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17.01.2007 09:32 Uhr

Finke führt Freiburg in die Zukunft ohne Finke

Jahrelang war er unantastbar, doch künftig gehen sie getrennte Wege: Der SC Freiburg und Trainer Volker Finke. Nach knapp 16 Jahren wird die sportliche Ehe zwischen dem Zweitligisten und Finke am Saisonende geschieden. Darauf verständigte sich das Präsidium des Tabellen-13. mit dem 58 Jahre Fußball-Lehrer vor der Winterpause.

Damit verlässt der dienstälteste Coach im deutschen Profifußball im Sommer 2007 seine „alte Liebe“, nachdem das „Denkmal“ Finke durch die Talfahrt der Breisgauer in den letzten Wochen des Jahres 2006 tiefe Risse bekommen hatte. Bis zum Saisonende sprach das Führungsgremium dem früheren Oberstudienrat aber trotz der sportlichen Krise einstimmig das „uneingeschränkte Vertrauen“ aus. Finke sei „mehr als jeder andere geeignet“, die derzeit schwierige Situation zu meistern.

Nach Angaben von Präsident Achim Stocker soll Finke bei der Suche nach seinem Nachfolger sogar eingebunden werden. „Wir sind überzeugt, dass es uns mit diesen Entscheidungen gelungen ist, in einer schwierigen Situation einen ganz wichtigen Schritt in die richtige Richtung zu machen“, sagte Stocker und erhofft sich durch die Trennung von Finke im Sommer den nötigen Impuls für eine gesicherte Zukunft: „Der SC Freiburg steht nicht nur für eine glaubwürdige, vernünftige und perspektivische Handlungsweise - sie ist auf Dauer gesehen auch seine einzige Chance, im Profifußball eine gute Rolle zu spielen.“

Stocker lobte zuletzt die von Finke geleistete Arbeit. „Wir gehen nicht im Bösen auseinander. Nach 16 Jahren ist es an der Zeit, sich nach einem neuen Trainer umzuschauen. Finke hat hier Enormes geleistet, er hat uns 10 Bundesligajahre beschert. Wir sind mit ihm aufgestiegen. Ob wir das je ohne ihn geschafft hätten, möchte ich doch sehr bezweifeln“, erklärte der Klubchef.

Finke, der seit dem 1. Juli 1991 auf der Trainerbank der Breisgauer sitzt und stets per Handschlag um ein Jahr verlängerte, war nach der 0:4-Heimpleite am 16. Spieltag gegen den Karlsruher SC zum wiederholten Male zur Zielscheibe harscher Kritik der Fans („Finke raus“) geworden. Der in der Saison 2004/2005 aus der Bundesliga abgestiegene UEFA-Cup-Teilnehmer steht auf Platz 13. Die Mannschaft um Kapitän Soumaila Coulibaly und Torhüter Alexander Walke trennen derzeit nur zwei Punkte von einem Abstiegsplatz.

Finke ist sich trotz der prekären Lage und dem Spott der eigenen Anhänger („Nie mehr 2. Liga“) sicher, dass er das Ruder noch herumreißen kann: „Man muss jetzt einen klaren Kopf und viel Ruhe bewahren, um den Schalter wieder herumzureißen.“ Dabei setzt er darauf, dass neben den Stützen der Hinrunde wie dem früheren U21-Nationalspieler Sascha Riether oder dem wieselflinken Jonathan Pitroipa auch andere Profis wieder zu ihrer Form finden.

Bei der Suche nach seinem Nachfolger will Finke dem Verein hinter verschlossenen Türen helfen und danach dem Klub beratend zur Seite stehen. Gedanken über einen Vereinswechsel habe er sich nicht gemacht. „Ich hatte so viele Möglichkeiten, zu anderen Vereinen zu gehen, habe mich aber immer inhaltlich dafür entschieden, dass hier ein guter Standort ist“, sagte er.

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