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21.02.2008 12:50 Uhr

Fin Bartels: „So viele Spiele wie möglich absolvieren!“

Die Schuhe, in die der kleine 21j-ährige Fin Bartels im Sommer schlüpfte, sind zugegebenermaßen sehr groß. Denn: Erstens spielt der Kicker aus Schleswig-Holstein auf einer Position, die seit 2000 Publikums-Liebling René Rydlewicz innehatte. Zweitens bekam der Kicker in Rostock mit der Trikotnummer 27 immerhin das Hemd, mit dem sich einst auch der deutsche Nationalspieler Oliver  Neuville in die Herzen der Hansa-Fans spielte.

„Als ich nach Rostock kam, wusste ich natürlich, wer Neuville und Rydlewicz sind und welchen Stellenwert sie hier im Verein haben. 

 

Die historischen Hypotheken haben Fin Bartels scheinbar aber nicht sehr belastet. Dies mag auch an Cheftrainer Frank Pagelsdorf liegen. Der Fußball-Lehrer gilt ja gewissermaßen als „Spürnase“ und Förderer von Talenten.

Fin Bartels ist ein solches Talent. Fin wurde im Sommer 2007 als Perspektivspieler von Kiel an die Küste geholt. Dementsprechend ist seine bisherige Vita noch gut überschaubar: TSV Russee, SpVgg Eidertal Molfsee, KSV Holstein Kiel.

 

Fin: „Meine Eltern haben mir praktisch einen Ball in die Wiege gelegt. Meine Mutter Carola und mein Vater Nils spielten früher selbst beim TSV Altenholz, mein 19-jähriger Bruder kickt wie ich einst in Eidertal-Wolfsee. Ich war praktisch von Kindesbeinen an mit meiner Familie auf dem Fußballplatz. Ein Ball war immer dabei. Mit fünf Jahren begann ich bei Übungsleiter Bernd Borghardt in Russee und in der C-Jugend ging ich zu Molfsee, bevor ich als B-Jugendlicher zur Saison 2002/03 nach Kiel wechselte.“

 

Dort rückte er dann schließlich im Spieljahr 2005/2006 in den Seniorenbereich auf und absolvierte 15 Spiele. In der Saison 2006/07 erzielte Bartels in 33 Partien fünf Tore für Kiel, der Verein stieg jedoch als 15. der Regionalliga Nord in die Oberliga Nord ab. Dieser Abstieg der „Störche“ war für Fin aber ganz persönlich gewissermaßen der Aufstieg in die Beletage des Profifußballs.

 

Die ersten Signale vom Flügelflitzer waren in Rostock jedenfalls positiv: Sowohl im Sommer als auch im Winter ließ der gebürtige Kieler in der Vorbereitung sein Können aufblitzen.

Musste sich der Vertragsamateur, dessen Vertrag bis 2010 läuft,  in der ersten Halbserie 2007/2008 noch über die „Amas“ in die Profi-Elf kämpfen, so rückte Fin in den ersten Spielen des neuen Jahres in Hoffenheim und gegen den FC Bayern immerhin schon in die Startformation.

 

Der Einstand von Fin Bartels im Profi-Team des F.C. Hansa war freilich alles andere als eine Erfolgsstory.

Am 6. Oktober 2007 gab Fin als Einwechsler in Wolfsburg in der 90. Minute sein Debüt – Hansa verlor in letzter Minute 0:1. Bartels: „Die Niederlage hat mir tatsächlich ein wenig meinen Einstand verdorben...“
Am 25. November 2007 bot ihn Frank Pagelsdorf in Hamburg von Beginn an auf – Hansa verlor diesmal 0:2. Die Lehre damals: „Wahrscheinlich wollte ich zu viel. Vielleicht wäre das Einfache besser gewesen…“

 

Auch die Spiele gegen Hannover (0:3), in Leverkusen (0:3) und eben Bayern München (1:2) gingen mit den Hanseaten verloren. Dazu kommt die Pokal-Pleite in Hoffenheim (1:2)…

Fin: „Diese Negativserie ist schon etwas frustrierend und wurmt mich natürlich. Aber ich stehe am Anfang und hoffe, dass ich in naher Zukunft eine positive Bilanz vorzeigen kann, schließlich brauchen wir die Punkte ja auch, um unser gemeinsames Ziel Klassenerhalt zu erreichen.“

Einen Trainer wie Frank Pagelsdorf beunruhigt eine solche Negativ-Serie nicht. „Fin ist einer der Spieler, auf die wir in Zukunft setzen. Fin bekommt die Zeit, die er braucht.“

Auch der Mittelfeldspieler selbst denkt positiv: „Dass ich es überhaupt schon auf einige Bundesliga-Einsätze brachte, damit ist ein kleiner Traum wahr geworden. Das hat mich gefreut. Die Spiele haben mir aber auch gezeigt, dass ich noch meine Zeit brauche. Das ist ein langer Entwicklungsprozess.“ Aber, so gibt Fin auch zu: „Wenn man erstmal in die Bundesliga und ihre schönen Stadien reingeschnuppert hat, dann will man natürlich mehr“, sagt Bartels.

Sein Ziel? „So viele Spiele wie möglich zu absolvieren!“

 

Sein Ritual vor jedem Spiel, die „Kleiderordnung“: Rechter Schuh an – linker Schuh, rechter Schienbeinschoner an – linker Schienbeinschoner...

Schon jetzt fällt für Fin Bartels die Bilanz zum Wechsel von Kiel nach Rostock positiv aus: „Ich habe zu 100 Prozent alles richtig gemacht. Ich bereue nichts. Ich habe mir den Wechsel schwieriger vorgestellt. Aber hier hat einfach alles gepasst.“


 

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