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05.09.2006 12:07 Uhr

Gledson träumt von der 1. Liga

Ausnahmen bestätigen die Regel! Zwar hat die Hansa-Kogge in den vergangenen zwölf Monaten mit zahlreichen Akteuren, die aus der Region stammen, einen neuen Kurs eingeschlagen. Doch neben jeweils zehn deutschen Profis war in den bisherigen Saisonspielen ein Brasilianer aus der Anfangsformation nicht wegzudenken: Gledson da Silva Menezes.

Fast auf den Tag genau ein Jahr ist inzwischen vergangen, als der F.C. Hansa mit einem „Tabu" brach. Zwar war der erste ausländische Spieler überhaupt, der das Hansa-Trikot in der Saison 1990/91 überstreifte, mit US-Boy Paul Caligiuri auch ein Amerikaner. Doch bis vom südlichen Teil dieses Kontinents ein Spieler nach Rostock kam, sollten noch weitere 15 Jahre ins Land gehen!

Allerdings holte sich der F.C. Hansa seinen Brasilianer nicht direkt vom Zuckerhut. Trainer Frank Pagelsdorf hatte den bulligen Abwehrspieler während seiner Trainertätigkeit beim VfL Osnabrück sogar schon selbst unter seinen Fittichen gehabt und erinnerte sich sofort an ihn, als er im Spätsommer 2005 zum zweiten Mal die Mannschaft des F.C. Hansa übernommen hatte.

Die Deutschland-Karriere Gledsons hatte zunächst allerdings noch unter keinem guten Stern gestanden. Als der FC Tubarao 1991 zu einem Turnier in Mönchengladbach eingeladen war, gehörte zu den Scouts am Spielfeldrand auch der ehemalige Bundesliga-Trainer Fritz Fuchs. Und empfahl seinem Sohn Uwe, der seinerzeit eine neue Mannschaft bei Zweitliga-Absteiger Fortuna Köln aufbauen musste, mit Ronei, Parao und eben Gledson gleich drei Akteure des brasilianischen Zweitligisten.

In der Domstadt begann gleichzeitig aber auch Gledsons lange Leidenszeit: „Kaum hatte ich meine ersten Regionalliga-Spiele bestritten, brach ich mir den rechten Fuß. Insgesamt dreimal musste er operiert werden, eine lange Leidenszeit begann", erinnert sich der 1,90 m große Hüne, den Trainer Uwe Rapolder im Sommer 2002 zum LR Ahlen holte, wo er einen Drei-Jahresvertrag unterzeichnete. Doch auch dort konnte er auf Grund seiner Verletzung im ersten Jahr überhaupt noch nicht eingesetzt werden, bis sich Frank Pagelsdorf im September 2003 dann schließlich auf Leihbasis Gledsons Dienste für ein knappes Jahr sicherte und dieser in Osnabrück seine ersten Zweitliga-Spiele absolvierte. Sogar an der Bundesliga roch Gledson schon zweimal, als ihn sein damaliger Förderer Uwe Rapolder nach Bielefeld und später zum 1. FC Köln holen wollte. „Doch im Sommer 2004 pochte man in Ahlen auf den laufenden Vertrag und ein Jahr später scheiterte der Wechsel am Widerstand des Kölner Managements", erklärt Gledson, ist im Nachhinein aber gar nicht mehr so unglücklich darüber: „Dadurch, dass ich plötzlich im August noch vertragslos war, konnte mich Frank Pagelsdorf ablösefrei nach Rostock holen. Und der F.C. Hansa wurde für mich dann ja zum Glücksfall."

Wie wichtig Gledson für die Stabilität in der Hintermannschaft ist, machte auch die „Fieberkurve" der vergangenen Saison deutlich. Nach dem missglückten Saisonstart mit null Punkten aus den ersten vier Spielen konnte sich der F.C. Hansa nicht nur aus dem Tabellenkeller befreien, sondern zu Beginn der Rückrunde sogar wieder Ambitionen auf den Wiederaufstieg anmelden. Als Gledson dann schließlich im letzten Viertel der Saison verletzungsbedingt nicht mehr zur Verfügung stand, ging es wieder bergab mit den Hanseaten.

Nach drei Spieltagen der laufenden Saison ist der FCH, der wieder mit Gledson auflaufen kann, noch ungeschlagen. „Vielleicht liegt es ja tatsächlich an mir", lacht Gledson, glaubt aber auch: „Dadurch, dass die jungen Spieler inzwischen dazugelernt haben und auch erfahrene Neuzugänge verpflichtet wurden, hat die Mannschaft insgesamt an Qualität gewonnen." Und so ist der Abwehrchef des F.C. Hansa, der am Montag dieser Woche seinen 27.Geburtstag feierte, durchaus optimistisch, dass er nicht unbedingt den Verein wechseln muss, wenn er sich den Traum von der Bundesliga doch noch einmal erfüllen will: „Am liebsten würde ich natürlich mit dem F.C. Hansa aufsteigen. Und mit unserem tollen Saisonstart haben wir uns ja auch eine gute Basis dafür geschaffen."

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