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16.08.2005 15:06 Uhr

Frank Pagelsdorf der Öffentlichkeit präsentiert

Am Dienstagnachmittag hat der FC Hansa den neuen Trainer Frank Pagelsdorf der Öffentlichkeit präsentiert. "Ich bin sehr froh, dass wir ihn nach 8 Jahren wieder nach Rostock holen konnten. Wir sind von ihm überzeugt, er stand ganz oben auf unserer Wunschliste", erklärte Clubchef Manfred Wimmer und gab bekannt, dass der bisherige Trainer der zweiten Mannschaft, Timo Lange, künftig als Co-Trainer fungieren wird.

Im Moment sähe Pagelsdorf es als seine Hauptaufgabe an, „Stabilität ins Team zu bringen“. Er betonte, dass „ihm die Entscheidung sehr leicht gefallen sei, zum F.C. Hansa Rostock zurückzukehren“ und lobte die inzwischen exzellenten Trainingsbedingungen. Erste telefonische Kontakte mit dem am Sonntag entlassenen Trainer Jörg Berger habe es schon gegeben. Ein persönliches Treffen wird folgen, um Fragen rund um die Mannschaft zu klären. Der Vorstandsvorsitzende Manfred Wimmer räumte einleitend mit den in den letzten Tagen entstandenen Gerüchten auf, dass Frank Pagelsdorf den Scherbenhaufen Hansa wieder zusammenkehren soll. Er verwies darauf, dass der jetzige Trainer in der Vergangenheit schon des Öfteren auf der Wunschliste des Vereins gestanden habe. „Frank genießt unser volles Vertrauen und wir schätzen seine fachliche Kompetenz und seine langjährige Erfahrung als Trainer“ sagte Manfred Wimmer.


Ein oder zwei Neuzugänge werden wir auch noch verpflichten", kündigte Frank Pagelsdorf an und begrüßte bei seiner ersten Trainingseinheit am frühen Abend auch gleich den ersten Probe-Trainierer. Der 24jährige Brasilianer Flavio Faroni hat bis zum kommenden Freitag die Gelegenheit, sich für einen Vertrag zu empfehlen. Der offensive Mittelfeldspieler stand zuletzt beim RegionalligistenVfL Osnabrück unter Vertrag.

Portrait Frank Pagelsdorf

Frank Pagelsdorf – ein Kind der Bundesliga!
Frank Pagelsdorf – ein Stück seines Lebens ist der F.C. Hansa Rostock!
Frank Pagelsdorf – ein ehemaliger Cheftrainer ist neuer Fußball-Lehrer!

Am 1. Juli 1994 kam „Pagel“ erstmals an die Küste, blieb bis 30. Juni 1997. Pagelsdorf ging damals unter Tränen als Held der Fans, nun kommt er zum 16. August 2005 als Nachfolger von Jörg Berger als neuer Hoffnungsträger des Vereins…

Hansa-Vorstand Manfred Wimmer: „Ich glaube, wir haben zeitnah eine gute Lösung für den Verein gefunden…“
Lizenzchef Herbert Maronn: „Wir kennen Frank, er kennt uns, er wird sich schnell bei uns zu recht finden…“

Pagelsdorf trifft in Rostock noch auf viele alte Bekannte.
Manfred Wimmer war damals Schatzmeister des Vereins, Herbert Maronn begann mit „Pagel“ seinen Job an der Mannschaft. Die Physiotherapeuten Peter Meyer und Frank Scheller sind ebenso noch da wie Zeugwart Andreas Thiem. Pressesprecher Axel Schulz erlebte mit Pagelsdorf sein erstes Jahr. Torwart-Trainer Perry Bräutigam wurde unter Pagelsdorf Stamm-Torhüter.
Von den Profis haben bislang drei Spieler unter dem neuen Trainer gespielt. Mit Torwart Mathias Schober und Abwehrspieler Ronald Maul sind zwei Aktive aus dem Mannschaftsrat, die der Trainer aus seiner Zeit beim Hamburger Sportverein kennt.
Außerdem hat Frank Pagelsdorf vor zwei Jahren Marcel Schied von Rostock nach Osnabrück geholt.

Bräutigam über den Trainer: „Frank ist ein fleißiger, akribischer Arbeiter, der sehr viel Wert auf Disziplin legt.“

Marcel Schied: „Für mich war der Trainer in meiner kurzen Karriere ein  Glücksfall. Unter ihm wurde ich Stammspieler in der zweiten Liga. Was mir entgegen kam: Er legt großen Wert auf die kontrollierte Defensive und lässt trotzdem offensiven Fußball spielen.“

Wer ist der Mann, der Rostock von der 2. Liga in die Bundesliga zurück bringen soll?

