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13.09.2007 08:35 Uhr

„Fluppi“ Decker: Jetzt trainiert er die C-Jugend!

Die Nachwuchs-Abteilung des F.C. Hansa hat sich zum Saisonbeginn mit weiteren ehemaligen Fußball-Profis verstärkt.

So sah man schon in den Ferien beispielsweise Jürgen Decker mit jungen Hansa-Fußballern Kondition im Wald bolzen und den Oberligaspieler und Co.-Trainer der Bundesliga von einst mit den ABC-Fußball-Schützen üben.

 

Die Erklärung: Der F.C. Hansa hat den erfahrenen Trainer vom Rostock FC zurück in die DKB-Arena geholt. Hansa will die große Erfahrung von Decker nutzen. „Fluppi“ wird in den nächsten zwei Jahren die C-Jugend des Vereins ausbilden. An seiner Seite der ehemalige Hansa-Verteidiger Bernd Arnholdt als Co-Trainer.

 

Decker übernahm diese Aufgabe vom jetzigen Nachwuchs-Vorstand Juri Schlünz. Der war einst sein Spieler in der Oberliga und Bundesliga, später waren beide gemeinsam in Parchim ein Spieler-Trainer-Team. Beide sind Nachbarn in Satow, schätzen gegenseitig ihre Fachkenntnisse, vertrauen einander.

 

Jürgen Decker: „Ich bin sehr froh, noch einmal Hansa helfen zu können. Ich habe dem Verein viel zu verdanken und möchte einiges noch zurückgeben. In der C-Jugend beginnt praktisch der Leistungssport. Wir haben mit Johannes Brinkies aus Rostock und Hannes Uecker aus Stralsund zwei Talente, die im Fokus des DFB-Scouting-Systems stehen. Es gilt, beide frühzeitig an höhere Aufgaben heranzuführen. Vom Talent her könnten sie schon bald im Kader der B-Junioren-Bundesliga stehen. Ihre individuelle Ausbildung steht jetzt im Vordergrund.“

Der Einstand von Jürgen Decker war übrigens optimal. Sein Team gewann im ersten Spiel 7:0 gegen den 1. FC Union Berlin.

 

Jugend-Vorstand Juri Schlünz hat aber noch einen weiteren ehemaligen Hansa-Star für den Jugend-Fußball gewinnen können. Auch Jens Dowe ist zurück. „Jenner“ ist ehrenamtlich Co-Trainer der C2-Junioren von Übungsleiter Olaf Wagner. Dowe: „Ich finde es unheimlich wichtig, wenn die Jungs Trainer haben, die das Metier kennen. Der Jugend-Fußball ist für mich als Übungsleiter noch etwas Neuland. Aber ich merke, dass es mir unheimlich Spaß macht, mit den jungen Burschen zu arbeiten.“

Und die staunen gar nicht schlecht, wenn Jens auf Ansage die Bälle wunschgemäß dahin ins Tor ballert, wo sie die Jungs hinhaben wollen.

Dowe: „Ich werde mich in Zukunft noch einmal auf die Schulbank setzen und meine Trainerscheine machen. Ich möchte durchaus länger in diesem Umfeld bei Hansa arbeiten.“

 

Portrait Jürgen Decker:

 

In seinem Pass steht als Geburtsdatum der 6. März 1946. Aber wer Jürgen Decker heute im Hansa-Block unter den Oldies bei den Bundesliga-Spielen antrifft, der möchte ihn am liebsten noch auf den Rasen schicken, so sportlich ist der einstige Hansa-Angreifer und jahrelange Co-Trainer diverser Rostocker Fußball-Lehrer. Fit wie ein Turnschuh! Supermodern gekleidet und  immer auch noch der fröhliche „Fluppi“, den wir aus den siebziger, achtziger oder neunziger Jahren in Rostock kennen. Also in jener Zeit, als er zwischen 1964 bis 1979 immerhin 179 Oberliga-Spiele machte und 24 Treffer erzielte.

 

Jürgen Decker sagt noch heute wehmutsvoll: „Hansa, das ist mein Herz und ein großes Stück meines Lebens…“

Jürgen Decker lebt inzwischen am Rande von Rostock, in Satow und kann dort gewissermaßen Hansa-Vorstand Juri Schlünz von seinem Grundstück „in die Küche schauen“.

Aber viel wichtiger: „Fluppi“ und Juri sind Freunde mit einigen Gemeinsamkeiten.

Als der F.C. Hansa Rostock unter Trainer Uwe Reinders und Kapitän Juri Schlünz zur Wendezeit Meister und Pokalsieger wurde und damit die Qualifikation für die Bundesliga schaffte, war Jürgen Decker Co-Trainer. Als Decker von 1992 bis 1995 als Fußball-Lehrer nach Parchim ging, nahm er Schlünz als rechte Hand mit.

 

Heute sagt Decker über Schlünz: „Juri war ein klasse Spieler und er ist ein guter Freund. Sein Fußballverstand macht ihn für Hansa so wertvoll.“

„Fluppi“ kam 1961 als Jugendspieler von Lok Rostock zum SC Empor Rostock. 1964 sollte der 12fache Junioren-Nationalspieler für den DFV der DDR  beim UEFA-Jugend-Turnier spielen. Aber weil man beim Turnier in Holland nicht die DDR-Flagge zeigen wollte, reiste die Juniorenmannschaft mit Decker gar nicht erst in die Niederlande. „Meine größte Enttäuschung…“

 

Fast genau so schlimm: Die Niederlage im FDGB-Pokal am 1. Mai 1976 in Brandenburg: „Vor dem Finale gegen Sachsenring Zwickau waren wir der Favorit für dieses Spiel. Aber wir verloren 0:3…“

 

Deckers schönstes Erlebnis verbindet sich so für den einstigen Mittelfeldspieler und Stürmer noch heute mit den Messecup-Spielen des F.C. Hansa gegen OGC Nizza 1998 mit zwei eigenen Treffern oder die Begegnungen gegen den AC Florenz bzw. im Jahre darauf gegen Panionios Athen.

 

In jener Zeit klopfte Decker sogar an die Tür der DDR-Olympiamannschaft, war unter den Trainern Seeger und Wolf auf einer Wettkampfreise im Irak und Syrien dabei.

Oder da ist eben der Aufstieg in die Bundesliga: „Unter Reinders habe ich ein Stück Egoismus als Profi gelernt. Der hat uns gezeigt, dass man sich durchbeißen und für den Erfolg eine Portion Eigenverantwortung aufbringen muss…“

 

Decker kann solche Urteile abgeben, denn er war auch unter Werner Voigt, Jürgen Heinsch und Erich Rutemöller Co-Trainer anderer Hansa-Generationen.

Als Trainer kann er aber auch auf einen Pokalsieg mit Hansas Amateuren verweisen oder auf vier Cup-Siege mit dem FC Schönberg. Seine letzten Trainerstationen: TSG Neustrelitz und der Rostocker FC. Seine Heimat aber bleibt immer der F.C. Hansa!

 

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