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05.03.2008 09:48 Uhr

Fin Bartels: Vater und Mutter kickten auch!

Die Schuhe, in die der kleine 21jährige Fin Bartels im Sommer schlüpfte, sind zugegebener Maßen sehr groß. Denn: Erstens spielt der Kicker aus Schleswig-Holstein auf einer Position, die seit 2000 Publikums-Liebling René Rydlewicz innehatte. Zweitens bekam der Kicker in Rostock mit der Trikotnummer 27 immerhin das Hemd, mit dem sich einst auch der deutsche Nationalspieler Oliver  Neuville in die Herzen der Hansa-Fans spielte.
„Als ich hier her kam, wusste ich natürlich, wer Neuville und Rydlewicz sind und welchen Stellenwert sie hier im Verein haben. Doch: Ich stehe unterdessen für Gegenwart und Zukunft...“

Die historischen Hypotheken haben Fin Bartels scheinbar auch nicht sehr belastet. Dies mag auch an Cheftrainer Frank Pagelsdorf liegen. Der Fußball-Lehrer des F.C. Hansa Rostock gilt ja gewissermaßen als „Spürnase“ und Förderer von Fußball-Talenten.
Fin Bartels ist ein solches Talent. Fin wurde im Sommer 2007 als Perspektivspieler von Kiel an die Küste geholt. Dementsprechend ist seine bisherige Vita noch gut überschaubar: TSV Russee, SpVgg Eidertal Molfsee, KSV Holstein Kiel.

Fin: „Meine Eltern haben mir praktisch einen Ball in die Wiege gelegt. Meine Mutti Carola und mein Vater Nils spielten früher selbst beim TSV Altenholz, mein 19jähriger Bruder kickt wie ich einst in Eidertal-Wolfsee. Ich war so praktisch von Kindesbeinen mit meiner Familie auf dem Fußballplatz. Ein Ball war immer dabei. Mit fünf Jahren begann ich bei Übungsleitern Bernd Borghardt in Russee und in der C-Jugend ging ich zu Molfsee, bevor ich als B-Jugendlicher zur Saison 2002/03 nach Kiel wechselte.“

Dort rückte er dann schließlich im Spieljahr 2005/2006 in den Seniorenbereich auf und absolvierte 15 Spiele. In der Saison 2006/07 erzielte Bartels in 33 Partien fünf Tore für Kiel, der Verein stieg jedoch als 15. der Regionalliga Nord in die Oberliga Nord ab. Dieser Abstieg der „Störche“ war für Fin aber ganz persönlich gewissermaßen der Aufstieg in die Beletage des Profifußballs.

Die ersten Signale vom Flügelflitzer waren in Rostock jedenfalls positiv: Sowohl im Sommer als auch im Winter lies der gebürtige Kieler in der Vorbereitung sein Können aufblitzen.
Musste sich der Vertragsamateur, dessen Vertrag bis 2010 läuft,  in der ersten Halbserie 2007/2008 noch über die „Amas“ in die Profielf kämpfen, so gehörte Fin in den ersten Spielen des neuen Jahres in Hoffenheim und gegen den FC Bayern immerhin schon zur Startelf.
Der Einstand von Fin Bartels im Profi-Team des F.C. Hansa ist für den kleinen Kicker freilich alles andere als eine Erfolgsstory.

Am 6. Oktober 2007 gab Fin als Einwechsler in Wolfsburg in der 90. Minute sein Debüt – Hansa verlor in letzter Minute 0:1. Bartels: „Die Niederlage hat mir tatsächlich ein wenig meinen Einstand verdorben...“

Am 25. November 2007 bot ihn Pagelsdorf in Hamburg etwas überraschend  in der Stamm-Formation auf – Hansa verlor diesmal 0:2. Die Lehre damals: „Vielleicht wollte ich zu viel. Ich mochte wohl gleich Wunderdinge vollbringen. Vielleicht wäre das Einfache besser gewesen…“
Auch die Spiele gegen Hannover (0:3), in Leverkusen (0:3) und eben Bayern München (1:2) gingen mit den Hanseaten verloren. Dazu kommt die Pokal-Pleite in Hoffenheim (1:2)…
Fin: „Tatsächlich. Diese Negativserie ist schon etwas frustrierend und wurmt mich natürlich schon. Aber ich stehe am Anfang und hoffe, dass ich in naher Zukunft eine positive Bilanz vorzeigen kann, schließlich brauchen wir die Punkte ja auch, um unser gemeinsames Ziel Klassenerhalt zu schaffen.“
Einen Trainer wie Frank Pagelsdorf, der den Jugendstil frönt, beunruhigt eine solche Negativ-Serie nicht. „Fin ist einer der Spieler, auf die wir in Zukunft setzen. Fin bekommt die Zeit, die er braucht.“

Auch der Mittelfeldspieler selbst denkt positiv: „Dass ich es überhaupt schon auf einige Bundesliga-Einsätze brachte, damit ist ein kleiner Traum wahr geworden. Das hat mich gefreut. Die Spiele haben mir aber auch gezeigt, dass ich noch meine Zeit brauche. Das ist ein langer Entwicklungsprozess.“ Aber, so gibt Fin auch  zu: „Wenn man erstmal in die Bundesliga und ihre schönen Stadien reingeschnuppert hat, dann will man natürlich mehr“, sagt Bartels.
Sein Ziel? „So viele Spiele wie möglich zu absolvieren!“

Sein Ritual vor jedem Spiel, die „Kleiderordnung“: Rechter Schuh an – linker Schuh, rechter Schienbeinschoner an – linker Schienbeinschoner...
Schon jetzt fällt für Fin Bartels die Bilanz zum Wechsel von Kiel nach Rostock positiv aus: „Ich habe zu 100 Prozent alles richtig gemacht. Ich bereue nichts. Ich habe mir den Wechsel schwieriger vorgestellt. Aber alles hat hier einfach gepasst.“
Tatsache ist: Frank Pagelsdorf sucht noch immer den geeigneten Nachfolger für Hansa-Guru Rydlewicz. Neun Spieler hat er in diesem Jahr auf dieser Position schon probiert, noch ist nicht wirklich etwas passiert. Keine Position ist momentan in Rostock so vakant. Aber genau darin besteht die Chance für Fin Bartels!


 

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