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18.08.2005 10:59 Uhr

„Gledson“ - der erste Brasilianer bei Hansa

Der neue Hansa-Trainer Frank Pagelsdorf ist dafür bekannt, Spieler, die er mag und von denen er überzeugt ist, „nach sich zu ziehen“. Das beste Beispiel dafür ist Sergej Barbarez, der ihm von Hannover über Union Berlin und Hansa bis zum HSV folgte. Auch Marko Rehmer, René Schneider und Martin Pieckenhagen waren solche Spieler. Nun hat „Ziehvater“ Frank Pagelsdorf (47) zwei Tage nach seinem Amtsantritt für den F.C. Hansa den ersten Brasilianer in der 40jährigen Verein-Geschichte in Rostock unter Vertrag nehmen lassen.

Es ist „Gledson“ da Silva Menezes!
Der wurde am 4. September 1979 geboren, spielt seit vier Jahren in Deutschland. Der Südamerikaner ist körperlich ein „Fußball-Riese“ - 1,90 m groß und 90 kg schwer.
Das Fußballspielen erlernte der junge Verteidiger in seiner Geburtsstadt beim FC Tubarao, ehe er im Alter von 22 Jahren den Sprung nach Europa wagte und in Köln anheuerte.

Im ersten Jahr kickte der Innenverteidiger für Fortuna Köln, bestritt 13 Spiele. In der zweiten Saison absolvierte er für den LR Ahlen kein Spiel. Damals litt er unter einem Fußbruch.
Im dritten Jahr machte er 27 Spiele unter Frank Pagelsdorf für den VfL Osnabrück.
In der vierten Saison bestritt er für LR Ahlen 28 Begegnungen und kassierte seinen  einzigen Platzverweis.

Ausgerechnet im wichtigsten Spiel der Saison musste Trainer Frantisek Straka von Zweitligist LR Ahlen seinerzeit seine Abwehr umbauen. Im Kampf um den Klassenverbleib mussten die Ostwestfalen beim damaligen Aufstiegsaspirant 1860 München eben auf den Brasilianer Gledson verzichten: Der Verteidiger wurde vom Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) wegen einer versuchten Tätlichkeit gegen den Gegner sowie wegen eines unsportlichen Verhaltens mit einer Sperre von zwei Spielen und einer Geldstrafe in Höhe von 1500 Euro belegt. Gledson war beim 3:1-Erfolg der Ahlener gegen Rot-Weiß Essen von Schiedsrichter Helmut Fleischer (Dachau) in der 51. Minute des Feldes verwiesen worden.

In 55 Zweitliga-Spielen kam Gledson bislang in Deutschland auf zwei Treffer und zehn Gelbe Karten.
Gledson war in diesem Sommer lange Zeit beim 1. FC Köln im Gespräch, wo er von Uwe Rapolder in der Abwehr und im Mittelfeld getestet wurde, aber am Rhein favorisierte man einstweilen den Schweizer Murat Yakin. So wurden der Spieler und sein Berater Uli Ferber immer wieder vertröstet. Auch bei Arminia Bielefeld und bei Alemannia Aachen war der brasilianische Profi dann noch kurzeitig im Gespräch.
Als zum Saisonstart nichts klappte, hielt sich der Schwarzschopf bei dem ehemaligen Hansa-Spieler Frantisek Straka in Ahlen in der Trainingsvorbereitung auf die neue Saison fit.

Nun trifft Gledson nicht nur Pagelsdorf wieder, sondern spielt auch wie einst in Osnabrück mit Marcel Schied zusammen. Alle drei konnten seinerzeit den Abstieg des VfL Osnabrück nicht verhindern und gingen danach ihrer Wege nach Ahlen, Dubai und Unterhaching - um sich in Rostock zu treffen!

Hier hat Frank Pagelsdorf auch noch einen anderen „alten Bekannten“ in der Hinterhand: „Flavio“ Perreira Faroni (24) ist ein Brasilianer vom VfL Osnabrück. Natürlich hat auch ihn der neue Chefcoach mit an die Warnow gelotst – zur Probe. Er ist ein offensiver Mittelfeldspieler. Dieser Brasilianer spielte unter Pagelsdorf schon in Osnabrück und bei Al Nasr. „Dann nahm mich der Trainer mit nach Dubai", erzählt Flavio. "Mit ihm kam ich auch wieder nach Osnabrück zurück und bin dort noch unter Vertrag. Montag erhielt ich vom Trainer einen Anruf, mit nach Rostock zu kommen." Entscheidung offen…

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