch in dieser Frage noch vor mir.

fc-hansa.de: Vielen Dank für das Gespräch.

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