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14.08.2013 12:37 Uhr

Gegnerporträt: Osnabrück 4 Siege ohne Gegentor in Liga und DFB-Pokal

Vor etwas mehr als zwei Monaten wusste in Osnabrück noch niemand so recht, wie es weitergehen sollte. Zum dritten Mal innerhalb von vier Jahren war der VfL in den Relegationsspielen zur 3. Liga gescheitert – zum zweiten Mal innerhalb von zwei Jahren nur äußerst knapp an der Mannschaft von Dynamo Dresden. Hinzu kamen – nach dem Rücktritt von Trainer Claus-Dieter Wollitz unmittelbar vor dem letzten Drittliga-Spieltag – eine große Unruhe im Verein sowie wachsende finanzielle Probleme. Doch Schritt für Schritt ist man inzwischen der drohenden Misere entkommen, hat die Relegationstränen getrocknet und kann wieder positiv in die Zukunft blicken.

Trotz des Widerstands zahlreicher Mitglieder und Fans wurde die Lizenzspielerabteilung des Vereins in eine GmbH & Co. KGaA ausgegliedert und damit vorerst wieder auf ein sicheres finanzielles Fundament gestellt. Zudem gelang es den Osnabrückern, nach langwierigen Verhandlungen Wunschtrainer Maik Walpurgis zu verpflichten. Der inzwischen 39-Jährige hatte vor fünf Jahren den Osnabrücker Vorortverein Sportfreunde Lotte übernommen und zu einer Spitzenmannschaft der Regionalliga West geformt. Anfang Juni scheiterte seine Mannschaft nur denkbar knapp in der Relegation zur 3. Liga, als man sich Krösus RB Leipzig erst in der Verlängerung der zweiten Begegnung geschlagen geben musste.

Anschließend übernahm der Fußball-Lehrer den VfL Osnabrück und leitete auch dort den sportlichen Aufschwung ein. Ungeachtet der Tatsache, dass sich die Funktionäre in Lotte und Osnabrück noch wochenlang um die Ablösemodalitäten stritten, formte Maik Walpurgis mit Hilfe von 13 Neuzugängen eine neue Mannschaft und lotste mit Michael Hohnstedt und Roman Prokoph auch zwei Lotter Spieler auf die andere Seite des Autobahnkreuzes.

Zudem tragen zwei ehemalige Hanseaten inzwischen das VfL-Trikot. Während Michael Blum den direkten Weg von Rostock nach Osnabrück wählte, kam Marcel Kunstmann nach einem einjährigen Gastspiel beim Regionalligisten SC Verl an die Bremer Brücke.
Die ehemaligen Rostocker konnten sich bislang allerdings noch nicht ins Rampenlicht spielen. Während Michael Blum an den ersten beiden Spieltagen nur zu zwei Kurzeinsätzen kam und in den nächsten beiden Pflichtspielen nur auf der Bank saß, wartet Marcel Kunstmann sogar noch auf seinen ersten Einsatz in der 3. Liga. Er allerdings debütierte in der Schlussphase des Pokalspiels gegen den FC Erzgebirge Aue.

Mit einem souveränen 3:0-Erfolg über Zweitligist Aue hat der VfL Osnabrück die zweite Runde im DFB-Pokal erreicht und darf sich nun auf ein Heimspiel gegen den 1. FC Union Berlin freuen. Das Erreichen des Achtelfinales und damit die weitere finanzielle Konsolidierung scheint also möglich, wenn sich die Niedersachsen unverändert so gut in Form präsentieren wie beim Start in die aktuelle Saison. Immerhin sind die Osnabrücker nicht nur im DFB-Pokal, sondern auch in der Meisterschaft noch ohne Gegentor und haben nach drei Spieltagen der 3. Liga die maximale Punktausbeute eingefahren.

Am ersten Spieltag feierte der VfL beim hoch gehandelten Chemnitzer FC einen klaren 3:0- Auswärtssieg. Zu Hause folgte ein 1:0-Erfolg über die Mannschaft von Borussia Dortmund II, die mit zwei Siegen aus drei Spielen ebenfalls recht gut in die Saison gestartet ist. Und am vergangenen Sonnabend gewannen die Osnabrücker dann 2:0 in Darmstadt und brachten den Gastgebern damit die erste Saisonniederlage bei. Ohne Punktverlust und mit der gleichen Tordifferenz wie Spitzenreiter SV Wehen Wiesbaden belegt die Mannschaft von Maik Walpurgis aktuell den zweiten Tabellenplatz und freut sich nun auf das Spitzenspiel am Sonnabend gegen den ebenfalls noch ungeschlagenen F.C. Hansa Rostock.

Im Hinblick auf diese Begegnung schonte Trainer Maik Walpurgis am Dienstag dieser Woche im Landespokalspiel beim SV Wilhelmshaven gleich sieben Stammspieler und verhalf damit auch den beiden Ex-Rostockern Marcel Kunstmann und Michael Blum zu ihrem Startelf-Debüt. Kunstmann bedankte sich dafür mit einem schnellen Tor und schoss die Osnabrücker schon in der zweiten Spielminute in Front. Doch die Gastgeber drehten den Spieß noch um und konnten ihre 2:1-Führung – trotz Unterzahl in der Schlussviertelstunde – verteidigen. Damit ist der VfL Osnabrück nun schon im Achtelfinale des Landespokals ausgeschieden, hat aber Kraft gespart für das Drittliga-Duell mit dem F.C. Hansa, das am kommenden Sonnabend um 14 Uhr in der Osnabrücker osnatel-Arena angepfiffen wird.

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