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17.08.2009 13:35 Uhr

Gelingt der dritte Auswärtssieg an der Alten Försterei?

Lang, lang ist es her, dass der F.C. Hansa zuletzt zu einem Pflichtspiel an der Alten Försterei gastierte. Mehr als 20 Jahre sind inzwischen vergangen und dennoch ist der 1.FC Union Berlin jene Mannschaft unter den aktuellen Zweitligisten, gegen die die Hanseaten bislang die meisten Punktspiele bestritten. Aus diesen 28 Begegnungen gingen die Hanseaten elfmal als Sieger hervor, die Unioner siebenmal.

An der Alten Försterei ist die Hansa-Bilanz allerdings negativ, obwohl die Hälfte der 14 Gastspiele unentschieden gestaltet werden konnten. Nur zweimal jedoch konnte ein Doppelpunktgewinn mit nach Rostock genommen werden. Der letzte der beiden Auswärtssiege beim 1.FC Union liegt zudem schon mehr als 30 Jahre zurück und gelang unter kuriosen Umständen. Doch dazu später mehr.

Das allererste Auswärtsspiel des F.C. Hansa in der Wuhlheide fand auf den Tag genau zwölf Jahre vorher statt. Am 18. Februar 1967 unterlag man bei den Berlinern, die nach 13 Jahren wieder den Aufstieg in die DDR-Oberliga geschafft hatten, klar mit 0:3 Toren. Und erst am 2. September 1967 gelang das erste Tor an der Alten Försterei. Doch auch der zwischenzeitliche Ausgleich durch Peter Sykora (57.) konnte die 1:2 Niederlage am Ende nicht verhindern.

Dafür konnte im dritten Anlauf dann der erste Sieg in der bis heute torreichsten Partie zwischen beiden Mannschaften gefeiert werden. Mit 4:3 gewannen die Rostocker am 17. August 1968, als Jürgen Decker (12.), Werner Drews (28.) und Gerd Kostmann (33.) schon eine 3:0 Führung der Gäste herausgeschossen hatten. Kurt Habermann (56.) mit dem 4:1 sorgte nach dem ersten Gegentreffer wieder für den alten Abstand und dies sollte am Ende reichen, um den Sieg über die Zeit zu retten.

Das erste Unentschieden in der Berliner Wuhlheide am 28. November 1970 endete torlos und auch am 6. November 1971 wurden wieder die Punkte geteilt. Helmut Hergesell (40.) hatte für die Pausenführung der Hanseaten gesorgt, am Ende jedoch stand es dann 1:1. Ohne Punkte dagegen kehrte der FCH am 20. Juni 1973 nach Hause zurück. Der 1.FC Union führte bereits 2:0, bevor Joachim Streich (74.) nur noch der Treffer zum 2:1 Endstand gelang.

Das einzige der insgesamt 14 Auswärtsspiele, das nicht im Rahmen der DDR-Oberliga stattfand, gab es innerhalb der Aufstiegsrunde der fünf Staffelsieger der DDR-Liga am 19. Juni 1976. Der F.C. Hansa stand bereits vor dieser Partie als Aufsteiger fest und führte durch einen Treffer von Dietrich Kehl (43.) mit 1:0, bevor den Unionern kurz vor dem Ende noch der Ausgleich gelang und sie dadurch ebenfalls in die Oberliga zurückkehren durften. Dort traf man sich am 16. April 1977 an der Alten Förstrei wieder, wo der 1.FC Union einen 2:0 Heimsieg feierte.

Und dann kam der 18. Februar 1979. Eigentlich sollte die Partie schon tags zuvor stattfinden, doch der Bezirk Rostock war durch den Jahrhundertwinter praktisch von der Außenwelt abgeschnitten, Straßen- und Eisenbahnverbindungen nach Berlin unpassierbar! Auf großen Umwegen traf man mit mehr als 24stündiger Verspätung in der Hauptstadt ein und musste sich schon im Bus vom Bahnhof ins Stadion umziehen, um die Partie noch vor Anbruch der Dunkelheit über die Bühne zu bekommen. Christian Radke jedenfalls war trotz der komplizierten Anreise gleich hellwach und sorgte mit seinem frühen Treffer nach drei Minuten für den wichtigen 1:0 Auswärtssieg im Kellerderby.

So musste am Saisonende einmal mehr der 1.FC Union absteigen und als der dann wieder für zwei Jahre ins Oberhaus zurückkam, trennte man sich zweimal unentschieden. Am 30. April 1983 fielen an der Alten Försterei keine Tore, während am 5. November des gleichen Jahres Axel Schulz in der 56. Minute den 1:1 Ausgleich markierte, der schließlich auch den Endstand bedeutete. Und die bis heute letzte Niederlage beim 1.FCU gab es am 23. November 1985, obwohl den Hanseaten bei jenem 2:3 – zum einzigen Mal nach dem 4:3 Erfolg 17 Jahre zuvor – mehr als ein Treffer gelang. Doch nach dem frühen 1:1 durch Rainer Jarohs (8.) konnte Gernot Alms in der Schlussminute nur noch für Ergeniskosmetik sorgen.

Die bis heute letzten beiden Hansa-Gastspiele bei Union Berlin endeten jeweils wieder 1:1 unentschieden. Sowohl am 7. Mai 1988 als auch am 18. April 1989 mussten die Rostocker einem Rückstand hinterherlaufen und in beiden Spielen war es Volker Röhrich, dem in der 73. bzw. 44. Spielminute der Ausgleich gelang. Danach sind, wie gesagt, inzwischen mehr als 20 Jahre ins Land gegangen. Und man darf gespannt sein, wie das erneute Aufeinandertreffen am kommenden Freitag ab 18 Uhr im „neuen“ Stadion an der Alten Försterei ausgehen wird. Gelingt den Hanseaten dort vielleicht der insgesamt dritte Auswärtssieg beim 1.FC Union?

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