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23.08.2005 08:44 Uhr

Gastportrait: Eintracht Braunschweig

Michael Krüger ist ein erfahrener Fußball-Lehrer. Der 51-Jährige hat 14 Trainerstationen hinter sich. Nun arbeitet er bei Eintracht Braunschweig, und das sehr erfolgreich. Er führte den früheren Deutschen Meister in die 2. Bundesliga zurück. Und das sorgte für eine unglaubliche Euphorie in der niedersächsischen Stadt. „Man spürt jeden Tag und überall in der Stadt, dass der Aufstieg in die 2. Bundesliga für Braunschweig wirklich etwas ganz Bedeutsames darstellt“, sagt der Eintracht-Coach.

Dieses hohe Gut will er bewahren. Der Aufstieg nimmt in seiner persönlichen Hitliste eine überragende Stellung ein. „Er ist meine wichtigste Sprosse auf der Karriereleiter, weil ihm die mit Abstand schwierigste Mission vorausging, die ich bislang als Trainer zu meistern hatte.“

Die Fußball-Euphorie in der Harz-Heide-Region ist riesig. Der Verein hat rund 7500 Dauerkarten verkauft, das bedeutet Rekord. Doch nicht nur wegen des Zuschauerbooms sieht der Trainer seine Mannschaft um die Bundesligaerfahrenen Jürgen Rische und Marco Grimm bestens aufgestellt. „Wir haben die Leistungsträger unseres Aufstiegsteams halten können und uns, so denke ich, sehr sinnvoll verstärkt. Ich bin sehr zufrieden damit, dass es uns gelungen ist, exakt die Spieler zu holen, die nicht nur sportlich, sondern auch menschlich genau in unseren Kader passen.“

Alle Transfers erfolgten zum Nulltarif. Parallel wurde die Philosophie weiter verfolgt, mit jungen deutschen Spielern zu arbeiten. Krüger wertet das als zusätzliches Plus und lobt Manager Wolfgang Loos. „Wir haben uns nicht gesucht, aber wir haben uns gefunden. Manchmal denke ich, wir sind Zwillinge im Geiste, sagte der Fußball-Lehrer über den Manager, der auch in schwierigeren Zeiten die Ruhe bewahrt und Vernunft statt Aktionismus walten lässt. Der Etat für die Profiabteilung liegt bei 7,8 Millionen Euro und basiert auf einem Zuschauerschnitt von 12.500.

Krüger rechnet in der 2. Liga mit weniger Siegen als im Vorjahr, will aber versuchen, attraktiven Fußball zu spielen: „Nur mit Kampf schaffen wir es nicht, aber nur mit Zauberfußball auch nicht. Die Mischung muss stimmen.“

In seinem Kader wurde die starke Abwehr zusammengehalten, die Neulinge verstärken Mittelfeld und Angriff. „Dustin Heun hat von allen Zugängen am nachhaltigsten eingeschlagen. Er wird sich neben Kuru, Rische und Fuchs als sehr ernst zu nehmende Alternative für den Angriff aufdrängen“, sagte Krüger.

Er sieht seine Mannschaft für den Überlebenskampf in der 2. Liga gewappnet. „Wir müssen uns fußballerisch vor niemandem verstecken, aber wir müssen uns schnell an die rauere und schnellere Gangart gewöhnen. Und wir müssen nüchtern und sachlich bleiben. Und zwar im Sieg und in der Niederlage“, sagte Krüger.

Der Klassenverbleib wäre für den Coach, der auch für Hannover 96 und in Ägypten gearbeitet hat, die Erfüllung eines Herzenswunsches: „Ich möchte gerne länger in Braunschweig bleiben. So einen Spaß bei der Arbeit hatte ich noch nie.“

Am vergangenen Montag gelang den Braunschweigern auch noch die Pokal-Sensation.
In einem vor allem in der zweiten Halbzeit packenden Pokalfight kegelte  der Zweitligist den BVB aus dem Wettbewerb. Nachdem die Dortmunder über weite Strecken der ersten Halbzeit dominierten und durch Koller in Führung gingen, brachte sie ein 13-minütiger Flutlichtausfall leicht aus dem Rhythmus. Dies nutzte Eintracht-Torjäger Rische eiskalt aus und brachte sein Team zurück ins Spiel. Im zweiten Abschnitt hatte der Zweitligist mehr vom Spiel und Dauerläufer Graf warf den Pokalsieger von 1989 mit dem Siegtor nicht unverdient aus dem Wettbewerb.

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