Pagelsdorf – der Spieler:

Der neue Hansa-Trainer wurde  am 5. Februar 1958 in Hannover geboren. Frank spielte zunächst erst einmal  beim TSV Garbsen und TSV Havelse, ehe er 1976 als erst 18-Jähriger in der 2. Liga Nord bei Hannover 96 seinen Einstand als Profi gab.
1978 wechselte der Mittelfeldspieler nach 71 Zweitligaspielen (10 Tore) zu Arminia Bielefeld, wo er bis 1984 blieb und unter Fußball-Lehrern wie den bekannten Trainern Otto Rehhagel, Horst Köppel und Karl-Heinz Feldkamp 128 Bundesligaspiele (28 Tore) bestritt.
Nach dem Abstieg der Ostwestfalen verpflichtete der BVB Borussia Dortmund den technisch starken, torgefährlichen und vielseitigen Profi, der bis 1988 von Trainern wie Timo Konietzka, Erich Ribbeck, Reinhold Saftig und Pal Csernai in 102 Erstligapartien (9 Tore) aufgeboten wurde.
1988/89 kehrte Pagelsdorf dann wieder nach Hannover zurück, musste seine Laufbahn jedoch nach 14 Profijahren mit 365 Spielen (58 Tore) wegen eines Bandscheibenvorfalls als Sportinvalide beenden.

Pagelsdorf der Trainer:
Der Coach begann bei Hannover 96 seine Trainerlaufbahn zunächst als Amateurcoach und ergriff 1992 die Chance, die ihm Union Berlin bot: Mit jungen Spielern aus den neuen Bundesländern wurde Frank Pagelsdorf 1993 und 1994 Nordost-Meister. Das Pech des Fußball-Lehrers: Der Zweitligaaufstieg wurde durch teilweise umstrittene Lizenzverweigerungen durch den DFB verpasst. Aber dafür gab es eine neue Chance als Trainer.
1994 wechselte Pagelsdorf zu Hansa Rostock, schaffte sensationell als Meister den Aufstieg in die Bundesliga und führte den Außenseiter auf Anhieb auf Platz sechs. Spielern wie Perry Bräutigam, Stefan Studer, Martin Groth, Jonathan Akpoborie, René Schneider, Stefan Beinlich, Matthias Breitkreutz, Marko Rehmer  oder Yasser wurden unter „Pagel“ Stars der Bundesliga.
1997 nahm Pagelsdorf ein interessantes Angebot des Hamburger SV an. Dort feierte er mit spektakulärem Angriffsfußball Erfolge. Martin Pieckenhagen oder Sergej Barbarez sowie Nico Kovac wurden unter ihm auch hier Stars. Höhepunkt war der dritte Platz 1999/00 mit dem Einzug in die Champions League und dem denkwürdigen 4:4 gegen Juventus Turin. Als Borussia Dortmund damals um den populären Coach warb, verlängerte der HSV den Vertrag bis 2004.
Im September 2001 beendeten der HSV und Pagelsdorf nach 142 Bundesligaspielen ihre Zusammenarbeit.
Ein Jahr betreute Frank Pagelsdorf danach den VfL Osnabrück, ehe er nach Arabien ging. Dort blieb er das letzte Jahr, schloss die Saison mit Al Nasr als Vierter der Liga in den Vereinigten Arabischen Emiraten ab. Kurzzeitig war der 47-jährige norddeutsche Fußballtrainer sogar als Nationalcoach der Vereinigen Arabischen Emirate im Gespräch.

Nun drückt ihm der F.C. Hansa die Daumen, mit den Fußballern von der Ostseeküste ein zweites Mal aufzusteigen. Pagelsdorf sind die Sympathien in Rostock gewiss. Er hat seine Zelte in Warnemünde nie abgebrochen, hat hier noch seine Wohnung und seine Freunde.
Pagelsdorf: „Meine Zeit in Rostock war immer ein wichtiger Meilenstein meines Lebens. Ich hatte hier drei tolle Jahre und habe die Entwicklung des Vereins immer noch mit großem Interesse verfolgt. Was hier aufgebaut wurde, ist phantastisch. Solche Bedingungen wie jetzt hatten wir damals noch nicht. Ich hoffe, der Abstieg der Mannschaft aus der Bundesliga war nur ein Betriebsunfall“, so der Trainer.

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